Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim sowie dem angrenzenden Teile der Gemeinde Rohrbach für das Jahr 1911 — Heidelberg, 1911

Seite: 542
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Straßen verwendeten Giehapparaten und Kehrmaschinen müssen Fuhrwerke
und Reiter ausweichen. Gestattet dies die Oertlichkeit nicht, fo mutz so lange
still gehalten werden, bis jene vorüber sind. Fuhrwerken der Feuerwehr
gegenüber, welche auf die Brandstätte eilen, sind auch die vorbezeichneten
Truppenabteilungen, AufZüge usw. in g-leicher Weise Raum zu geben, bezw.
still zu lhalten verpflichtet.

§ 40. Einbiegen, Umwenden.

Das Einbiegen aus einer Stratze in die andere darf nicht in kurzer
Wendung, fondern mutz in weitem Bogen geschehen. Durch das Umwenden
der Fuhrwerke dürfen andere in der Fahrt nicht gehemmt werden.

Schwer beladene Wagen dürfen nicht durch gewaltsames Zurücktreiben
der Pferde zurückgeschoben werden.

Das Einfahren in Stratzenstrecken mit Schienengleisen darf nur im
Schritt erfolgen.

§ 41. Anhalten.

Zum Aweck des Anhaltens fährt das Fuhrwerk hart am Rande des
Gehweges an.

Gegenüber einem schon stehenden Fuhrwerk darf nur angehalten werden,
wenn in der Mitte zwischen beiden für ungehinderte Durchfahrt freier
Raum bleibt.

Auf Stratzenkreuzungen und Stratzenübergängen dürfen weder Fuhr-
werke noch Reiter anhalten.

Will ein vorderes von mehreren Fuhrwerken anhalten, so hat der
Fuhrmann seinem Hintermann durch Emporhalten der Peitsche ein Zeichen
zu geben.

8 42. Stehenlassen von Fuhrwerken.

Das Stehenlassen bespannter Fuhrwerke auf den Stratzen ohne Auf-
sicht ist im Allgemeinen verboten.

Führern von Fuhrwerken mit ruhigen und an das Stillstehen gewohnten
Zugtieren ist jedoch gestattet, behufs Vornahme kurzer, mit der Verwendung
der Fuhrwerke unmittelbar zusammenhängender Verrichtungen ihre Wagen
unter Anwendung genügender Vorsichtsmatzregeln (AblÜsen der Zugstricke,
Anbinden des Leitseils, Anlegen der Bremse usw.) auf der Stratze hart
neben dem Gehweg stehen zu lassen, sofern dadurch Ler Verkehr keine wesent-
liche Störung erleidet.

8 43. Aufstellung der Droschken und Dienstmanns-

k a r r e n.

Die Aufstellung der Droschken erfolgt nach den Bestimmungen der
Droschkenordnung vom 16. Februar 1892.

Den Dienstmännern und Packträgern ist gestattet, ihre Handkarren und
Wagen anf die vom Bezirksamte nach Anhörung des Stadtrats bestimmten
Plätze in einer Anzahl aufzustellen, welche der Zahl der in der Nähe aufge-
stellten Dienstmänner und Gepäckträger entspricht.

Die Wagen sind geordnet und mit möglichster Raumersparnis fo auf-
zustellen, datz der Verkehr dadurch nicht gestört wird. An Sonn- und Feier-
tagen, sowie zur Nachtzeit sind die Wagen und Karren von den öffentlichen
Stratzen und Plätzen zu entfernen.

Die letztere Bestimmung findet auf die Wagen und Karren der am
Bahnhof aufgestellten Dienstmänner und Packträger keine Anwendung.

8 44. Beleuchtung während der Nachtzeit.

Während der Dunkelheit mutz jedes auf öffentlicher Stratze befindliche
Fuhrwerk — einschlietzlich der Handkarren — beleuchtet sein.

Personenfuhrwerke sind mit zwei zu beiden Seiten des Kutschersitzes an-
zubringenden Laternen, Lastfuhrwerke mit einer so anzubringenden Laterne
zu beleuchten, datz deren Licht nach vornen fällt.

Wenn die L<ü>ung eines Fuhrwerks neben oder hinten so weit vorsteht,
datz Gefährdungen eintreten können, so mutz dieser Teil der Ladung durch
eine weitere Laterne besonders beleuchtet werden.
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