Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim sowie dem angrenzenden Teile der Gemeinde Rohrbach für das Jahr 1912 — Heidelberg, 1912

Seite: 520
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Wegcir der Zollbehmrdlung inr letzteren Fall gelten die gleichen Vorschriften, wie für
den Verkehr zwischen badischen Stationen innerhalb des deutschen Reichs nnd den
Stationen Basel Bad. Bahnhof und Schaffhausen Bad. Bahn.

Llußerdemkann Expreßgntuochabgefertigtwerden zwischen den im Kanton Schaff-
hausen gelegenen badischen Stationen und Stationen der schweizerischen Bundes-
bahnen über Schaffhauseu, zwischen Waldshut und den Stationen der schweizerischen
Bahnen über Koblenz, ferrrer zwischen verschiedenen badischen Statiouen und der
Station Nielasingen der schweizerischen Bundesbahnen über Siugen und endlich
zwischen der badischen Station Basel und Stationeu der Zentral- und Westschweiz
(einschl. Luino) über die Vcrbindungsbahn. Das Nähere kann bei den Staiionen er-
sragt werden.

Für diese Versendungsart, die bei einem einfachen Annahme- und Ab-
fertigungsv erfa h ren und bei mäßi gen Taxeu die ra scheste Beförd erung
bietet, gelterr solgende Haiiptbestiininuugen:

1. Die Slufgabe des Expreßgttts hat bei den Gepäckabsertigungsstellen zu ge-
schehen. Die Senduugerr müssen urit deutlicher Adresse versehen sein. Außerdem
muß die vorgeschriebene Eisenbahnpaketadrcsse Vvnr Absender beigegeben werden. Für
Sendungen mit Versicherung des Jnteresses an der LieferungZvird dem Aufgeber
ein Enrpfangschein erteilt. Die Expreßgutfracht, welche für die Strecken der badischen
Bahnen 0,35 Pfg. für 10üZ und l üm, mindcstcus jedoch 25 Pfg. für die L-endung be-
trägt, ist vorauszubezahleu, was durch Barzahlung bei Aufgabe der Sendung oder
durch Aufklebeu von Expreßgutfrcimarken auf die Eiseubahnpaketadresse gescheheu kanrr.

Lwlche Marken sind bei deu Stationcu erhältlich.

2. Die Befördermng fiudet, soweit uicht einzelue Züge ganz ausgeschlosfen
oder uur in beschränkter Weise zugelassen sind, — vergl. dcrs hierwegen auf den
Stationen angeschlagene Plakat — rnit dem nächsten der Personeubeförderung
dieueirden Zuge statt.

3. Die Empfangiiahme kann sofort nach Ankunft des betreffenden
Zuges erfolgeu. Meldet der Enrpfänger sich nicht selbst sofort nach Ankuuft des
Zugcs zur Empfaugnahme des Gutes, uud ist das letztere uicht laut Adresse „Bahnhof-
lagernd" gestellt oder ist nicht Selbstabholuug vorgeschrieben, so werdeu die Seudungen
den Empfängern, je nachdem die Ankunft zur Tageszeit oder zur Nachtzeit erfolgt,
alsbald nach Ankunft des Zuges oder aur andern Morgen gegen Erlegung der
geordusten Zustellungsgebühr zugeführt; diese beträgt für Senduugeu im Gewicht
bis zu 5KZ durchweg 10 Pfg. uud bei schwereren Seuduugen für jede auch nur au-
gesaiigenen 50 llZ 15 Pfg., mindestens aber 20 Pfg. Ueber dic Auslieferuug wird Be-
scheinigung erhobeu. Auf eiuigen wenigeu Stationeu (zu welchen auch Neckarbischoss-
heim Sta'atsbhf., Ettlingen Staatsbhf., Riegel Hauptbhf. und Müllheim Staatsbhf.
gehören) tritt an Stelle der Zusührung durch die Verwaltuug die schriftliche Benach-
richtigung der Empfänger gegen Erheburrg einer Anmeldegebühr von 5 Pf. bezw. 5 cts.
Seudungen nach Neckarbischofsheim, Ettlingcn, Riegel und MüUheiur werderr, wenn
auf der Adresse Neckarbischofsheim Stadt oder Nebenbahn, Ettlingen Holzhof, Riegel
Kaiserstuhlbahn und Müllheim Rathaus als Adreßstation vorgeschrieben ist, nach den
betreffenden Lokalbahnstationen abgefertigt uud von diesen derr Adreffaten zugeführt.
Sendungen nach Bascl und Schaffhausen werden wegerr der dem Empfänger vor der
Empsauguahme obliegenderr Zollbeliandlurrg stets augemeldet; desgleichen auch die
uach ortspolizeilicher Vorschrift der Fleischbeschau unterliegenden Seudungen frischen
Fleisches, soferne der Jrihalt erkemrbar rst.

Durch diese Einrichtung der Expreßgut-Beförderuug ist dem reisenden Publikum
zugleich die Gelegerrheit geboten, für Neisegepäck nach deu bedeutenderen Stationen,
wie Manuheim, Heidelberg, Würzburg, Karlsruhe, Pforzheim, Baden, Freiburg,
Koustanz rr. A., bei der Aufgabe die Bestimmuug Zu treffen, daß die betreffenden
Gegenstände uach der Ankunft auf der Adreßstation ohne weitcres Zutuu des Auf-
gebers iu dessen Wohuuug oder iu den Gasthof, in dem er abzusteigeu gedenkt, ge-
bracht werden.

Stadtannahmeftelle für Expreßgut:

Hauptstraße 114, Eiugaug Sandgasse.

Geschäftsstund eu: an Werktagen: im Sommer: vom 1. Mai bis 30. Septbr.
von 7 Uhr morgens biS 8 Uhr abeuds, im Wiurer: vour l. Oktober bis 30. April von
8 Uhr urorgeus bis 8 Uhr abcnds. An Sonn- und gesetzlichen Feiertagen ist die
Stelle geschlosseu. ^ ^
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