Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim sowie dem angrenzenden Teile der Gemeinde Rohrbach für das Jahr 1912 — Heidelberg, 1912

Seite: 561
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Zur Abfuhr von Abtrittiuhcilt bürfen uur wnsserdichtc Fässer verwendct
wcrdcn, wclchc durch Trichtcröffnungcn, die in der Mitte ihrcr Ticfe rnit wohl
cingcfügtcn Trichterdcckeln vcrschlietzbar find, zu füllcn und durch gut in dic
Fntzböden und die Gurgcln eingcpatzte, durch Schlictzcn befcftigtc Türchen
zu entlcercn sind.

Wedcr Abtritt- noch Dunggrubcuinhalt darf auf die Stratzc geleert -wer-
dcn; auch ist untcrsagt, die zur Abfuhr dienendcn Wagcn, scicn diesel'ben ge-
füllt odcr gclcert, auf öfscntlichen Straßen odcr Plätzen der Stadt und dcren
nächftcn llmgebung längcre Zcit stehcn zu lasscn, als dies zum Zweckc dcr
Grubencntleerung unbcdingt crfordcrlich ist.

Die zur Dungabfuhr dicucnden Fässer und Wagen sind in deutlicher und
hultbarcr Wcisc mit dem Namcn dcs Eigcntümers zu versehen.

8 67. Abf uh r dcs G r ubcn i nha l t s*).

1. Dcr Vcrkehr mit Kloakcn- und Grubeninhalt innerhalb der Stadt, Abdg.u.
die Ncinigung von Kloaken und Abtrittcn und die fogleich vorzunehmende ^us-P
Abfuhr ihrcs Jnhaltes darf, fowcit dieselbe nicht von dcr städtischcn Abfuhr-
austalt zu bcsorgen ist, nicht vor nachts 11 llhr und in den Monaten April

bis Oktober nicht nach- 5 Uhr, in den übrigen Ntonatcn- nicht nach 6 Uhr mor-
gcns bcwirkt werdcn.

2. Für dcn Verkehr mit trockencm Stalldünger und Psuhlwasser inner-
halb der Stadt sind, salls die Üadung aus Mangcl an Hosraum auf üer
Stratze crfotgcn mutz, dic in Ziff. 1 festgesetztcn Zcitbeftimmungen gleichfalls
matzgcbcnd.

3. Dcnjenigcn Grundbcsitzern, welche eincn geschloffcnen Hofraum be-
sitzen, in dcm die Laduug geschehcn kann, ift jedoch gestattet:

u. Währeud dcr Monatc Scptcmbcr bis 1. Juni trockcncn Stalldüngcr
bis 12 Uhr mittags und Pfuhlwasfcr zu jcder Stunde dcs Tagcs,

b. Währcnd der Monate Juni, Juli und August trockenen Stalldüngec
uud Pfuhlwasscr 'bis m-orgcus 8 Uhr zu ladcn und umherzuführen.

Bci bcsondcrcn Wittcruugsverhältnifscn, z. B. bci Glatteis, kann das
Bczirksamt auf Autrag des Stadtrats den hicsigcn Landwirten dcn Vcrkchr
mit trockenem Stalldüngcr und Pfuhlwasser inncrhalb der Stadt an einzclnen
Tagen auch zu andcrn als dcu untcr Ziff. 2 a bcstimmten Zeitcn gcstattcn.

Endlich dürfcu dieselbcn, wcnn die Duugstättcn infolge eines Platzrc-
gcns übcrschwemmt sein solltcn, Pfuhlwasscr zu jcdcr Tagcszeit ohne beson-
derc Erlaubuis ausführen.

4. Zuin Vcrkehr mit Düngcr und Nbtrittinhalt ist, soviel immer rnöglich,
dcr Wcg über dic Haupt-, Leopold- und Bergheimcr Strahe zu vermcidcn
und sollcn dic Zwingcrstratze, Plöck, St. Annagassc odcr dic Stratzcn am
Ncckar eingcschlagcn wcrden.

§ 68. V c r a n t w o r t l i ch k c i t für dic Einhaltung der Vor-
schriftcn übcr die Ausführuug von Dünger.

Für >dic Einhaltu-ug dcr in dcn 88 66 und- 67 gcgcbcnen Vorschriften
über Ausführuug von Düngcr und Grubcninhalt sind ncben dcn Fuhrleuten
auch dic dic Ladung bcwirkcndcn Arbeitcr, sowic die Grubenbcfitzer, Dung-
cmpfängcr und Duughändler verantwortlich.

§ 69. Verbot des Auslausenlasscns oder Ausgietzens von
Jauche, Blut, Farbwafser u. s. w.

Das Auslaufcnlasfcn oder Ausgicßcn von Jauche, Blut, Farbwasser,
sowie andercn ekelcrregcnden oder üble Ausdünftungcn verursachender Flüs-
figkciten in die Stratzen- und Kandelrinncn ist unters-agt.

In Srraßen, wclche mit Kanalisation vcrschcn und in wclchen der An-
schlutz der Gruudstücke bchufs Eutwäsfcruug ftattgefunden hat, darf kcin
Haus- oder Dachwasser in dic Stratzenrinuc eingeleitet odcr cingefchüttet
lvcrdcn.

') Gtlt mn für den Teil der frühoren Gemeinde Handschuhsheim südlich des Kapellenwegs.

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