Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim sowie dem angrenzenden Teile der Gemeinde Rohrbach für das Jahr 1912 — Heidelberg, 1912

Seite: 570
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Er hat seine ganze Ausmerksamkeit aus die Führung des Wagens zu
richten, und dars sich nicht mit den Fahrgästen unterhalten.

Er dars unter keinen Umständen die Bedienung des Fahrschalters, sowie
der sonstigen Fahr- und Bremsapparate dritten Personen überlassen.

Beim Verlassen des Wagens mns; er die Regulier- und Steuerkurbet
an sich nehmen.

8 38. Der Wagenführer hat die sestgesetzten Fahrzeiten und Fahrge-
schwindigkeiten innezühalten.

Jnnerhalb der Altstaüt beträgt die höchstzulässige Fahrgeschwindigkeit
12 Kilometer und außerhalb derselben 20 Kilomcter in der Stunde.

Die Geschwindigkeit ist zu mäßigen:

a) wrnn Menschen, Tiere oder andere Fahrhindernisse auf der Bahn
bemerkt werden oder die Bahn sonst, z. B. durch das Wetter, durch Staub
und dergl. unübersichtlich ist;

b) dor der Einmündung von Seitenstraßen, beim Karlstor, bei in
' cparatur befindlichen lstraßen oder Gleisstrecken, sowie bei der Einfahrt
in Kuroen, Weichen und Kreuzungen.

Z 39. Zwischen zwei hintereinander fahrenden Wagen muß ein Ab-
stand von mindestens 60 Meter eingehalten werden.

§ 40. Der Wagensührer hat zu hülten:

a) an den hierzu vorgeschriebenen Haltestellen, falls das Haltezeichen
ertönt, oder falls an der Haltestelle befindliche Personen die Absicht des Mit»
fahrens kundgeben;

b) wenn Gefahr für den Bahn- oder Straßenverkehr droht;

c) Lei geschlossenen Schranken der Staatsbahn;

ck) vor Ueberkreuzung der Lokalbahnen, sobald das Signal eines sich
nähernden Lokalbahnzuges erfolgt;

e) vor den zur Brandstelle eilenden Abteilungen und Fahrzeugen der
Feuerwehr, beim Begegnen mit Truppen (Z 7), sowie vor öffentlichen Auf-
zügen, soweit solche zugelassen sind.

Falls in der Nähe befindliche Pferde oder andere Tiere sich beim Na-
hen des Straßenbahnwagens unruhig zeigen, hat der Wagenführer langsam
zu sahren und erforderlichcnfalls solange zu halten, bis die Tiere vorüber-
gegangen sind.

§ 41. Die Signale der Alarmglocke hat der Wagenführer zu geben:

a) bei jedem Anfahren;

b) beim Passieren von Straßenkreuzungen und nicht übersicht-
lichen Biegungen;

c) sobald Hindernisse auf der Bahn bemerkt werdcn.

§ 42. Durch d^ie Uckbernahme des 'Betriebs der Straßenbahnlime Hsiidel--
bevg-Wiesloch durch die Hcidelberger Straßen- und Berigbahn-Aktien-Ge'sell-
schaft ist dlieser 'Parajgraph znm TeA ^nicht mehr zntresfend, znm Teil über-
slüssig geworden.

Durch Ortspolizeiliche Vorschrift vom 14. Dezember 1905 wurde er ge-
strichen.

6. Straf- und Schlustbeftimmungen.

8 43. Uebertretungen dieser Vorschriften wcrden, soweit nicht nach
sonstigen aesetzlichen Vorschriften eine hohere Strafe verwirkt ist, nach § 360
Ziff. 10 R.-St.-G.-B., 108 Ziff. 5, 157 P.-St.-G.-B. an Geld bis zu

160 Mark oder zutreffendenfalls mit Haft bestraft.

Fatzrvrdnung für die VergbatznKornmarkt-Molkenkur-Königstuhl.

OrtspolizeiUche Vorschrift vom 8. Februar 1907 mit Ergänzungen vom 3. Sep-
tember 1907 unter Aufhebung der ortspolizeilichen Vorschrift vom 5. Aprit 1890,
den Betrieb der Bergbahn betr., auf Grund des Z 366 Ziff. 10 R.-St.-G.-B,,
Art. 3, IV des bad. Einführungsgesetzes sowie des 8 108 des bad. P.-St.-G.-B.

8 1. Die Leitung des Betriebs der Bergbahncn, sowie die Aufsicht
über die Unterhaltung derselben und deren Betriebsmittel ist einem Vor-
stande zu übertragen, welcher für die Geschäftsführung, insoweit dieselbe der
staatlichen Beaufsichtigung unterliegt, der Aufsichtsbehörde verantwortlich ist.
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