Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim sowie dem angrenzenden Teile der Gemeinde Rohrbach für das Jahr 1912 — Heidelberg, 1912

Seite: 571
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2. Die Bahnen mit ihren sämtlichen Nebenanlagen und Betriebsmilteln
sind fortwährend in oollkommen betriebssicherem Zustande zu erhalten, dergestalt,
daß dieselben ohne Gefahr mit der gestatteten Geschwindigkeit (8 5) befahren
werden können.

Jeder Wagen mnß autzer emer bon Hand zu bedienenden Bremsvor.
richtung init einer bci einein Seilbruche sicher wirkenben selbsttäti-gen Bremse
versehen sein.

Frrner sind die Fenster der Wagen der Bahn Kornmarkt-Atolkenknr auf der
innercn Bahnseite so zu versichern, daß ein Hinansbeugen seitens der Fahrgäste
oder ein Hinausstrccken von Körperteilen ausgeschlossen ist.

Die fünf Stationcn sind durch elektrische Lnutcwerke zu vcrbindcn.

Z 3. Dic Glcisc sind autzcrhn'lb dcr Bahnstationen 0,3 Meter übcr die
Wagenbreite hinaus von allen AnhäufiM'gcn von Erde, Kies und sonftigen
Fahrhindcrnissen frei zu halten.

Die Bahnstrecken und sämtlichc Betricbsmittel sind während der Be-
triebsdaucr täglich niindestens zweimal, darunter einmal vor Bcginn der
Fahrten, durch Bcgehen der Bahnen, sodann durch die Revisionszüge zn revi-
dieren; dabei ist insbesondere auch auf den Zustand der Zahnstange und der
Brcmsen zu achten.

Allen wogen dcr Unter'haltung der Bahnen nnd der Betviebsmittcl (88 2
und 8), sowic wegen der Bahnpolizei in der Folge etwa ergehenden weiteren
Anordnungen der Aufsichtsbehörde hat die Betriebsunternehmerin Folge zu
leisten.

Zu den von der Aussichtsbehörde für notwendig erachteten, auf Kosten
der Bctriebsunternehmerin vorzunehmenden technischen Revisionen hat die
letztere das ctwa erforderliche Hilfspersonal zu stelleu.

8 4. Jedem Zuge ift das zur Führuug und Bcdienung ersorderliche
Persanal beizugeben. Dasselbe mutz zur Besorgung der ihm übertragenen
Verrichtungen befähigt und zuverlässig sein; die Nachweise hierüber sind auf Ver-
langen dem Bezirlsamte einzureichen.

Die Betriebsoronung sowie die Dienstweisungen s-ür die Bediensteten
bedürsen der polizeilichen Bestätigung.

Bedienstete, welche sich Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen
der Betriebsordnung oder ihrer Diensiweisung bezw. sonstige Nachlässigkeiten
im Dienste zu Schnlden konrinen lasscn, sind — unbeschadet ihrer Vestrafung
auf Grund diescr Vorschrift — auf Verlangen der Aufsichtsbehörde zu ent.
lassen; das letztere gilt auch vou solchen Bediensteten, welche sich zur weiteren
Besargnng des Dienstes in der Folge als unbefähigt erweisen.

§ 5. Die Fahrgeschwindigkeit darf 2 Meter in der Sekimdc nicht übersteigen.

Bei Fahrten während dcr Dunt'eiheit mutz das Bahngleis vermittelst
einer an den Wagen nach vorn anzubringenden Laterne derart erhellt
werden, datz das G'leis aüf mindestens doppelte Bremslänge übersehen wer-
den kann. Autzerdem sind die Wagen im Jnnern, sowie Lie Warteräume
nnd Stationszuaängc zu bclcnchtcn.

8 6. Die Züge dürfen nur aus einem anf- und abwärtsfahreriden Wagen
bestebeii. Die höchste Zahl der iii einem auf- und abwärtssahrenden Wagen zu-
zulasseiiden Personeii beträgt 50.

Bei Beförderung von Gepäck ist die festgesetzte Personeiizahl dem Gewicht
des Gepäcks entsprecheud zu vermindern.

8 6a. Während eines Gewitters im Bereich der Bergbahu ist der Betrieb
einzüstellen.

8 7. Das Betrcten des Bahnkörpers ist nur den Bahnbediensteten und
dcm Aussichtspersonal gestattet.

Das Einsteigcn in eincn bcreits in Gang gesetzten Zug, der Versuch, so-
wie die Hilfeleistung dazu ist verboten, desgleichen das Aussteigen, so lange
der Zug sich noch in Bewegnng befindet.

Ebensv ist es untersagt, auf der Plattform des Wagens fich über sie hinauszu-
beugeu, eiiizelneKörperteilehiuaiiszustrecken oderdiestromführeiidciiTeileziibernhreu.
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