Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim sowie dem angrenzenden Teile der Gemeinde Rohrbach für das Jahr 1912 — Heidelberg, 1912

Seite: 613
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'Austcr an dcn ortspalizcilich bcstiimntcn Tagcn findcn dic Vorschriftcn
des § 139 c der Gewcrlxiordnung fcrner keine Anwendung (8 139 <1 Ziff.

1 und 2)

1. auf Arbcitcn, die zur Vcrhütuug dcs Vcrderücns von Waren unvcr-
züglich vorgcnommcn wcrdcn müsscn;

2. für dic Aufnahmc dcr gcsctzlich vorgeschriebeuen Jndcntur, sowie bei
Ncueinrichtung und Umzügen.

Jnr übrigcn ist dcn Gchilfcn, Lchrlingcn und Arbcitcrn nach Bccndigung
der täglichen Arbcitszcit cine ununterbrochcne Nuhczcit zu gcwährcn,
welche in hiesiger Stcidt in Vcrkaufsstellen, in dcnen zwci oder mchrcre Ge-
hilfcn und Lehrlinge bcschäftigt wcrdcn, für dicse mindcstcns 11 St u n -
den, sonst abcr mindcstcns 10 Stundcn bctragcn mutz. Zcrner musz
innerhalb der Arbcitszcit dcn Gehilfcn, Lchrlingcn und Arbcitcrn cinc an-
gemcfscnc Vr i t t a g s p a u f c gewährt wcrdcu: für Gchilfcn, Lchrlingc und
Arbcitcr, dic ihrc Hauptmahlzcit autzcrhalb dcs dic Bcrlaufsstcllc cnthal-
tendcn Gcbäudcs cinnchincu, musz dicse Pausc m indcstcns ci n u n d
eine halbc Stundc bctragcn.

III. Während dcr Zcit, in der nach dcn VcstilttMtln.qen dcs Achtnhrladen-
schlnffes nlld der Lcstililrnung »iltcr Ziff. 1 dicscr Allvrdlllrnq dic Vcrkauföstcllcn ge-
schlosserl scin mi'tffcn (I), ist dns Fcilbietcn bvn Wareil aus öffentlichen ÄLegen, Stra-
tzcn, Plancn oser an andercn vffcntlichcn Srtcn oder vhne vvrherlgc Bc-
stellung von Haus zu Haus im stchrndcn Gctvcrbcbctricb (8 42, Abs. 1, Gcw.-
Ordn.), süwie im Gcivcrbclxüricb im Uniherzichcn (8 üd, Abs. 1, Zisf. 1 dcr
Gcwcrbc-Ordnnng) verboten.

Von vorstchcndcm Vcrbot dcs Zeilbictcns von Warcn anf öffcntlichcn
Wegen u. s w. nach 8 Uhr abcnds sind znfolgc beürksamtlichcr Versügnng
vom l4. Novembcr 1900, den Vollzug der Oiewcrbeordnung beir., orispüizeilich
solgcnde Ausiiahmcn zugelassen:

1. Tas Zcilbicl.cn von Druelschriflcn (Zcitungcn, Schriftcn dcr Hcils-

armccl.

2. Das Zcilbictcn von Baek- und Konditorciwarcn, Südfrüchtcn, Ka-
stanicn, Blnmen, Strcichhölzcrn, Ansichtspostkarten, geringwertigen Ga-
lanteriewarci', >oweit das Feilbieten schon hisher während 'der ge-
bachtcn Zcit üblieh war.

Das unter Ziffer 1 und 2 bezeichnelc Feilbieten darf nnr bis >2 Uhr nachts
stattfinden.

IV. ES ivird ansdrüekiich darauf ausincrlsam gcmacht, dast durch die
untcr Ziff. I, 1> nnd 111 nufgcführtcn Vcstimmliilgcrl dic Borschriftcn über
Toillltngsrnbc nicht bcrührt werden.

Znwidcrhanblnngcu gcgcn 8 U30 c dce Gcwcrbcordnnng (sichc obcn
Ziff. Il) wcrdcn anf Grnnd 8 1>6, Ziff. 2 (6cw.-Ordn. mit Gcldstrafc bis zu
2000 Mark und iin Unvcrmögcnsfallc mit (OcfängniS bis zu 6 Mouatcn, Zn-
wilX'rhandlungcn gcgcn 8 139 c (ücw.-Ordn. (s. Ziff. 1 nnd 111) wcrdcn mit
Gcldstrafc bis zu 000 Mark, ini Unvcrmögcnsfalle mit Haft bcstrast.

Sonntägliche Mittagspausen in offcncn Dcrkaufsstcllen betreffend. Bektmg.

Zn der Stadt Heidelberg ist die Bcschäfngung der .Handelsangestellten in Amtsv'
offencn Verkaussstcllcn auf die Zeit von 8 bis 9 Uhr morgens nnd 11 bis 3 Uhr iL.xn.s
millagS festgelcgl. Nn einigen Sonntagen nnt verstärkrem Berricb wird die
Arbeitszeit noch erheblich länger, bis 7 oder 9 Uhr abends ansgcdehnt. Mit Aus-
nahme eines GcschästS, das an Sonntaaen den Ladcn nur von 11 bis 1 Uhr
osfen hält, wurde in den sämtlichen von der Großb. Fabrikinspekrion bcsichtigten
Gcschäftcn dic Arbeitszeit von II lns 3 Uhr voll in Anspruch genommen. Während
diescr Zcit wird von einzclnen Geschäsien den Angcftellten überhaupt keine, von
dcn anderen Firmcn eine einftündige Mittagspause gcwährt. Auch an den Sonn-
lagen mit vcrstärktem Betricb wird dicse Pausc nicht verlängert.

Nach 8 139 >' Abs. 3 Oiew.-Ordg. ist dcn Angcstellren im HandelSgewerbe
eine anderthalbstündige Lllirtagspause zu gewähren. An diese Forderung ist nach
üandmann, Koinmentar zur Gewerbeordnnng H S. 390, sowie nach dem ein-
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