Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim sowie dem angrenzenden Teile der Gemeinde Rohrbach für das Jahr 1912 — Heidelberg, 1912

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0. Nechtsverhältnisse der Dienftbate«.

Gesetz vom 8. Fcbruar 1868 in der durch die Gesetze vom 3. März 1879 und
20. August 1898 bewirkteu Fassung nebst Vollzugsverordnung.

Jst in Sonderausgabe vorhanden (mit Erläuterungen und Sachregister
von Gr. Polizeikommissär Mitsch in Heidelberg).

v. Gewerbegericht Heidelberg.

Ortsstatut vom 29. Dezem'ber 1902 (z. Z. in Umarbeitung).

L. Kaufmannsgericht Heidelberg.

Ortsstatut vom 25. November 1904 (z. Z. in Umarbeitung).

I'. Krankenversicherung der Arbeiter nnd Dienftboten.

Ncichsgesetz voiu 15. Juni 1883 in der Fussung vom 10. April 1892.

1. Umfaug der K r <r n ke n v e r s i ch e r u n g s p f l i ch t.

Die Kranikenversicherungspflicht tritt hierorts kraft reichs- und landes-
gesetzlicher sowie ortsstatutarischer Vorschrift ein:

1. Für alle in Fabriken n., im Handelsgewcrbe, im Handwerk und in
sonstigen stehenden Gcwcrbebctricben, bei Bauten, aus Werften, in Brüchen
und Gruben, sowie in solchen Bctricben beschästigten Personen, in dencn
Dampftessel oder durch elemeutare Kraft bewegte Trieblverke zur An-
wendung koinmen.

2. Für die Geschästsbetriebe der Anwälte, Notare, Gerichtsvollzieher?c.

3. Für in den Bctricbcn der Post-, Telegraphcn- und Eisenbahnvcrwal-
tungcn cc., bcim gcwcrbsmäszigen Fuhrwcrks-, Schiffahrts-, Flötzerei- und
Fährbctrieb, dem gcwerbsmätzigen Spcditionsbetrieb zc., sowie:

4. Für die in der Laud- uud Forstwirtschaft und deren Nebenbetrielien
beschäftigtcu Pcrsoueu (ciiischlicsilich dcr iu solcheu Betricl>cli bcschäftigtcn
Dienstboten).

5. Für die h ä nsliche n Dienstbotcn.

Eine Ausnahme von dcr V c r s i ch e r u n g s p f l i ch t greift
Platz u. a.:

Für Personen, dercn Bcschäftigung dnrch die Natur ihres Gcgcn-
staudcs oder durch Arücitsvcrtrag im vorans auf cincn Zeitraum
von wcuiger als ciue Wocbc lxischräukt ist.

Für Betricbsbcamtc uud Angcstcllte, deren Gchalt w. Mk. ftir
den Arbeitstag übcrsteigt.

Ferner lönnen a u f A n t r a g befreit werdcn:

Personcn, welche nur teilwcise odcr zcitwcise erwcrbssähig sind uud
Pcrsoncu, wclchcn gcgcn ihrcn Ärbcitgcbcr für deu Fall der Erkran-
iung ein Nccbtsanspruch aus ciue den Bestimmungen des ^ 6 cnt-
sprcckcnde odcr glcichwcrtige llntcrstützung zustcht.

2. Organisatian dcr K r a n k e u v c r s i ch c r u n g.

Tic mit der Einsührnng dcs Kranlcnvcrsichcrungsgesctzcs vom 15. Juni
1883 ins Leben getretcnen drei Ortskrankenkassen habcn sich mit 1. Januar
1889 zu einer gemcinsamen Kasse vereinigt unter dem Namen:

Ortskrankcnknssc Hcidclberg.

Untcr dicsclbe fallcn sämtliche untcr 1—4 oben ausgesührten Personenklasscn,
falls sie in hicsiger Siadt beschäftigr sind, und nicht ciner Fa b rikkrankenkasse,
ciner Inmiiigskrankcnkasse oder eincr den Anfordcrungen des 75 dcs Kranken-
versichernngsgcsctzcs entsprcchenden ein ges ch riebenen oder frcieii Hilfs-
kasse als Nlüglied angchören.

Tie gegen Gehalt oder Lohn (wozu auch Naruralbezüge gehören)
beschäftigten

häuslichcn Dienftboten

wcrdcn vcrsichcrt durch dic

Gcmcindckrankenvcrsicheruttg.

Die Ortsiranlcnlassc gcivährt als Untcrsi iiizimg:

1. Für die Dancr von neun Monaten: Frcie ärztliche Behandlnng, freic Arznei
nnd bei Erwcrbsunsälüglcit Krankcngcld, das für dic ersten 6 Monate voll,
für den Reü zur .Hälfte gemhlt wird,

2. Wöchnerinnennmerstiitzung für die Dauer von 6 Wochen,
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