Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim sowie dem angrenzenden Teile der Gemeinde Rohrbach für das Jahr 1912 — Heidelberg, 1912

Seite: 632
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Lohnzahlungsperiode unterblieben, sa dürsen sie nur noch bei der Lohnzahlung
für die nächstfolgende Lohnznhluugsperiode nnchgeholt wcrden.

Z 54 3. Jnr Fallc der Erwerbsunfähigkeit werden für die Dauer der
Kran-kenunterstützuug Beiträge nicht entrichtet. Die Mitgliedschaft dauert
während dcs Bezuges von Krankenunterstützung sort.

Z 55. Der Anspruch auf Eintrittsgelder und Beiträge verjährt in einem
Jahre nach Ablauf des Kalenderjahres, in wclchem er entstanden ist.

Z 56. Die Untcrstützungsansprüche auf Grund dieses Gesetzes verjähren
in ztvci Jahren vom Tage ihrer Entstehung an.

Nach § 80 des -Gesehes ist den Arbeit-gcbern untersagt, die Anwendung
Ler Bestimmungen des Krantcnversicherungsgesetzes zum Nachteil der Ver--
sicherten durch Verträge (Reglcments oder lxisondere Uebereinkunft) auszu-
schlietzen und zu beschränlen.

Arbeitgeber, welche den von ihnen beschäftigten, dem Krankenversiche-
rungszwang untcrliegenden Personen bei der Lohnzahlung vorsätzlich höhere
als die nach tz 53 zulässigen Beträge in Anrechnung bringen oder dem Ver-
bote des 80 zuwiderhandeln, werden, sofern nicht nach andern Gesetzen eine
härtcre Strafe eintritt, mit Geldstrafc bis zu 300 Markbestraft.

4. A u f s i ch t s b e h ö r d e n.

I) Die Aufsicht übcr die OrtSkrankenkasse steht dem Bürgermeisteramt zu,

b) die über die G e m c i n d e k r a n t e n v e r s i ch e r u n g dem Grohh.
Bezirksamt. Deren Verwaltung liesorgt die Gemeindc (Stadtrat, Gemeindc-
krankenversicherungskasse).

5. V e r w a l t u n g d e r O r t s k r a n k c n k a s s e.

Dienstraum: Bienenstratze 8 z-u ebener Erde kinks.

Gesch äs t sst n nd e n: vormittags 9—1 und nachmittags 3—5 Uhr.

Vorstand der Kasse: I. Vorsitzender: Karl Schneider; ll. Vorsitzender:
Heinrich Dörr.

Außerdem dic Herrcn: Franz A. Hirt, Max Marx, Georg Daub, August Prager,
Georg Walter, Kärl Rausch, Phil. Gicsübcl, Hciurich Gilgcr uud Frl. Marie Well-
hausen.

Als Kassenärzte sind tätig sür die Städt Hcidelberg nrit
Schlierbach, Neuenhei-m und Handschuhsheim: Die Vorstänide und Assistcnten
der akadem-ischen Krankcnanstalten, insbesonvere der Grotzh. Pol-iklinik (ein
Direktor, ein Oberarzt und sechs Assistenten).

Spre ch st u n d e u im akad e m. Krauke n h aus: vormiktags
9—-lOlb Uhr, an Sonn- -und Feiertagen von 9-—10 Uhr. Nutzcrdem:
Hauptstraße Nr. 193 nachmittags rwn H-.-3—'4>4 Uhr, Sonn- und FciertagS
ausgenommen; im Stadtteil Handschuhsheim Mittelstr. Nr. 3 nachmittags
von '/.B—'/s4 Uhr, Soun- und Feicrtags ausgcnommen.

Nechner: Karl Jost.

Kassier: Nudolf Kehr.

K a s s e u d i e n e r und Hau Z m eister: Wilhelm Werner.

K r a n k e n k o n- t r o l l e u r: Karl Paule.

6l. Jnvaliden- und AlterSversicherung.

Reichsgesetz vom 13. Juli 1899.

I. Nach Matzgabe dicses (ste s e tze s sind verpslichtct,

vom vollendcten 16. Lcbcnsiahre ab:

1. Pcrsonen, welche als N rbeiier , Gebilfen, Gesellen, Lehrlinge oder
Dienstbatcn gegen Lohn oder Gehalt beschäftigt werden.

2. Betrieb s b e a m t e , Werlineister nnd Techniker, H andl u n g s-
gehilfen uud -Lehrlinge (ausscblietzlich der in Apolheken beschästigten
Gehilfen und Lehrlinge), sonstige Angestellte, -deren dienstliM' Beschäfligung
ihreu Hauptberuf bildet, sowie Lehrer und Erzieher, sämtlich sosern sie Lohu
oder Gchalt beziehen, ihr regelmätziger Fahresarbeitsverdienst aber 2000 Ml.
nicht übersteigt.

(Der Versicheruugszwang kann durch Vorswrist des Bundesrates für
bestimmte Berusszweige auch ausgedehnt werden auf Betricbsunternehmer,
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