Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim sowie dem angrenzenden Teile der Gemeinde Rohrbach für das Jahr 1912 — Heidelberg, 1912

Seite: 633
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wclche nicht regelmäßig cincn Lohnarbcitcr beschästigcm (K le i n m c i st c r),
unb <nlf dic sogcn. H a u s gc w e r b c t r c i bc n dc n. So lange cin solchcr
Bcsck.utz dcs Bundcsrates nicht crgangcn, könncn sich diese Mitglicder f r e i --
willig txnsichcrn; cbenso dic in is 14 Gcnanntcn.)

Dic Form, iir wclchcr dcr Lohn ausbezahlt wird (Zeitlohn, Stücklohn,
Tantic.mc, Gcbnhr, Trintgcld), ist glcichgültig, nur gilt die blohe Gcwährung
von freiem Untcrhalt nicht als Lohn im Sinne diescs Gesctzes. (An-
Lcrs im Kranken vcrsichcrungsgesctz.) Die Beschäftigung braucht
keiue längcr andaucrnde zu scin, cs genügt z. B. Arbcit eincr Kundennähcrin,
Waschfrau. Pcrsoncn, wcichc bci wcchfelnden Arbeitgcbcrn bcschäftigt sind,
sind jcdoch dann nicht vcrsichcrungspflichtig, wcnn sie als s c l b st ä n d i g,
L. h. als gcwerblichc Unternchmer anzusehen sind (z. B. Friscuscn, Dienst-
männer, Lohndiencr). Das Gesetz crstreckt sich auch aus Ausländer, die
in Dcutschland arbcitcn. Vcrsiä)crungspflichtig als Gchilfen sind insbe-
sondcre auck die sogcn. Prwatbcamtcn, Bureaubcamte dcr Nechtsanwälte,
Aotarc, dcr Korporationcn, Vereine rc.

Bcfreit bon dcr Versicherungspflicht sind (^ ü Abs. 1 des Gesctzcs):

B c a m t c dcs Neiches, der Bundcsstaa'tcn und Komrnunalibcamte,
die mit Pcnsionsbcrcchtigung angcstcllt sind.

Auf ihrcn Antrag könncn bcfrcit werdcn Pcrsonen, welche vom
Ncich, Staat Pcusioncu, Wartegclder oder cinc kleine Unfallrcntc bc-
zichen.

Ausgcfchlosscn bon dcm Eintritt in das Versichcrungsvcrhältnis
sind solchc Pcrsoncn, wclchc nickt cinmal cin Drittel dcs gcwöhnlichen
Tägclohns vcrdicncn könncn. (^ 5 d. G.)

II. Gcgenstand L e r V e r s i cke r u n g i st:

Eine I n v a l i d c n r c n t c im Fallc ciner daucrndcn oder länger als
ein halbcS Fahr anbaltendcn E r w c r b s u n s ä h i g k c i t (d. h. wenn dcr
Versiäx'rtc nicht mchr ein Drittcl dcs gcwöhnlichcn Taaclohns vcrdienen
kann);

cinc AItcrsrentc, ivenn dcr Vcrsichcrte 70 Jahre alt gewordcn ist,
ohne crwerbsnnfähig zu sein. (Dicsclbc erscheint als Zulagc zu dcm fonst
noch zn crivcrlicndcn Einlommcn.)

III. Vora u s s ctzung dcs A nspruches auf die Rente i st:

Dic Zahlung von Bcit r ä g c n währcnd cincr gcwisscn Wartezeit.

Lctztcrc bci dcr Invalidcnrcntc 200 Wochcn, bci der 'AItcrsrcntc 1200 Wochen.
(Unverschuldete Krankheiten iverden mik ingerechiiet, wenn sic gehörig be »
s ch e inigt find, ebenso militärifche Tiensikeiftnng.)

Die Beikräge für die hicsige Stadt bekragen für

männlick)e Personen wöchentlich 24 Pfg. (III. Klasse)
weiblickie Personen wöchcntlich 20 Pfg. (II. Klasse).

Dcrcn Enrricktung crfolgt durch Einklcbcn vou B c i t r a g s m a r k e n
in A'sondcrc (vom B ü r g c r m c i st c r a m t c anszuftcllcndc) Quit-
tungsk a r t c n.

Das Eüülcbcii bcsorgt mit wcnigcn AuSnabmcn dic Gcmcinde»
kranic n v c r s i ch c r n n g s k a s f c (Dicnstbotcnkrantcnkassc) und die
OrtL t r a n k c n k a s f c. Dicfc crhebcn die Bciträge für die JnvaliditätS»
versicl-crmlg gcincinschaftlich nnt dcn Krankcnversichcrungsbeiträgcn. Die
Arbcitgcbcr iiiüsscii dic Bciträge ganz vorschietzen. könncn jedoch die Hälste
wieder den Versickcrtcn in Anrcchnung bringcn. Bci wcchsclnden Arbeitge-
bcrn hat dcrjcnigc, wctckicr den Ncrsickcrtcii zucrst in dcr Woche 'bcschästigt,
den Bcürag zn cntrichtcn, und da bci dcrartigcu Vcrsichcrtcn gcwohnlich dcr
Einzug dcr Bciträgc nicht durch dic Krankcukassc bcsorgt wird, auch das
Einklcbcn dcr Wockxmmartc zu übcrnchmcn. Pcrsoncn, wctcke sich srci-
wil! ig vcriickcrn wollcii, wcrdcn auf dic LZj 14, 29 und 145 des Gcjctzcs
hingcwicscn.

Dic L nitt u ngslartc ist nnr zum Einklcbcn dcr Marken bestimmt.
Bcsondere Vcrmcrle auf dcrselben sind bei Strase verboten. Ausgesülltc
Kartcu lvcrdcn vom B n r g c r m c i st c r a m t durck ncuc crsctzt, ebcnso ver-
loren gcgangene. Um Verluste zn vermeiden, werden die Quitiungskartcn
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