Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim sowie dem angrenzenden Teile der Gemeinde Rohrbach für das Jahr 1912 — Heidelberg, 1912

Seite: 634
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am bestcn Ler gemcinsamcn Mcbdestelle zur Auf>bewahrung sofort mit ber
Anmelbung übergeben.

Die Jnvalidenrente beträgt nach ciner Wartezeit von 200 Wochen
in der

II. Klaffe: 132 Mark und steigt sür jede weitere Veitragswoche um 6 Psg.

III. Klaffe: 146 Mark un-d steigt sür sede weitere Beitragswoche um 8 Psg.

IV. Klasse: 160 Mark und steigt sür jede weitcre Beitragswoche um 10 Pfg.

V. Klasse: 174 Mark und steigt für jede weitere Beitragswoche um 12 Pfg.

Die AItersrente in der II. Klasse: 140 Mk.

Die Altersrente in der III. Klasse: 170 Mk.

Die Altersrente in der IV. Klasse: 200 Mk.

Die Altersrente in dcr V. Klaffe: 230 Mk.

Durch Vereinbarung zwischen Arbeitgebcr und Arbeitnehmer kann d-ie
Versicherung in einer chöhercn Klasse erfolgen, als gesctzlich vorgeschrieben ist.
Die höchste Klasse ist die V. Klasse mit Wochcnbeitrag von 36 Psg.

IV. G e l t e n d m a ch u n g des R c n t e n a n s p r u ch e s.

Pcrsonen, welche einen Rentenanspruch geltend machen woüen, haben sich

an das Großh. Bezirksamt zu wenden.

Ueber den Anspruch entscheidet der Vorstand der Versiche -
rungsanstalt (Landesversicherungsanstalt Baden in Karlsruhe). Ge-
gen cinen ungünstigen Bescheid sindet die Berufung an das Schiedsge-
r icht der Anstalt und eventuell die Nevision an das R e i ch s v e r s i che -
rungsan: t (in Berlin) statt.

V. E r l ö s ch e n de s 'A n s p r u ch e s a n die Vcrsicherung tritt
ein, wenn der Rentenempfänger nicht mehr erwcrbsunfähig ist. Die Anwart-
schast aus dcm Versicherungsvcrhältnis erlischt, wenn innerhalb zweier
Iahre vom Dagc der Ausstellung der Quittungst'arte an nicht 20 Marken be-
klebt sind und die Quittungskarte nicht vor dieser Zeit zum Umtausche ge-
langte. Die Anwartschaft kann unter Umständen wieder auflebcn.

VI. Eine Nückveraütung der gezahlten Bciträge grcift
Platz:

a) gegenüber weiblichen Personen, die, ohne in den Bezug einer
Nente gelangt zu sein, eine Ehe eiugehen, nachdem sür sie mindestens 200
Wockjen-Beiträgc gezahlt sind (8 42 des Gesetzes).

d) gegenübcr ciner hintcrlasseneu Witwe oder hinterlassenen Kindern
unter 15 Iahren, wenn der Verstorbene selbst keine Nente erhalten hatte, nnd
für ihn während mindestens 200 Wochen Beiträge liezahlt worden waren
(F 44 des Gesetzes).

Die Erstatlungsansprüche sind bei Vermeidnng des Ansschlnsses bei a
innerhalb cines Jahres bon der Verl^eiratung ab, bei d innerl)alb eincs Jah-
res vonl Todestagc des Versicherten an, gcltend zu machen.

Stadtilchr Handrlsfchulr.

(K a u f m ä n n i s ch e F o r t b i l d u n g s s ch u l e.)

Ortsstatut vom 22. Januar 1900. (Zustilnulun-g des Bürgerausschuffes vom
6. Dezembcr 1899 uud Genehmiguug ücs Großh. Ministeriums des Jnucrn

vom 8. Januar 1900 Nr. 116.)

Im Hinblick auf 88 l20 ulld 142 der Gewerbeordnung, 88 138 und 161 d
der Badischen Vollzugsvcrordnung zur Gcwerbeordnung und das Landesge-
setz vom 15. Angust 1898, deil Besuch des gewcrblichen und kaufmännischen
Fortbildnngsunterrichts betr., wird festgesetzt:

8 1. Alle in hiesiger Stadt im Handelsgewerbe beschästigten Gehilscn
und Lehrlinge sind, solange sie nicht das 18. Lebensjahr znrückgelegt haben.
verpflichtet, die von der Stadtgeineinde errichtele lansmännische Fort'bil-
Lungsschule zu 'bcsuchcn, bis sie deren drei Jahreskurse ordnungsmützig Lurch-
laufen und cin Abgangszcugnis erhalten hwben.

Wcisen junge Kaufleute den Befitz der Kenntnissc nach, welckie in Lcr
kaufmännischen Fortbildnngescknlle erworben werden, so können sie vou dem
Besuche dieser ^chule oder der uuteren Iahreslnrse. derselben oder einzelner
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