Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim sowie dem angrenzenden Teile der Gemeinde Rohrbach für das Jahr 1912 — Heidelberg, 1912

Seite: 636
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datz 'dicjenigen Mädchcn, wclchc eincn cin-jähri-gcn Lc!hr>gnng nrit 18 wöchcnt-
ltchen Untcrrichrs>stnn!dcn an dcr kanifnninnischcn Fortbildnn-g-Aschulc dcs
Vereins Frauendildnng-Kranerlstndi-um mi-t Erfolg znrückgelegt ha'ben, von
her Verpflicht'ung zum Besnche der städtischcn Han-de>lsschnlc befrci-t fein
sollen, und dast -bci den Mäd-chen an -Stclle des Steno-graphie-Unterricht-s
nach Wahl die Unterweifnng inr 'Mas-chi-nen-schrciben tritt.

Westimmungen über drn Wohnungswechsel.

I. Nach dem Bnrgcrlichen Gesetzbnch sind, wcnn das Miet-Verhältnis anf
unbestinnnte Zeit einge-gangen ist, g e s c tz l i ch e K ü n d i g u n g s t e r m i n e
(Ziclc) der 31. März , der 30. Iuni, der 30. Septe m der , ücr 31.
D e z e m v e r.

Die Näuinung der Wohnung hat unmittelbar nach Ablauf dieser Tage,
also mit Beginn des 1. April, 1. Juli, 1. Oktober oder des 2. Januar zu cr-
folgen. Fällt eines der drei erstgcnannten Ziele auf eiucn Souu- oder gcsetz-
licheu Feiertag, so ist die Räumuug am darauf solgendeu Werkta-g zu voll-
zicheu.

Die Küudiguug aus die gesetzlicheu Ziele must spätcstens am dritten
Werktage dcs betresfeudeu 5(aleudervierteljahres erfolgeu.

Soll der Wohuuugswechsel auf deu 2. F-auuar ausgeschlossen seiu, so mutz
dies künftighiu ausdrücklich beduugcu werdeu.

Die gesetzlicheu Küudiguu-gstage gelten auch dauu, wcnn das Mietver-
hältnis im Lause eiues Kaleuderviertcljahres eingegaugen wurde, es sei deuu,
daß die Parteieu einc anderweite Vereiubarung getrosseu habeu.

II. Jst bei eiuer auf uubestimmte Zeit vermieteteu Wohuuug mouat-
liche Zahluu-g des Mietziuses dcrciubart, so ist dic Küudiguug uur aus dcu
Schluß ciues K « lcndcrmouats zulässig. Sie l)at spätestcus am 15.
des Monats zu ersolgeu.

Jst der Mietzius uach Wocheu beiuesseu, so ist die Kündiguug uur süc
deu Schluß einer Kaleuderwochc zulässig. Sie hat spätestens aiu erstcu Wert-
tage der Woche zu ersolgeu.

Jst der Mietzius uach Tageu bemesseu, so ist die Küudiguug an jedcm
Tage für den folgeudeu Tag zulässig.

III. Wurde das Mietvcrhältuis für eiue bestimmte Zahl vou Mouateu,
Woch<'u oder Tageu eiugegaugeu, so eudigt dasselbe, ohue daß eiue besoudere
Küudigung nöng siele, mit dem Nblauf des verciubarten Zeitraums. Hier-
her gehöreu. auch die an Ttudicreudc der hicsigeu Hochschule aus Semester
veriuicteten Wohnuu-geu. Der Ausaug uud das Eude des Scmcsters wird
jeweils durch das atadeiu. Direklorium bestimmt. Wird eiue Wohnung auf
mehrere Semester gemietet, so uiufaßt das Micivcrhältuis im Zweiselfalle
auch die zwischeu deu eiuzelucu Scmcsteru liegeude Fcrieuzcit.

I V. Auf Mietvcrhältnisse, ivelche vor dem Jukrasttreteu des Bürgerlichcu
Gcsetzbuchs, ü. h. vor dem 1. Jauuar 1900, eiugcgangcu wurdcu, sinveu oie
ucucu Vorschrifteu erst dauu Äu-iveuduug, wcnu uach dem Fukrasttreten des
Bürgerlick)cu Gesctzbuches der Zeitpuult ix'raugekomiueu ist, auf ivelcheu uach
dcm bishcrigcu Nechte erstmals getüudigt werdcu kouutc.

Die Veranlagnng zu den direkten Steuern.

DaS Stcuerab- uud -Zuschrcibcn fiudct jährlich in dcr Negel im Nchuat Mai
statt. Der Termin wird jewcils in deu Lokalblätteru bekauul gemacht. Bis zum
Ablauf dcr für das Ab- uub -Zusckreibeu bestimmteu Frist sind die in
den cinzeluen Steuergesetzcn vorgeschriebeueu Steucrcrklärungeu und Auzcigcn
sowic die Gesuche um Steuerbefreiung, Steuerminderuug, und Slcucrrückersatz
bei dem Großh. Steuerko mmiss ä r für deu Bezirk Hei de lb erg abzu-
gcbeu, wo auch dic Steuercrkläruugsformulaie nebst Aulciruug zur AufsteUung
derselben erhältlich sind.

Der Srcuerkommissär ist jedoch bereäüigt, auch außerhalb des Ab- und
Zuschreibcternüus die Beranlagung vou Personcn, welchc uach dcn betreffenden
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