Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim sowie dem angrenzenden Teile der Gemeinde Rohrbach für das Jahr 1914 — Heidelberg, 1914

Seite: 567
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SchutzmaHregeln gegen die Hundswut.

Bad. Vollzugsverordmmg zum Reichs-Viehseuchengesetz oom 29. April 1912

(Ges. u. V.O.Bl. S. 139).

9. Hundehalsbäuder (Z l7 Nr. 8 des Ges. vom 26. Juni 1909 sR.G.Bl. S. 519(j).

(Zu tz 34 der Ausführungsvorschriften)

Z 21. Frei mnhcrlausende Hunde müssen mit Halsbändern versehen sein, die
Ramen und Wohnung des Besitzers ersehen lassen.

Auf Ansuchen kann das Bezirksamt ein sonstiges, die Zugehörigkeit des
.Hundes sicherstellendes Kennzeichen zulassen.

Hunde, welche nicht das vorgeschriebene Halsband oder Kennzeichen tragen,
werden — vorbehaltlich der Bestrafung der Besitzer— eingefangen und, wenn sie bis
zum Ablanfe bcs zwciten solgenden Tages nicht von Lem Besitzer unler
Vorzeigen der OuittuNlg über bie an die Gemeindekasse geleistete Zahlung
einer Gebühr von 2 Mark abgeholt werden, getötet.

Die Auslöfungsgebühren sind zur Deckung der Kosten für die Aus.
bewahrung und Verpflegung ider gefangenen Hunde und zu Belohnungen für
das mit dem Vollzug der Verordnung betraute Aufsichts-Perfonal, welches
fiir das Einfangen sedes Hundcs 50 Pfennig crhält, zu verwenden.

Bir Nufstchk auf HunÄe.

Ortspolizeiliche Vorschrift vom 2. Januar 1908 mit Abänderung vom 18. März 1909
auf Grund der W 58 Ziff. 1, 103 P.-St.-G.-B.

ß 1. Alle größeren Hunde — insbesondere Metzgershunde, Bernhardiner,
Neufundländer, Leonberger, Doggen (deutsche, Ulmer, dänische), Bulldoggen und
Boxer, russische Windhunde, — müssen außer dem Hause mit einem das Beißen
wirksam verhinderndeu, wohlbefestigteu Maulkorbe versehen sein.*)

Der Polizeibehörde bleibt es vorbehalten, auch für andere Hunde als dis
unter Absatz 1 bezeichneten im Einzelfalle den Maulkorbzwang anzuordneu.

Z 2. Ausgenommen von dem Verbot des 1 sind die Hunde, welche zur
Jagd oder Schäferei verwendet werden.

Z 3. Das Mitbringen von Hundeu auf den Friedhof, in die Neckarbade-
anstatten, in die Anlagen der hiesigen Stadt, auf die Messe, in öffentliche Dienst-
gebüude und in Räume, in denen Nahrungs- oder Genußmittel feilgeboten werden,
ist ebenso wie das Herumlaufenlassen von Hunden an diesen Orten verboten.

Jn öffentliche Wirtschaften — ausgenommen die Stadtgarten- u. Schloßgarten-
wirtschaft — dürfen Hunde nur mitgebracht werden, sofern ste an einer Leine oder
Kette verwahrt stnd nnd der Wirt es gcstattet.

Z 4. Verantwortlich für die Beobachtung der vorstehenden Beftimmungen
ist der Eigentümer oder Besitzer eines Hundes oder derjenige, dem der Hnnd
zur Beaufsichtiaung anvertraut ist.

8 5. Zuwiderhandlungeil werden gemäß U 68 Ziff. 1, 108 P.-St.-G.-B.
mit Geldstrafen bis zu 10 Mk. bezw. bis zu 20 Mk. bestraft.

Nbfuhr drr Nbtrikkstvffe.

Ortspollzeiliche Vorschrift vom 24. März 1881 mit Abänderuna vom 27. März 1885
und 15. Juli 1890 auf Grund dcs § 87 a P.-St.-G.-B., § 366 Ziff. 10 R.-St.-G.-B.
und 5 der Gesundhcitsverordnung vom 23. Dezember 1908.

I. Allgemeine VorschrifLen.

8 1- Die Auswechslung, Abfuhr, Entlcerung nnb Reinigung ber. Ab-
trittonnen wird, insolange die Stadtgemeinde diese Geschäfte nicht etwa felbst
übernimmt**), namens derselben gegen Erhebung der in anliegendem Tarif
bczcichneten Gebühren dnrch emen Ünternehmer besorgt. Der Ünternehmer,
bezw. deffen Vertreter, welcher für die Erfüllung dieser Vorschrift der Poli-
zcibehörde gogenüber einzustehen hnt, ist der letzteren vom Stadtrcrt rmmhaft
zu uiachen.

Für Rottweilrr wurde versuchsweise der Maullorbzwang aufgshoben.

) Die Stadtgemeinde hat das Geschüft unterm i. Januar 188S selbst übernommen.

Abdg. v.
18. III. s
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