Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim sowie dem angrenzenden Teile der Gemeinde Rohrbach für das Jahr 1914 — Heidelberg, 1914

Seite: 590
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/AdressbuchHD1914/0655
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
590

Schwer beladcnen Fuhrwerken ist, soweit es t^r Rcium gestuttet, von
leichtem Fuhrwerk mit gunzer Spur auszuweichen. Will auf der linken
Seite der Straße angehalten werden, so Larf nicht eher dahin eingebogen
werden, als es der Zweck erfordert.

Das Nebeneinanderfahren mehrerer Fuhrwerke ist verboten.

§ 37. Vorfahren.

Das Vorfahren geschieht links im Trabe.

An Stratzenkreuzungen, sowie überall sonst, wo in verkürzter Gangart
gefahren werden mutz, darf nicht vorgefahren werden.

§ 38. Reihehalten.

Jst bei der Fahrt von Fuhrwerken nach demfelben Orte hin eine Reihen.
folge von Ler Polizei angeordnet, fo mutz sich jedes später kommende Fuhr-
werk dem letzten in der Reihe anschlietzen. Kein Fuhrwerk darf aus der
Reihe auAbrelchen, lvorfahventde Fluhrroerke überhole-n oder sich gewaltfam m
die Reihe eindrängen.

Z 39. Ausweichen.

Fuhrwerke, Reiter usw. find schuldig, den entgegenkommenden Fuhr-
werken, Reitern usw. auf die rechte Seite auszuweichen.

Geschlossen marschierenden Truppen- und Feuerwehrabteilungen, Lei-
chenzügen oder sonstigen öffentlichen Aufzügen, im Dienste befinLlichen
Fuhrwerken der Feuerwehr und den zur Besprengung und Reinigung der
Stratzen verwendeten Gietzapparaten und Kehrmaschinen müssen Fuhrwerke
und Reiter ausweichen. Gestattet dies die Oertlichkeit nicht, so mutz fo lange
still gehalten werden, bis jene vorüber sind. Fuhrwerken der Feuerwehr
gegenüber, welche auf Lie Brandstätte eilen, sind auch die vorbezeichneten
Truppenabteilungen, Aufzüge usw. in gleicher Weise Raum zu geben, bezw
still zu halten verpflichtet.

Z 40. Einbiegen, Umwenden.

Das Einbiegen aus einer Stratze in die andere darf nicht in kurzer
Wendung, fondern mutz in weitem Bogen geschehen. Durch das Umwenden
der Fuhrwerke dürfen andere in der Fahrt nicht gehemmt werden.

Schwer beladene Wagen Lürfen nicht durch gewaltsames Zurücktreiben
der Pferde zurückgeschoben werden.

Das Einfahren in Stratzenstrecken mit Schienengleisen darf nur im
Schritt erfolgen.

§ 41. Anhalten.

Zum Zweck des Anhaltens fährt das Fuhrwerk hart am Rande des
Gehweges an.

Gegenüber einem fchon stehenden Fuhrwerk darf nur «ngehalten werden,
wenn in der Mitte zwischen beiden für ungehinderte Durchfahrt freier
Raum bleibt.

Auf Stratzenkreuzungen und Stratzenübergängen dürfen weder Fuhr-
werke noch Reiter anhalten.

Will ein vorderes von mehreren Fuhrwerken anhalten, so hat der
Fuhrmann seinem Hintermann durch Emporhalten der Peitsche ein Zeichen
zu geben.

§ 42. Stehenlassen von Fuhrwerken.

Das Stehenlassen bespannter Fuhrwerke auf den Stratzen ohne Auf-
sicht ist im Allgemeinen verboten.

Führern von Fuhrwerken mit ruhigen und an das Stillstehen gewohnten
Zugtieren ist jedoch gestattet, behufs Vornahme kurzer, mit üer Verwendung
der Fuhrwerke unmittelbar zusammenhängender Verrichtungen ihre Wagen
unter Anwendung genügender Vorsichtsmatzregeln (Ablösen der Zugstricke,
Anbinden des Leitseils, Anlegen der Bremse ufw.) auf der Stratze hart
neben dem Gehweg ftehen zu lassen, sosern dadurch der Verkehr keine wesent--
liche Störung erleidet.
loading ...