Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim sowie dem angrenzenden Teile der Gemeinde Rohrbach für das Jahr 1914 — Heidelberg, 1914

Seite: 601
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§ 26. Der Betrieb regelt sich nach den Fahrplänen. Sonderfahrten»
deren es zur Befriedigung des Verkehrs bedarf» können ohne vorherige An-
meldung oder Genehmigung erfolgen. Die Fahrpreise werden durch den
Tarif festgesetzt.

ß 27. Die doppelgleisige Strecke zwifchen Bismarckplatz und Karlsplatz
darf in der Regel nur eingleisig betrieben werden und zwar der Art, daß
sämtliche Wagen bis mittag 1 Ubr auf dem einen und von da an bis zum
Betriebsschluß auf dem andern Gleife sich bewegen. Das Ausweichen hat je-
weils nach rechts unter Benützung der auf der Strecke eingelegten Gleis-
wechfel zu gefchehen.

Jn der angegebenen Benützungsart der Gleise ist alle 5 Jahre abzu-
wechseln. An Sonn- und Festtagen darf auf der Strecke Bahnhof-Karls-
platz von vormittags 9 Uhr ab ein Zweigleisbetrieb stattfinden. Desgleichen
an Werktagen, an denen eirre Schloßbeleuchtung stattfindet» von 9 Uhr Zus. v.
abends an. ^

Auf der Strecke Heidelberg-Schlachthaus bis Handschuhsheim sind Erg.v.
die vordere und hintere Plattform der Elektrischen Straßenbahn auf der der Dampf- m- ^
bcchu zugewandten Seite ständig durch eine das Ein- und Aussteigen verhindernde
Vorrichtung abzuschließen. ^

Ferner müssen auf dieser Strecke Fuhrwerke (insbesondere auch Motorfahrzeuge)
an und kurz vor den Haltestellen der Dampfbahn, solange sich dort ein Zug der
Dampfbahn besindet, Schritt fahren; ebenso hat der Führer der elektrischsn Strnßen-
bahn in diesem Falle, die Fahrgeschwindigkeit in gleicher Weise zu ermäßigen und
ständig mit der Alarmglocke zu läuten.

H 28. Jeder in Dienst gestellte Motorwagen wird durch einen Schaff-
ncr und einen Wagenführer bedient.

§ 29. Die im äußeren Betrieb bediensteten Perfonen haben dem
Publikum gegenüber bestimmt, aber höflich aufzutreten.

Schaffner uud Wagenführer haben während des Dienstes die Dienst-
kleidung, bezw. Dienstabzeichen zu tragen. Das Rauchen während des
Dienstes ift ihnen untersagt. Es ift dem Fahrperfonal strengftens verboten,
sich aus dem Dienste zu entfernen, bevor es ordnungsgemäß abgelöst ist. Kein
Wagen darf namentlich am Endpunkt der Linien ohne Aufsicht stehen ge-
lassen werden; es muh stets eine von den beiden Bedienungspersonen sich auf
oder doch unmittelbar beim Wagen befinden. Hierfür ist der Schaffner
verantwortlich.

2, Bestimmungen für den Schaffner.

Z 30. Der Wagenführer ist während der Fahrt dem Schaffner unter-
stellt. Ber Zugsbildung ist der Schaffner des Vorder-(Motor-) Wagens
Zugführer. Der Schaffner hat dafür zu forgen, daß sein Wagen:

a) die frrhrplanmäßigen Abfahrts- nnd Ankunftszeiten einhält,

d) während der Dunkelheit ordnungsgemäß beleuchtet ist,

e) reinlich in Dienst gestellt und erhalten wird.

§ 31. Der Schaffer darf zum Aus- und Einsteigen nur an den vor-
geschriebenen Haltestellen halten laßen. Vor der Ankunft an einer Halte-
stelle hat er den Namen serselben feweils anszurufen.

§ 32. Er hat dafür zu sorgen, daß die bezüglichen Bestimmungen der
Verkehrsordnung genau emgehalten werden und zwar insbesondere:

1. er hat die Fahrgäste nicht eher einsteigen zu lafsen, als bis das
Aussteigen beendet ist;

2. er ist berechtigt bezw. verpflichtet, den Fahrgästen Plätze anzuweisen;

3. ist ein Wagen mit der vorgefchriebenen Anzahl Personen besetzt, so
hat er die Schilder mit der Aufschrift „Befetzt" sichtbar zu machen und wei-
teren Per^nen den Eintritt zu verwehren;

4. in der Hauptstraße darf das Ein- und Aussteigen nur nacki der der
Fabrbahn abgewendeten Seite erfolgen; im übrigen darf der Schaffner nur
auf der rechten Seite der Fahrtrichtung ein- oder anssteigen lassen. Bei
doppelgleisigem Betrieb sind die Plattformtürverschlüsse auf der linken Seite
der Fahrtrichtung einzuhängen.
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