Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim sowie dem angrenzenden Teile der Gemeinde Rohrbach für das Jahr 1914 — Heidelberg, 1914

Seite: 617
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Tritt der Fcrhvgust die Fcchrt an, sctzt sic nber nicht fort, so hnt er dic
volle tarifmLtzige Taxe bis zum Aufhören der vereinbarten Fahrt zu be-
zahlen.

Hält der Kutfcher bei solchen Fahrten, für welche im Tarif eine be-
sondere Taxe nicht festgesetzt ist, ausnahmsweise die Vergütung nach
der Zeit nicht für angemessen, so ist es seine Sache, sofort bei Annahme
des Auftrags dafür zu sorgen, datz eine ausdrückliche Uebereinkunft ge-
schlossen wird, andernfalls laun er nie mehr, als die in Ziff. VI. des Tarifs
festgesetzte Zeittaxe verlangen.

§ 23. Nachtfahrten beginnen Währenw des ganzen Jahres abends 10
Uhr und endigeu morgens 6 Uhr.

Für dieselben ist die doppelte Personentaxe zu entrichten, vorbehaltlich
der Bestinnnungen iu Ziffer III und VI des Tarifs.

Wird die Fahrt vor 10 Uhr abends begonnen, so ist nur für densenigen
Teil der Fahrt die doppelU Taxe zu entrichten, welcher nach 11 Uhr ausgr-
führt Wird. Für Fahrten, welche vor 6 Uhr morgens begonnen werden, aber
über diese Zeit hinaus dauern, findet für die Zeit nach 6 Uhr nur die Be-
rechnung der einfachen Taxe statt.

Beaufsichtigung.

§ 24. Jn der ersten Hälste dcs Monats Mai wird alljahrlich durm einen
von dem Bezirksamt beariftragten Polizeibeanrten unter Anwesenheit des
Großherzogl. Bezirlstierarztes eine Besichtigung der Fahrzeuge, der Pferde
und der Bekleidung der Droschkenkutscher vorgenommen. Zu der von dem
Bezir'ksamt anberaumten Besichtiginig haben sich die DroschEenführer in
Dienstkleidung unter Mitführung der Mäntel, sowie sämtlichc Droschtenbe-
sitzer einzufinden. Das Ausbleiben oder vcrspätete Erschcinen wird nach
K 27 dieser Vorschrift bestraft.

ß 25. Fahrzeuge, welche den bei der Zulassung zum ösfentlichen Dienst
zu stellenden Anforderungen nicht mehr entsprechen und deren Ausbesserung
nicht mehr möglich ist, werden durch Abnahme Ler Zulassungsurkunde autzer
Betrieb gesetzt.

Pferde, welche sich nach dem Gutachten des Grotzh. Bezirkstierarztes
nicht niehr zur Vcrwendung im öffentlichen Fahrwcsen eignen, dürfeu nach
Ablauf einer von dem Bezirksamt zu stellenden Frist nicht mehr verwendet
werden. Auf Vcrlangen wird schriftliche Ausfertigung des Gutachtens er-
teilt. Wird den auf Grund dcr regelmätzigeu Besichtigung gemachten Auf-
lagen bezüglich der Beschaffenheit der Fahrzeuge und Geschirre, sowie der
Bekleidung der Droschkenkutscher nicht innerhalb der gesetzten Frist ent-
sprochen, so erfolgt nelwn Bestrafung gemätz § 27 der Vorschrift Entziehuna
Vr Zulassungsurkunde bezw. des Fahrfcheins, fowie Autzerdienststellung des
Fahrzeugs.

8 26. Die besondere Aufsicht über das Droschkenwesen wird durch die
Schutzmannschaft gesührt, dercu Anordnungen säiutliche Droschkenkutschvv bei
Vermeiden der Autzerbetriebssetzung ihres Fahrzeugs und von Bestrafung
unwcigerkich Folge zu leisten haben.

^ 27. Zuwiderhaudlungen gegen diese Vorschriften werden auf Gruud
des ^ 134 u P.-St.-G.-W. mit Geld bis zu 150 Mark und im Unbeibriwg-
lichkeitsfalle mit Haft 'bestraft, fofern nicht § 147 Ziff. 1 und 147 Ziff. 8 der
Gcwerbe-Ordnung Anwendung zu finden haben. Daneben bleibt dem Be-
zirksamt als Strafmittel gegcn Droschkenbesitzcr und Droschkenkutfcher die
Entziehung der Zulassungsurkunde (§1 der Vorfchriftt und des Fahrscheink
i§ 7 der Vorschrift) fowie die Autzerbetriebsfetzung der Fahrzcuge vorbe-
halten.

8. Droschken-Tarif

bom 16. Juli 1907 sowre Abänderungen und Ergänzungen vom 29. Jauuar 19a8,
16. April 1908 uud 6. September 1912.

I. Fahrten imrerhalb der Stadt mit den Grenzpunkten:

Hausacker, Ztegelhäuser Landstraße Nr. 63, Blnmenthalstraße, Furchgasse,
Schlachthaus, Kricgskürve, Ringstraße, Nlleestraße, Neue Schloßftraße Nr. 26
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