Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim sowie dem angrenzenden Teile der Gemeinde Rohrbach für das Jahr 1914 — Heidelberg, 1914

Seite: 629
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/AdressbuchHD1914/0694
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
629

Dte VcrlMmrg von Nnglücksfällsn.

BeAirkspolizeil. Borschrift vonr 20. Mai 1865 auf Grund öes 8 108

P.-St.-G.-B.

Wer Felsen, Steine, Holzstncke und dergleichen an Bevgabhängen hinab«
rollen läßt. unterliegt der in Z 108 des P.-St.-G.-sB. angedrohten Mstra-
fung an Geld b'is zn 50 Mark.

Das Detrrlen von Eisstächrn.

Bezirkspolizeiliche Vorschrift vom 20. Februar 1875 auf Grund der W 100, 108

Ziff. 5 P.-St.-G.-B.

§ 1. Wer öffentlich Lurch die Zeitungen, durch Anschläge oder durch
Uufstellen von Bänken, Fegen der Eisfläche uud ähnliche Veranstaltungen
das PubliluM zum Besuckie von Eisbahnen veranlatzt, hat spätestens am
varhergehenden Tage dies bei üem Bezirksamte anzuzeigen und auf Ver-
langen dieser Behörde durch ein schriftliches Zeugnis Les zu diesem Zwecke
bestellten Sachverständigen über die Tragfähigkeit Les Eises sich auszu-
weisen.

§ 2. Ein solches Zeugnis kann auch autzerdem jederzeit von dem Be-
zirksamte verlangt werden.

§ 3. Diese Verbindlichkeiten liegen ebensowohl Privatpersonen (Unter-
nehmern) als den Vorständen von Vereinen (Schlittschuhkluüs rc.) ob.

§ 4. Die Ernennnng des Sachverständigen und seines etwaigen Stell-
vertreters, sowie die Bestimmung der Gebühr, welche er nir die Untersuchung
und Ausstellung des Zeugnisses zu Verlaugen hat, geschieht Lurch das Be-
zirksamt.

8 5. Das Bezirksamt kaun, sobald die Gefahr eines Einbruchs vorlicgt,
jederzeit das Betreten der Eissläche und die Erlaffung von Einladungen
hierzu untersagen.

8 6. Wer, nachdem das in § o erwähnte Verbot bekannt gemacht ist,
üie Eisfläcke noch ferner betritt, wird an Geld bis zu 10 Mark bestcast
(8 100 P.-St.-G.-!B.t.

Alle foulstigen Uebertretungen dieser Vorschrift werden mit Geldstrase
bis zu 150 Mark oder mit Hnst geahndet (Z 108 Z. 5 P.-St.-G.-B.).

Kaminfrgvr-Krdnung.

Bezirkspolizeiliche Vorschrist vom 10. März 1888 iu der Fassung vom 9. Mürz 1889
nuf Grund des Z 368 Ziff. 8 R.-St.-G.-B., 8 23 der Kaminsegerordnung vom

29. November 1887.

8 1. J^der Schornstein, der zu eimr gewöhnlichen Heizungseinrichtung

EUjz 0lr:r L-'Mr UI. gj?eich«Ltr li-l.lv jj.ullvl7ll vljttl. j-.

April geveinigt werden. Alle Küchenkamine unterliegen überdies einer sünf-
ten Fegung, wetche iu den Monaten Juni und Juli vorzunehmen ist.

8 2. Lllle 2 Monate während des ganzen Jahres sind die Kamine zum
Geschästsbetrieb der Vcetzger, Färber, Hutmacher. Essig- und Leimsieder.
Tuchscheerer, 'Seifensieder, der Wäschereien und Büglereien und ähnlicher
Gewerbebetriebe zu remrgen.

8 2a. Die Schmiede- und Schlosserkamine sind behuss Prüfung des bau- Erg. v.
lichen Zustandes und Kontrollierung Ler Art der Benühung üerselben jähr- s. !ii. 89
lich einer einmaligen Reinigung zu untcrziehen.

8 3. Autzer Len durch 88 1 und 2 dieser Vorschrift und!die Kaminfeger-
ordnung vom' 29. November 1887 vorgeschriebenen regelmätzigen Reinigungen
können ant Untrag des Kaminfegers, sofern es das Jntereffe der Feuersicher-
heit erfotdert, in einzelnen Fällen uoch weitere regelmätzige Reinigungen
vom Bezirksamt vorgeschrieben werden.

8 4. Jn den Landgemeiuden ist die Reinigung der Kamine in der Zeit
vom 1. Oktober bis 1. April von morgcns 7 Ubr bis abends 5 Uhr, in den
übrigeu Monaten von morgens 5 Uhr bis abends 7 Ubr vorzunehmen. So-
loading ...