Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim sowie dem angrenzenden Teile der Gemeinde Rohrbach für das Jahr 1914 — Heidelberg, 1914

Seite: 634
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Tanzbelustigungen.

Bekanntmachung Gr. Bezirksamts vom 9. Oktober 1907, Nr. 69647IV.

Wir machen insbesondere die Wirte und die Borstände von Bereinen auf
die nachfolgenden gefetzlichen Bestimmungen aufmerksam, die sür die Abhal-
tung von Tanzbelustigungen gelten:

I. Für die Abhaltung öffentlicher Tanzbelustigungen ist die vorheriae
Erlaubnis des Bezirksamtes erforderlich (ß 60 des P.St.G.B.).

Das Gesuch ist von dem Wirte fpätestens 3 Tage vorher bei dem Be-
zirksamte einzureichen. Später eingereichte Gesuche werden nur in Aus-
nahmefällen Berücksichtigung finden können.

Die bezirksamtliche Erlaubnis für öffentliche Tanzbelustigungen kann nur
an den vom Bezirksrat sestgesetzten sogenannten Tanztagen erteilt werden.
An anderen Tagen des Jahres könne.. somit öffentliche Tanzbelustigungen
nicht gestattet werden.

Als öffentliche Tanzbelustigungen sind alle diejenigen anzusehen, zu denen
jedermann — sei es mit oder ohne Emtrittsgeld — Zutritt erlangen kann,
Als öffentliche Tanzbelustigungen gelten somit auch alle von Vereinen ver-
anstalteten, sobald Nichtmitglieder ohne Begrenzung aus besonders geladene
Gäste dazu zugelassen werden.

Wenn also in solchen Fällen eine öffentlicheTanzbelustigung ohne Erlaubnis
stattfindet, so haben die Vereinsvorstände Bestrasung aufgrund des Z 60
P.St.G.B. zu gewärtigen.

Bekanntmachung des Gr. Bezirksamts vom 28. Oktober 1909 Nr. 85744IV.

II. Für die Abhaltung von nicht öffentlichen Tanzbelustigungen und sonstigen
Veranstaltungen von Vereinen und geschloffenen Gesellschasten ist die vorherige
Anzeige an das Bezirksamt erforderlich.

Diese Anzeige ist von den Wirten — nicht von den Vereinsvorständen —
spätestens 3 Tage vorher zu erstatten und zugleich eine etwaige Verlängerung
der Erlaubnis zum Musizieren zu beantragen.

Tanzbelustigungen von Vereinen und geschlossenen Gesellschasten dürfen —
auch nach 12 Uhr nachts — nach tz 6 der Verordnung Großh. Ministeriums des
Jnnern vom 29. November 1865, die Abhaltung von Tanzbelustigungen betr., an
solgenden Tagen nicht stattfinden:

1. an den Sonntagen in der Fasten- und Adventzeit;

2. während der Charwoche;

3. am Ostersonntag, Pfingstsonntag und am ersten Christtag;

4. am Fronleichnamstag;

5. am Buß- und Bettag.

Zugleich geben wir den Wirten und Vereinsvorständen davon Kenntnis, daß
Veranstaltungen von Stammtischgesellschaften, wie Christbaumverlosungen usw.,
in Hinkunft nicht mehr genehmigt werden.

Sanzkage,

Festsetzung der öffentlichen für die Stadt Heidelberg.

Bekanntmachung Gr. Bezirksamts vom 6. Juni 1913, Nr. 41165.

Die regelmüßigen öffentlichen Tanztage sür die Stadtteile Heidelbergs sind
wie solgt fsstgesetzt:

Für Heidelberg: 1) Am Neujahrstag, 2) am Sonntag nach Kaisers Ge-
burtstag, 3^> am Fastnachtsonntag, 4) am 2. Sonntag nach Ostern, 5) am 2. Sonn-
tag der Frühjahrsm-ffse, 6) am 5. Sonntag nach Pfmgsten. 7) am Sonntag vor
oder nach Großherzogs Geburtstag, 8) am 3. Sonntag im August, 9) am 2. Sonn-
tag der Oktobermesse und 10) am 2. Sonntag vor Advent.

Für Schlierbach: 1) Am Neujahrstag, 2) am Sonntag nach Kaisers Ge-
burtstag, 3) am Fastnachtsonntag, 4) am 2. Sonntag nach Ostern, 5) am 2. Sonn-
tag der Frühjahrsmesse, 6) am 5. Sonntag nach Pfingsten, 7) am Sonntag vor ooer
nach Großherzogs Geburtstag, 8) am 3. Sonntag und Montag im Auguft iKirch-
weihe), 9) am 2. Sonntag der Oktobermesse und 10) am 2. Sonntag vor Advent.
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