Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim sowie dem angrenzenden Teile der Gemeinde Rohrbach für das Jahr 1914 — Heidelberg, 1914

Seite: 637
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III.

Gewerbe-

Durch Beschlutz Les Bezirksrats wurde auf !Grund ües § 105
ürdnuug folgeudes beftimmt:

u) Den nachftehend verzeichneten Gewerbetreibenden ist der Verkauf ihrer
Waren an allen Sonn- und Festtagen (mit Ausnahme des ersten Oster-, Pfingst-
und Weihnachtsfeiertags) länger als fünf Stunden gestattet, und zwar:

1.

2.

3.

4.

5.

6.

7.

8.

unbeschränkt
mit Ausnahme
der Stundcn des
bormittägigen
Hauptgottes-
dienstes,

9.

chon 11 Uhr bor-
) mittags bis
5 llhr nachmitt.

den Milchhändlern unbeschränkt,
den Bäckern

den Zuckerbäckern (Konditoren) *)
den Obsthändlern
dcn Kunst- und Handelsgärtnern
denjenigen Personen, welche gewerbsmäßig Mineralwasser
zu unmittelbarem Gennß an das Publikum abgeben,

Anfgehoben.*^)

denjenigen Personen, weiche ausschließlich odcr doch
weit überwiegend mit Cigarren und Tabak handeln,
der Verkauf dieser Wnren

denjenigen Personen, welche ausschließlich oder doch weit überwiegend mit
photographischen oder sonstigen Anfichren von Heidelberg und Umgebung
handeln, wird der Verkauf dieser Waren während der Monate März biS
einschließlich Oktober bon 11 Uhr vormittags bis 7 Uhr abends gestattetck)
b) Die unter u Ziffer 1—6 verzeichneten Gewcrbetreibenden dürsen auch an
den drei höchsten Feiertagen (Ostersonntag, Pfingstsonntag,
Christtag) Gehilsen, Lehrliuge und Arbeiter beschästigen, bezw. ihre Verkauss-
stelleu offen halten, aber nur während der Stunden von 6—9 Uhr vormittags.

Den Milchhündlern in der Stadt Heidelberg ist es gestatret, am 1. Weihnachts-
seiertag, Oster- nnd Pffngstsonntag, Gehilfcn, Arbeiter und Lehrlinge statt wie bisher
bon 6 -9 Ubr vormittags, bon6 Uhr vormittags bis 1 Uhr nachmittags zu beschästigen.

Den Milchhändlern im Stadtteil Haudschuhsheim ist es gestattet, am !. Oster-,
Psingst- und Weihnachtsseiertag Gehilfen, Arbeiter und Lehrlinge, statt wie bisher
von 6—9 Uhr vormittags, von 6 Uhr vorm. bi§ 1 Uhr nachm. zu beschüftigen.

Den Bäckern in Heidelberg wird auf Grund des Z 1056 der Gew.O. gestattet,
an Sonn- u. Feiertagen jeweils bis 9^/4 Uhr morgeus ihre Backwaren austragen
zn lassen.

Das Austragen von Backwareu ist an den Tagen, denen durch die Nnordnungen
des Bezirksrats vom 17. Mai 1906, bezw. 25. Juli 1907 eine Freinacht solgt, d. i. am
Oster-, Pfingst- und Weihnachtsseiertag, bis vormittags 10 Uhr gestattet.

e) Den Bierbrauereien und Bierniederlagen ist dic Zufuhr von Bier und Roh-
eis an Massenabnehmer (Wirte, Vereine und dergl.) und ebenso den Eishändlern die
Versorgung ihrer Kundschast mit Roheis an allen Sonn- und Festragen mit Aus-
nahme 'des ersten Oster-, Pfingst- und Weihnachtsfeiertages in der Zei: von 6—!1 Uhr
oormUtags gcstuttet.

Beschl.
B.-R. v.
L6.IV. 6

Entschl.
B.-R. v.
14. II. 7

Entschl.
B.-R. v.
24. VI. 9

Entschl.
B.-R. v.
28.VIi.U

Zus. v.
2S.VU.7

Beschl.
B.-R. v.
17. XII. s

Z Bekanntmachung des Gr. Bezirksamts vom 1. Mai 1911, Nr. 317561V,
den Verkaus von Ansichtspostkarten am Pfingstsonntag, Pfingstnlontag

und Fronleichnamstag betr.

Für den Verkauf von Ansichtspostkarten an dem Pfingstsonntag, Pfingst-
montag und an dem Froaleichnamstag gelteu solgende Bestimmungen:

An deu gsnanuten drei Feiertagen 'dürsen AnsichtSpostkarten auf öffenrlichen
Straßen und Plätzen von Personen, die eine nach K 7 Srr.P.O. ersorderliche Er-
laubnis erwirkt haben, in der Zeit von Schlnß de« normirtägigen HauprgolteS-
dienstes bis abends 10 Uhr verkauft werden.

Jn offenen Verkaufsstellen — und hierzu zählen auch die Torbögen, genebmigte
Verkaufsstünde nnd der Verkauf von Fenstcmr aus aus die Straße — rst der Ver-

*) Diess Bestimmung sindet aber stnngemäß nur auf Znckerbäcker, d. h. Gewsrbetreibende,
welche die Waren dieser Branche berstellen, nicht aber einen Handel mil KonditoreiwM'en
treiben, Anwendung.

**) Diese BeMmmung ist aufgehoben und durch die unten avgedruckte bezirksrätltche An-
ordnung vom 22. Februar 1912 (Zisfer VI) ersetzt.
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