Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim sowie dem angrenzenden Teile der Gemeinde Rohrbach für das Jahr 1914 — Heidelberg, 1914

Seite: 671
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Die Unterstützungsansprüche auf Grund dieses Gesetzes verjähren in zwei
Jahren vom Tage ihrer Entstehung an.

Den Arbeitgebern ist untersagt, die Anwendung der Bestimmungen der Reichs-
versicherungs-Ordg. zum Nachteil der Verfichsrten durch Verträge (Reglements oder
besondere Üebereinkunft) auszuschließen und zu beschränken.

Arbeitgeber, welche den von ihnen beschäftigten, dem Krankenversiche-
rungszwang unterliegenden Personen bei der Lohnzahlung vorsätzlich höhere
als die zulässigen Beträge in Anrechnung bringen, werden, sofern nicht nach andern
Gesetzen eine härtere Strase eintritt, mit Geldstrase bis zu 300 Mark oder mit Hast
bestraft.

Aussichtsbehörden.

Die Aufsicht über dieOrtskrankenkasse steht dem Großh. Vezirksamt, Ver-
sicherungsamt, zu.

Verwaltung der O r t sk r a n k e n k a s s e.

D i e n-st rau rn: Bic-nenstratze 8 zu ebener Evde linW.

G esch äs t sst u nd e n: vormittags 9—-1 und nachmittags 3—5 Uhr.

Vorstand der Kasse: I. Vorsitzender: Kar! Schneider; II. Vorsitzender:
Heinrich Dörr.

Außerdem die Herren: Franz A. Hirt, Max Marx, Georg Daub, August Prager,
Georg Walter, Karl Nausch, Phil. Giesübel, Heinrich Kilger, Johann Weber und
Frl. Marie Wellhausen.

Die ärztliche und zahnärztliche Behandlung der Mitglieder ersolgt durch die
von der Kasse durch Vertrag bestellten approbierteu Aerzte und Zahnärzte.

Rechner: Karl Joü.

Kassier: Rudols Kehr.

Kassendiener und Hausmeister: Wilhalm Werner.

K r a n k e n k o ntr o lle u r: Karl 'Paule.

Jnvaliden- ttnd Hitttexbliebenenversicherung.

Reichsversicheruugsordming vom 19. Juli 1911. Buch IV.

I. Für den Fall der Jnvalidität und des Alters sowie zu Gunsten der
Hmterbliebenen werden

vom vollendeten 16. Lebensjahr

an versichert:

1. Arbeiter, Gehilfen, Gesellen, Lehrlinge, Dienstboten.

2. Betriebsbeamte, Werkmeister und andere Angestellte in ähnlich gehobener
Stellung, sämtlich wenn diese Beschäftigung ihren Hauptberus bildet,

3. Handlungsgehilfen und -Lehrlinge, Gehilfen und Lehrlinge in Apotheken,

4. Bühnen- und Orchestermitglieder ohne Rücksicht aus den Kunstwert ihrer
Leistungen,

5. Lehrer und Erzieher,

6. die Schiffsbejatzung deutscher Seefahrzeuge und die Besatzung von Fahr-
zeugen der Binnenschiffahrt,

Voraussetzung der Versicherung ist sür alle diese Personen, daß sie gegen
Entgelt beschäftigt werden.

Die unter 2—6 genannten Personen stnd nicht versicherungspflichtig, wenn
ihr regelmüßiger JahresaGcitsverdienst den Bstrag von 2000 Mk. übersteigt.

(Der Versicherungszwang kann Lurch Vorschrist des Wundesrates für
bestimmte Werufszweige auch ausgedehnt werden aus Betriebsunternehmer,
welche nicht regelmäßig einen Lohnarbeiter beschäftigeNl (K le i n m e i st e r),
unb auf die sogen. Hausgewerbetreibenden. <so lange ein solcher
Besch'.'Uß des Bundesrates nicht ergange.:, können sich diese Mitglieder frei -
willig ebenso die außerdem in § 1243 augeführten Personen.)

Die Form, in der das Entgelt ausbezahlt wird (Zeitlohn, Stücklohn,
Tantieme, Gebühr, Trinkgeld), ist gleichgültig, nur gilt die bloße Gewährung
vsn freiem Unterhalt mcht als Entgelt im Sinne dieses Gesetzes. (An-
ders bei der Krankenversicherung.) Die Beschäftigung braucht
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