Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim sowie dem angrenzenden Teile der Gemeinde Rohrbach für das Jahr 1914 — Heidelberg, 1914

Seite: 675
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Die ArbeiLgeber haben die empsangenen Marken sofort in die Versicherungs-
karte der Angestellten einzukleben und mittels unvertilgbarer Durchschrift oes
Klebetages zu entwerten.

Die Ausstellung der Versicherungskarten erfolgt durch die Gemeindebehörden.*)
Der Versicherte hat die Ausstellung dcr Versicherungskarte mittels Ausnahmekarte
bei Strafvermeiden zu beantragen. Hat der Verstcherte keine Versicherungskarte,
oder weigert er sich, sie vorzulegen, so kann sie der Arbeitgeber beschaffen.

III. Leistungen:

a) Das Ruhegeld beträgt nach Ablaus von 120 Beitragsmonaten ein
Biertel der in dieser Zeit entrichteten Beiträge und ein Achtel der übrigen Beiträge,
(bei weiblichen Versicherten vom 6.—10. Jahre nur ein Achtel).

b) Die Witwen- und Wit werrente beträgt zwei Fünftel des Ruhegeldss,
das der Ernährer zur Zeit semes Todes bezog oder bei Berussunsähigkeit bezogen hätte.

e) Die Waisenrente beträgt ein Fünstel sür jedes Kind, bei Doppel-
waisen je ein Drittel des Betrages der Witwenrente.

ä) Die Reichsversicherungsanstalt kann ferner ein Heilverfahren einleiten.
Anträge aus die Leistungen sind an den Rentenausschuß, in dessen Bezirk
der Versicherte zur Zeit des Antrages wohnt oder beschäftigt ist, zu richten. Der
Antrag kann rechtswirksam auch bei einem andern Orgnn der Reichsversicherungs-
anstalt gestellt werden.

SkaLut für die Handelsschule in Hsidelberg.

Genehmigt durch Bürgerausschußbeschluß vom 13. Juli 1909 und Erlaß Großh.

Ministeriums des Jnnern vom 4. September 1909 Nr. 43725.

Aus Grund des Landesgesetzes vom 13. August 1904, den gewerblichen und
kaufmännischen Fortbildungsunterricht bstr. (Ges.u.V.Bl. XXIV), und der landes-
herrlichen Verordnung vom 20. Juli 1907, die Handelsschulen betr. (Ges.u.V.Bl.
XXIII), wird sür die Stadt Heidelberg unter Aushebung des dermalen geltenden
Ortsstatuts von 1900, bezw. 1905, die rausmännische Fortbildungsschule (städtische
Handelsschule) betr., bestimmt:

8 1. Die in der Stadt Heidelberg in Handelsbetrieben beschästigten männ-
lichen und weiblichen kausmännischen Arbeiter (Gehilsen und Lehrlinge) sind ver-
pslichtet, den Unterricht an der Handelsschule nach Maßgabe der landesherrlichen
Verordnung vom 20. Juli 1907, die Handelsschulen betr., und der vom Großh.
Landesgewerbeamt unterm 8. August 1907 erlassenen allgemeinen L-chulordnung
sür die Gewerbe- und Handelsschulen sowie nach Maßgabe der örtlichen Schul-
ordnung und des Lehr- und Stundenplans zu besuchen.

Stenographie ift Pflichtfach. Bei Mädchen tritt an Stells des Stenographie-
Unterrichts nach Wahl die Unterweisung im Maschinenschreiben.

ß 2. Die Schulpflicht dauert bis zum vollendeten 18. Lebensjahr.

ß 3. Dem Handelsschulrat gehören außer den in tz 19, Abs. 2 der landes-
herrlichen Verordnung vom 20. Fuli 1907, die Handelsschulen betr.**), bezeich-
neten Personen gemäß ^ 19, Abs. 3 a. a. O. weiter an:

4 vom Stadtrat je zur Hülste aus der Zahl der Stadrräte und der
Zahl der Stadtverordneten zu ernsnnendenMitglieder des BürgerauSschusses.

*) Hier: Städt. Sekretariat für Jnvaliden- und Hinterbliebensnverstcherung, Bienen-
straße 8, : Treppe.

**) Noch 8 19 Abs. 2 br. landesherrlichen Verordmmg V0M 20. Juli 1907 sollen dsm
Handelsschulrat mindestens angehören:

1. der Oberbürgermeister als Borsttzender;

2. ein weiteres Mitglied des Stadtrats;

3. der Schulvorftand;

4. an Schulen mit mehr als sechs Lehrern ein weiterer Lehrer der Handelsschule, wslcher
aus dsn Vorschlag dsr Lehrerversammlung aus der Zahl der etatmüßigen Lehrer dnrch das
Landesgewerbeamt jewsils anf drei Jahre erna.mt wird;

6. je mvei Vertreter der Arbeitgeber und der kausmännischsn Angestellten. Vor deren
Ernennung stnd hinstchtltch der ersteren die zuständige Handelskammer und wegen dsr letztsrsn
die in der Gemetnde bestehenden Vereinigungen von kausmännischen Angestekten zu höven:

6. an Schulen, zn deren Besnch Schulerinnen verpflichtet oder zugelassen stnd, eine mit
den einschlägigen Verhältntssen vertraute Frau.

Jm Ortsstatut kann bestimmt werden, daß noch andere Personen, insbesondere Getstltche,
technischs Beamte und Aerzte, sowis weitere Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer dem
Handelsschulral angehören. Die Ernennung dieser, sowie dsr unter Ztffer 2, s und 6 bezeich-
neren Mttglisder ersolgt durch den Stadtrat jeweils auf drei Jahre.
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