Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim sowie dem angrenzenden Teile der Gemeinde Rohrbach für das Jahr 1915 — Heidelberg, 1915

Seite: XXVII
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Chrsnologische Zusawmerrpellung
michtiger Legebenheiten und Ereigmsse m der Ltadt Heidelberg.

Die Geschichte Heidelbergs reicht, wie die „städtischen Ausgrabungen" der Jahre
1898—1901 erwiesen haben, bis in die jüngere Steinzeit hinauf.

Wo heute das Bergheimer und das Neuenheimer Stadtviertel sich ausdehnen,
lagen schon in der jüngeren Steinzeit (neolitbischen Zeit) blühende Dörfer, die durch
die Bronzezeit, die ältere uud jüngere Eisenzeit (die Hallstatt- und La-Täne-Periode),
durch die Römerzeit und die frühgermanische Zeit bis in das späte Mittelalter bezw.
bis in die Gegenwart fortbestanden haben.

Zur Römerzeit (1.—3. Jahrhundert) bildete die Heidelberger Gemarkung einen
Teil der civiras Lueborum Merelum, eines Verwaltungsbezirkes der römischen Pro-
vinz Germania Superior. Das Römerkastell zu Neuenheim (dessen Grundmauern
1896 aufgedeckt wnrden) bildete als Neckarsperrfort einen wichtigen militärischen
Stützpunkt, die römische Neckarbrücke dahier ein wichtiges Bindeglied der hier sich
kreuzenden römischen Militärstraßen.

781. Erste Erwähnung des Dorfes Bergheim in einer Urkunde des
Klosters Lorfch.

Jm 9. Jahrh. Gründung eines Klosters (mit derMichaelsbasilika) auf der höchsten
Kuppe des Heiligenberges.

Ende des II.Jahrh. Gründung des Stephansklosters auf der vorderen Kuppe des
Heiligenberges.

1196. Erste urkundliche Erwähnung der Stadt Heidelberg.

1217. Aelteste Nachricht von einer Fähre über den Neckar.

1225. Erste urkundliche Erwähnung „der oberen Burg" auf dem kleinen
Gaisberg (Molkenkurhügel).

1289. Erste urkundliche Erwähnung der ältesten Heiliggeistkirche.

1303. Erste urkundliche Erwähnung der „beiden Burgen" d.h. der„oberen"
(des „altenSchlosses" auf dem kleinen Gaisberg)und der „unteren"
Burg (des heutigen Schlosses) zu Heidelberg.

1374. Gründung der Hofapotheke am Marktplatz.

25. Juli 1384. König Wenzel hält einen großen Reichstag in Heidelberg ab, um

dem drohenden Ausbruch von Feindselrgkeiten zwischen den Fürften
und Herreu einerseits und den Städten andererseits vorzubeugen.

18. Oktbr. 1386. Gründung der Uuiversität durch Kurfürst Nuprecht I.

1392. Vereimgung des Dorfes Bergheim mit der Stadt Heidelberg durch
Kurfürst Ruprecht II.

1396. Leichenfeier des I. Rektors der Universität, Marsilius von Jnghen,
in dem neuerbauten Chor der Heiliggeistkirche; seine Beisetzung
in der Peterskirche.

1400—1410. Kurfürst Ruprecht III. deutscher König. Sein Grabmal in der
Heiliggeistkirche.

1415. Papst Johannes XXHI. Gefangener aus dcm Schlosse unter Kurfürst
Ludwig m.

30. Juni 1462. Kurfürst Friedrich der Siegreiche siegt bei Seckenheim.

1470. Zerstörung der Neckarbrücke durch einen Eisgang.

1485. Erfcheint das erste in Hewelberg gedruckte Buch.

16. März 1485. Grundstem^gung zur neuen St. Peterskirche unter Kurfürst Philipp.
1487. Verkauf der Kramläden und Plätze zwischen den Pfeilern der
Heiliggeistkirche von der Universität an die Stadt.

26. April 1518. Martin Luther verteidigt im Au^ttstinerkloster vor einer großen

Versammlurig 40 Thesen; sein Besuch auf dem kurfürstl. Schlosse.
1524. Vollendung d. Ludwr. sbaues auf dem Schloß unter Kurf. Ludwrg V.
1533. Vollendung d. dicken Turmes auf dem Schlosse unter Kurf. Ludwig V.
5. April 1537. Zerstörung d. oberen Burg auf d. jetzigen Moltenkur durch Blitzstrahl.
3. Jan. 1546. Erster protest. Gottesdienst i. d. Heiliggeistkirche unter Kurf. Friedr'ch II.
1550. Ausbau des achteckigen Turmes durch Kurfürst Friedrich II.

1556. Einführung d. Resormation in der Pfalz durch Kurf. Otto Heinrich.
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