Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim sowie dem angrenzenden Teile der Gemeinde Rohrbach für das Jahr 1915 — Heidelberg, 1915

Seite: 545
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Wegen der Zollbehandlung inr letzteren Fall gelten die gleichen Vorschristen, wie sür
den Verkehr zwischen badischen Stationen innerhalb des deutschen Reichs und den
Stationen Basel Bad. Bahnhos und Schaffhausen Bad. Bahn.

Außerdem kann Expreßgut noch abgefertigt werden zwischen den im Kanton Schaff-
hausen gelegenen badischen Stationen und Stationen der schweizerischen Bundes-
bahnen 'über Schaffhausen, zwischen Waldshut und den Stationen der schweizerischen
Kahnen über Koblenz, ferner zwischen verschiedenen badischen Stationen und der
Station Rielasingen der schweizerischen Bundesbahnen über Singen und endlich
zwischen der badischen Station Basel und Stationen der Zentral- und Westschweiz
(einschl. Luino) über die Verbindungsbahn. Das Nähere kann bei den Stationen er-
stagt werden.

Für diese Versendungsart, die bei einem einsachen Annahme- und Ab-
fertigungsverfahren und bei mäßigen Taxen die rascheste Beförderung
bietet, gelten folgende Hauptbestimmungen:

1. Die Aufgabe -es Exvreßguts hat bei den Gepäckabfertigungsstellen zu ge-
schehen. Die Sendungen müsseu mit deutlicher Adresse versehen sein. Außerdem
muß die vorgeschriebene Eisenbahnpaketadresse vom Absender beigegeben werden. Für
Sendungen mit Versicherung des Jnteresses an der Lieserung wird dem Ausgeber
ein Empfangschein erteilt. Die Expreßgutfracht, welche für die Strecken der badischen
Bahnen 0,35 Pfg. für 10llZ und 1km, mindestens jedoch 25 Pfg. für die Sendung be-
trägt, ist vorauszubezahlen, was durch Barzahlung bei Aufgabe der Sendung oder
durch Aufkleben oon Expreßgutsreimarken auf die Eisenbahnpaketadresse geschehen kann.

L-olche Marken sind bei den Stationen erhältlrch.

2. Die Beförderung findet, soweit nicht einzelne Züge gauz ausgeschlossen
ooer nur in beschräukter Weise zugelassen sind, — vergl. das hierwegen auf den
Stationen angeschlagene Plakat — mit dem nächsten der Personenbesörderung
dienenden Zuge statt.

3. Die Erupfauguahme kann sofort nach Ankunst des betreffenden
Zuges erfolgen. Meldet der Empfänger sich nicht selbst sofort nach Ankunst des
Zuges zur Empfangnahme des Gutes, und ist das letztere nicht laut Adresse „Bahnhof-
tagernd" gestellt oder ist nicht Selbstabholung vorgeschrieben, so werden die Sendungen
den Empfängern, je nachdem die Ankunst zur Tageszeit oder zur Nachtzeit erfolgt,
alsbald nach Ankunft des Zuges oder am andern Morgen gegen Erlegung der
geordneten Zustellungsgebühr zugeführt; diese beträgt für Sendungsn im Gewicht
bis zu 5KZ durchweg 10 Pfg. und bei schwereren Sendungen für jede auch nur an-
gefangenen 50 KZ 15 Pfg., mindestens aber 20 Pfg. Ueberchie Auslieferung wird Be-
scheinigung erhoben. Auf einigen wenigen Stationen (zu welchen auch Neckarbischoss-
heim Staatsbhf., Ettlingen Staatsbhf., Riegel Hauptbhf. und Müllheim Staatsbhf.
gehören) tritt an Stelle der Zuführung durch die Verwaltung die schriftliche Benach-
richtigung der Empfänger gegen Erhebung einer Anmeldegebühr von 5 Ps. bezw. 5 ets.
Sendungen nach Neckarbischofsheim, Ettlingen, Riegel und Müllheim werdeu, wenn
auf der Adresse Neckarbischofsheim Stadt oder Nebenbahn, Ettlingen Holzhof, Riegel
Kaisersluhlbahn und Müllheim Rathaus als Adreßstation vorgeschrieben ist, nach den
bekeffenden Lokalbahnstationen abgessrtigt und von diesen den Adressaten zugeführt.
Sendungen nach Basel und Schaffhausen werden wegen der dem Empfünger vor der
Empfangnahme obliegenden Zollbehandlung stets angemeldet; desgleichen anch die
nach ortspolrzeilicher Vorschrift der Fleischbeschau unterliegenden Sendungen frischen
Fläsches, soferne der Jnhalt erkennbar ist.

Durch diese Einrichtung der Expreßgut-Beförderung ist dem reisenden Publikum
zugleich die Gelegenheit geboten, für Reisegepäck nach den bedeutenderen Stationen,
wie Mannheim, Heidelberg, Würzburg, Karlsruhe, Pforzheim, Baden, Freiburg,
Konstanz u. A., bei der Aufgabe die Bestimmung zn treffcn, daß die betreffenden
Mgenstände nach der Ankunft aus der Adreßstation ohne weiteres Zutun des Auf-
geoers in dessen Wohnung oder in den Gasthof, in dem er abzusteigen gedenkt, ge-
dracht werden.

Stadtannahmestelle für Expretzgnt:

a) Bauamtsgasse 12, b) in Neuenheim: Schröderstr. 6.

^ Geschäftsstunden: an Werktagen: a) 8—l2 und 2—8 Uhr; b) 8—12^° und
'-"0—7 Uhr. An Sonn- und gesetzlichen Feiertagen sind die Stellen geschlossen.

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