Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim sowie dem angrenzenden Teile der Gemeinde Rohrbach für das Jahr 1915 — Heidelberg, 1915

Seite: 562
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Neue
Fass.v.
3. IV. 6

Hauseigentümer, welche nicht selbst ihr HaUs bewohnen, haben einen im
Hause wohnenden Stellvertreter zu Lestellen, 'dem ihre Meldungen obliegen.

Es haben somit zu melden:

1. Die Hausbesitzer bezw. die von ihnen beftellten Verwalter:
jeden Ein- oder Auszug, welcher

u) sie selbst und ihre mit ihnen wohnenden Angehörigcn;

d) die übrigen in ihrem Haushalt wohnenden Personen, wie
Dienstboten, Gesellen, Gehilsen, Lehrlinge, Schlafleute
Psleglinge;

c) ihre Mieter und deren Angehörige berührt.

2. Die Mieter: jeden Cinzug, Um- und Auszug ihrer eigenen
Dienstboten, ihrer Gesellen, Gehilsen, Lehrlinge, Pfleglinge, Mie-
ter (Aftermieter), sowie der Angehörigen der Vorgenanntcn.

8 3.

Ort der Meldungen.

Die Meldungen sind bei der Allgemeinen Meldestelle (Bienenstraße 8)
zu erstatten; diejenigen aus dem Stadtteil Schlierbach und HanLschuhsheim
können bei den dortigen Polizeistationen abgegeben werden.

8 4.

Form der Meldungen.

Zu den Meldungen sind die vorgeschriebenen, bei üer Meldestelle und
allen Polizeirevieren erhältlichen Formulare zu benützen.

Jede Meldung ist von dem Meldepslichtigen und dem Gemeldeten zu
unterschreiben.

Für jede Person ist die Meldung auf ein besonderes Formular zu schreu
ben, nur bei Meldungen, die sich aus ein Familienhaupt beziehen, können
Ehefrauen und Kinder auf das gleiche Blatt gefchriebeu werden.

8 5.

Sicherung der Vollständigkeit und Nichtigkeit der Meldungen.

Jeder, in Bezug auf dessen Person und Angehörige nach Maßgabe dieser
Vorschrift eine Meldung erstattet werden mutz, ist gehalten, dem zur Meldung
Verpflichteten alle zur vorschriftsmäßigen Ausfüllung des Meldeformulars
erforderlichen Angaben zu machen.

Auf Verlangen der Meldestelle haben die Anzumeldenden üie in ihrem
Besitz befindlichen, zum Ausweise über ihre Person dienlichen Papiere Vor-
zuzeigen.

Reichsausländer müssen sich durch Beurkundung ihrer Heimatsbchörde
über ihre Staatsangehörigkeit ausweisen. Den Anmeldungen von zuziehen-
den Personen ist die am bisherigen Wohn- oder Aufenthaltsort des Gemel-
deten erteilte Abmeldebcscheinigung anzuschliehen.

Befinden sich in dem Haushalt der Zuziehenden Kinder unter 12 Jah-
ren, so ist autzerdem der Nachweis über die erfolgte Jmpfung durch Vorlnge
des Jmpfscheines zu erbringen.

8 6.

Meldepslicht der Gastwirte.

Gastwirte und Inhaber von Hotels garnis, sowie von Fremdenpensiomn
sind verpflichtet ein Fremdenbuch zu sühren, das die nachfolgenden Rubriken
enthalten muß:

„Zimmer-Nr., Zu- und Vorname, Stand oder Gewerbe, Wohnort, Ort, woher
gekommen, Taa der Ankunft und Tag der Abreise".

Die Einträge sind seitens des Fremden oder von dem Wirt oder seinem
Veauftragten gleich nach der Ankunft bezw. Abreise des Fremden zu machen.

Das Fremdenbuch muß mit Seitenzahlen versehen und volizeilich abgestempelt
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