Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim sowie dem angrenzenden Teile der Gemeinde Rohrbach für das Jahr 1915 — Heidelberg, 1915

Seite: 563
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sein. Die Fremdenbüchsr sind den Polizeibeamten auf Verlangen stets zur Einstcht
vorzulegen. Nach Abschluß sind sie noch 3 Jahre aufzübewahren. Bei Aufgabe
des Geschäfts sind sie der Polizeibehörde zur Aufbewaüung für den Zeitraum
von 3 Jahren zu übergeben.

Jeden Morgen — und zwar in der Zeit vom 1. April bis 30. September
bis morgens 7 Uhr und in der Zeit vom 1. Oktober bis 31. März bis morgens
8 Uhr — find nach den Rubriken des Fremdenbuchs zu sertigende Auszüge,
sogenannte Nachtzettel^ bei den Polizeiwachen einzureichen.

Der Fremde ist jeden Tag bis zu seiner Abreise in dem Nachtzettel aufzu-
führen. Wenn niemnnd übernachtet hat, so ist der Nachtzettel mit einer ent-
sprechenden Bemerkung einzuschicken.

Personen, welche ununterbrochen über 6 Wochen in einem Gasthaus
wohnen, unterliegen von der 7. Woche ab der Meldepslicht gemäß ZZ 1 und 2
Lieser Vorschrift.

Der Z 7 dieser Vorschrist wurde durch Erlassung der ortspolizeilichen Vor-
schrift vom 10. Oktober 1906, betr. das Vermieten von Schlafstellen in der Stadt
Heidelberg ssiehe L. Gewerbepolizei), aufgehoben.

8 7^.

Meldepflicht der Unternehmer von Privatheilanstalten.

Fremde, d. i. Personen, die von auswärts kommen, sind bei der Aus- g8us- v.^
nahme in eine Privatheilanstalt polizeilich anzumelden, wenn ihr Aufenthalt
in der Anstalt voraussichtlich die Dauer von 8 Tagen *) übersteigt.

Ortsangehörige, d. i. Personen, die bereits hier in Wohnung gemeldet
sind, sind bei der Aufnahme nur dann anzumelden, wenn sie unter Ausgabe
ihrer bisherigen Wohnung dauernd als Pensionäre oder auf unabsehbare
Zeit in der Anstalt Ausenthalt nehmen.

Bei nur vorübergehendem Aufenthalt in der Anstalt ist eine Meldung
nicht erforderlich.

Z 8.

Strafbestimmungen.

Zuwiderhandlungen gegen diese ortspolizeiliche Vorschrift werden gemätz
^ 49 und Z 136 Polizeistrasgesetzbuch gestraft.

Das Vermieken von Schlafstellen.

Ortspol. Vorschrift vom 10. Oktober 1906 unter Aufhsbuug der ortspolizeilichen
Vorschrift vom 18. März 1889, das Vermieten von Schlafstellen belr., und dss
Z 7 der ortspolizeilichen Vorschrift vom 7. Oktober 1904, das polizeilrche
Meldewesen der Stadt Heidelberg betr., auf Grund der 23 Ziff. 1 und 3,

49, 87 a, 116, 136 P.-St.-G.-B.

Z 1.

Wer Schlafstellen gegen Entgelt vermietet, hat vor Beginn dieses Ge-
Werbebetrieües auf dem Polizeirevier, in dem seine Wohnung gelegen ist, hier-
don unter Angabe der Zahl und des Geschlechts der aufzunehmenden Schlaf-
gänger und der sür sie bestimmten Räumlichkeiten Anzeige zu ersiatten. Eine
Vermehruirg der Zahl der Schlasgänger, eine Verminderung Ler für dieselben
bestimmten Räumlichkeiten und eine Ueberlassung anderer Räumlichkeiten an
dieselben sind in gleicher Weise vorher zur Anzeige zu bringen.

Die erstmalige Aufnahme don Schlafgängern darf erst erfolgen, nachdem
eme polizeiliche Besichtignng der in Aussicht genommenen Schlafräume statt-
gefunden hat und dem Vermieter hierüber eine Bescheinigung (Schlafraum-
Kettel) auZgestellt worden ist.

*) Durch Verfügung des Großh. Vezirksamts vom 20. Juli 1907 Nr. 49526
churde versuchsweise augeordnet, daß die Aumeldung der bezeichneten Personen
üinftighin nur dann zu erfolgen hat, weun ihr Aufenthalt die Dauer von 6 Wochen
ubersteigt.

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