Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim sowie dem angrenzenden Teile der Gemeinde Rohrbach für das Jahr 1915 — Heidelberg, 1915

Seite: 569
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geschehen. Letztere mutz stets in einem solchen Zustande sein, daß die Arbeit
in geruchloser Weise und ohne Verunreinigung der Umgegend vollzogen
werden kann.

Z 10. Die Hauseigentümer, -bezw. deren Bevollmächtigte sind verpflich-
tet, die Abtrittgruöen entleeren zu lassen, sobald solche über zwei Drittel
angesüllt sind.

Zu diesem Zweck ist dem Unternehmer, bezw. dessen Vertreter bei emer
der hierfür einzurichtenden Meldestellen Anzeige zu erstatten, welche auf Ver-
langen zu bescheinigen ist, und es hat 'hierauf die Entleerung binnen vier
Tagen zu erfolgen.

Z 11. Die Entleerung der Gruben darf in der Regel nur an Werktagen
und in der Zeit vom 1. Mai bis 1. Oktober in der Haupt-, Plöck- und Leo-
poldstratze nur von v bis 9 Uhr morgens und von 7 bis 11 Uhr abends vor-
genommen werden. Jn den ubrigen Stadtteilen und allgemein in der Zeit
vom 1. Oktober bis 1. Mai kann die Entleerung von 5 Uhr morgens bis 11
Uhr abends stattfinden.

§ 12. Den in Len Gruben zurückgebliebenen Bodensatz, sowie Scherben,
Schutt und dergl. hat der Unternehmer, bezw. dessen Vertreter alsbald nach
der Vornahme der Entleerung gegen besondere Vevgütung zu entfernen.

Der Bodensatz ist vor seiner Entfernung zu desinfizieren.

Vorgesundene Mängel der Grube hat Lerjenige, welcher die Entleerung
der Grube besorgt, der Baupolizeiüehörde anzuzeigen.

Z 13. Zur Abfuhr des Grubeninhaltes dürfen nur vollständig wasser-
dichte und luftdicht abgeschlossene Fässer verwendet Werden, welche famt den
dazu gehörigen Wagen mit Oelfarbe angestrichen und stets sauber gehalten
sein müssen.

§ 14. Diejenigen Hausbesitzer, welche die in Z 2 dieser Vorfchrift vor-
gefehene Erlaubnis erhalten haben, sind für die rechtzeitige Entleerung ihrer
Gruben verantwortlich. Diefelben haben ferner Lie ZZ 66, 67 urrd 68 Ler
ortspolizeilichen Vorschrift vom 1. Juni 1902, Lre Stratzenpolizei-Ordnung
betr., zu beachten, jede Verunreinigung der Straße, welche bei der Entleerung
dcr Grube stattsindet, sofort zu beseitigen und etwaige besondere Weifungen,
welche ihnen die Polizeibehörde aus Anlatz der Besorgung des fraglichen Ge-
schäfts erteilen wivd, zu befolgen.

III. Nebergangsbestimmungen.

fZ 15. Alle diejenigen, welche z. Zt. im Besitze einer Erlaubnis sind,
wie sie der Z 2 dieser Vorschrift vorsieht, haben solche bis zum 1. Juli 1881
erneuern zu lassen, widrigenfalls die betr. Erlaubnis von diesem Zeitpunkte
an ihre Gültigkeit verliert.j

Tarif.

(Vürgerausschußbeschluß vom 16. März 1881, bezw. vom 17. Februar 1890, sowie
vom 30. Dezember 1889, betreffend die Festsetzung der Gebühr für Beseitigung

An Anrechnung kommen folgende Gebühren:*)

Für die Tonnenabfuhr:

1. Für die AuZwechslung, Abfuhr, Entleerung und Reinigung einer trag-

baren Tonne. 20 Psg.

2. Für das gleiche Geschäft mit 2 verkuppelten Tonnen js .. . 15 Pfg.

3. Für Häuser, in denen mehrere Tonneneinrichtungen sich befinden,

oeträgt die Gebühr für das glerche Geschäft vro tragbare Tonne je . 15 Pfg.

4. Für das nämliche Geschäft bei einer fahrbaren Tonne (bis

800 LiLer faffend) ..50 Pfg.

*) An Tonnenmists gelangen zur Erhebung:

1. Für hölzerne Tonnen 5 Mk. pro Jahr und Paar.

2. Für eiserne Lonnen s „ „ „ „ „
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