Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim sowie dem angrenzenden Teile der Gemeinde Rohrbach für das Jahr 1915 — Heidelberg, 1915

Seite: 576
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. Jn den unter Ziffer 3d genannten Fällen darf indessen die Verbrennungs-
erlaubnis nur dann erteilt werden, wenn auf Grund vorheriger Leichenöffnunq
durch einen Staatsarzt ein Zeugnis dieses letzteren beigebracht wird, es sei jcder
Verdacht eines gewaltsamen Todes ausgeschloffen.

4. Bei auswärts Verstobbenen auherdem eine Beurknndung darüber, daß
der für den Sterbeort zuständigen Poligeibehörde die beabsichtigte Feuerbe-
stattung der Leiche angezeigt wurde.

Z 42. Leichen von auswärts verstorbenen Personen, welche hier zur Ver-
brennung kommen sollen, dürfen erst dann hierher gebracht werden, wenn die
nach ß 38 Abs. 1 dieser Vorschrift ersorderliche bezirksamtliche Genehmigung zur
Feuerbestattung erteilt ist.

Solche Leichen sind unnrittelbar nach der Ankunft in die Feuerbestat-
tungsanstalt, oder, wenn deren Einäscherung ausnahmsweise nicht sofort
ersolgen kann, zunächst in die Leichenhalle zu devbringen und hat deren
Vebbrennung, wenn möglich, noch am gleichen, späteftens aber am folgenden
Tage stattzufinden.

ß 43. Die Einsegnungsfeierlichkeiten für hier Verstorbene finden in der
Regel in der Leichenhaüe statt, worauf die Leiche im Zuge nach der Feuer-
bestattungsanstalt verbracht wird.

Aus Wunsch der Hintevbliebenen können Lie Feierlichkeiten auch in der
Feuerbestattuugsanstalt, wohin in diefem Falle die Leiche vorher gu ver-
bringen ist, abgehalten werden.

ß 46. Die Aschenreste, welche den Hinterbliebenen nach ihrem Wunsch
entweder in geschlossenen Holzkistchen oder Gesätzen von gebranntem Ton
oder in zugelöteten Blechbüchsen übergeben werden, können entweder aus dem
Friedhof beerdigt oder ebendaselbst oberir-disch aufbewahrt oder auch von den
Hinterbliebenen in eigene Verwahrung genommen werden.

Mahgebend ist tn bieser Hinsicht in erster Linie der Wunsch oder die
Anordnung des Verstorbenen, in Ermangelung solcher der Wunsch derjenigen
Personen, welche sür die Bestattung sor-gen.

Sämtliche Arten von Behältern im Sinne des Absatzes 1 dieses Para-
graphen werden in vorschriftsmätziger Weschaffenhett von der Friedhof-Koin-
mission stets vorrätig gehalten.

V. Schlußbestimmungen.

ß 51. Für den Besuch des Friedhoss gelten folgende Vorschriften:

1. Der untere Eingang des Friedhofs am Steigerweg ist im Sommer
von 6 Uhr morgens, im Winter von Sonnenausgang bis zum Sonnenunter-
gang geössnet.

Eine Biertelstunde vor dem Schl-ietzen des Tores wird ein Zeichen mit
der Glocke gegeben, worauf jedermann den Friedhos zu verlassen hat.

2. Jeder Besncher hat ein anständiges, ruhiges, der Würde des Orws
angemessenes Benehmen zu bewahren.

3. Das Wetreten der Leichenfelder ist nur den Beamten des Friedhofs,
der Leichenbegleitung, den Angehörigen der dort Ruhenden oder den mit
der Pslege der Gräber Beauftragten gestattet.

4. Kindern ohne Begleitung Erwachsener ist 'der Besuch des FrieLhofs
untersa-gt, auch dürfen keine Kinderwagen in denselben gebracht werden;
dagegen haben Fahrftühle, in welchen einzelne kranke Personen gefahren
werden, Einlatz.

5. Allen Personen, welche nicht zur Trauerversammlung! gehören, na-
mentlich aber Frauen. ader Dienstnrädchen mit Kindern, ist der Ausenthalt
in der Einsegnungshalle und deren Umgebung sowie in der Nähe des Grabes
oder der Feuerbestattung-sanstalt während der Trauerseierlichkeiten untersagt.

6. Es ist verb-oten, Hunde auf den Friedhof mitzubrin-gen oder aus dem
Friedhof zu rauchen; ebenso ist untersagt, in den Anlagen oder aus fremden
Gräbern Blumen und Pflanzen zu pflücken oder die Gräber und deren
Pflanzen zu beschädigen.
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