Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim sowie dem angrenzenden Teile der Gemeinde Rohrbach für das Jahr 1915 — Heidelberg, 1915

Seite: 593
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3876, Mafzregeln gegen die Hundswut betr.,*) der ortsvoltzeiltchen Vorschrift vom

l. Januar 1908, sowie der K 22 und 51 dieser Vorschrift.

Es tst verboten, Hunde in den Anlagen hresiger Stadt umherlaufen zu
tasscn.

V. Vorschriften z«r Erhaltung der Reinlichkeit anf den ösfentlichen Straßen.

§ 63. V e r u n r e i n i g u n g der Stratzen.

Jede Verunreinigung der Stratzen und Plähe, sowie jede Beschädigung
und Verunreinigung der an densetben gelegenen Baulichkeiten, Denknräler
und anderer öffentlicher Vorrichtungen ist verboten.

Als Verunreinigung wird insbesondere auch dre Verrichtung der Not»
durft auf öffentlichen Stratzen und Plätzen angesehen.

Das Füttern der Pferde und sonstigen Zugtiere ist nur unter Anwen-
dung von Firttersäcken und Furterkästen gestattet.

§ 66. T r a n s p o r t v o n S ch u t t u. s. w.

Beim Transport, sowie beim Auf- und Abladen von Staub gebenden
Materialien ist so zu verfahren, datz die Staubentwickelung eine nröglichst ge-
ringe ist.

Zur Abfuhr von Dünger und anderen Abfallstoffen, Kohlen, Asche, Sand,

Kalk, Bauschutt, Bausteinen usw. sind nur dichte Wagen und Behälter zu ver-
wcnden; die Ladung darf in ihrer ganzen Ausdehnung nicht über den oberen
Rand der Wagen hervorragen, damit nicht die Straße durch herabfallende
Teile derselben verunreinigt wird.

Die Abfuhr von Pfuhl und flüssigem Dunggrubeninhalt darf nur in
Fässern oder in gedeckten und wasserdichten Kastenlvagen erfolgen.

Zur Abfuhr von Abtrittinhalt dürfcn nur wasserdichte Fässer verwendet
wcrden, welche durch Trichterösfnungen, Lie in der Mitte ihrer Tiefe rnit wohl
eingefügten Trichterdcckcln verschlietzbar 'sind, zu süllen und durch gut in die
Fatzbödcn und die Gurgeln eingepahte, durch Scklietzen befestigte Türc^n
zu entleeren sind.

Weder Abtritt- noch Dunggrubeninhalt darf auf die Stratze geleert wer-
den; auch ist untersagt, die zur Abfuhr diencndcn Wagen, feien dieselben ge-
füllt oder geleert, anf öffentlichen Stratzen oder Plätzen der Stadt und deren
nächsten Umgebung längere Zeit steben zu lassen, als dies zum Zwecke der
Grubenentleerung unbedingt erforderllch ist.

Die zur Dungabfuhr dicnenden Fäsier und Wagen sind in deutlichcr und
haltbarcr Weise mit dem Namen des Eigcntümers zu versehen.

Z 67. A bf uh r des G r n b e n i n h a l t s.^*)

1. Der Verkehr mit Kloaken- und Grubeninhalt innerhalb der Stadt, Abdg.u.

die Rcinigung von Kloaken und Abtritten und die fogleicb vorzunchmercde ^"5
Aöfuhr ihres Jnhaltes darf, soweit dieselbe nicht von der städtischen Abfuhr- ^'

anstalt zu besorgen ist, nicht vor nachts 11 Uhr nnd in den Monaten April

bis Oktober nicht nach 5 Uhr, in den übrigen Monaten nicht nach 6 Uhr mcr-
gcns bcwirkt werden.

2. Für den Verkehr mit trockenem Stalldünger und Ptublwasser inner-
halb der Stadt sind, falls dic Ladung aus Mangcl an Hofranm auf der
Stratze erfolgen mutz, die in Z'ff. 1 festgesetzten Zeitbestimmnngen gleicbfalls
mahgebend.

3. Denjenigen Grundbesitzern, welche einen geschlossenen Hofraum be-
fihen, in Lem die Ladung geschehen kann, ist jedoch gestattet:

u. Während der Monate Septembcr lns 1. Juni trockenen Stalldünger
bis 12 Ubr mittags und Pfuhlwasser zu ieder Stunde des Tages,

d. Während der Monate Jum, Juli und August trockenen Stalldüngec
und Psuhlwasser bis morgens 8 Uhr zu laden und umherzusübren.

Bei besondercn Witterungsverhältnisien, z. B. bei GlatteiS, rann das
Bezirksaint auf Antrag des Stadtrats den biesigen Landwirten den Verkehr

*) Jetzt §8 iio—iis der AuSfiihrnngSvorsckiriften zum Mehseuckengesetz und KK ss—41
des Viedseuchengesetzes vom 26. Iuni

Gitt nnr fnr den Teil der srüderen cAemeinde Handi'chndSdeirn südlich deS KapellenmegS.
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