Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim sowie dem angrenzenden Teile der Gemeinde Rohrbach für das Jahr 1915 — Heidelberg, 1915

Seite: 603
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Falls in der Nähe befindliche Pferde oder andere Tiere sich beim Na-
hen des Stratzenbahnwagens unruhig zeigen, hat der Wagenführer langsam
zu fahren und erforderlichenfalls folange zu halten, bis die Tiere vorüber-
gegangen find.

H 41. Die Signale der Alarmglocke hat der Wagenführer zu geben:

a) bei jedem Anfahren;

d) beim Passieren von Straßenkreuzungen und nicht übersicht-
lichen Biegungen;

c) fobald Hindernisfe auf der Bahn bemerkt werden.

§ 42. Durch die Uelbernahme des Betriebs der Stratzenbahnlinie Heidel»
bevg-Wiesloch durch die Heidelberger Stratzen- und Bevgbahn-Aktien-Ge'fell-
schaft ist dieser Paragraph zum Teil nicht mehr zutreffend, zum Teil über-
flüssig geworden.

Durch Ortspolizeiliche Vorschrift vom 14. Dezember 1905 wurde er ge-
strichen.

6. SLraf- und Schlußbestimmunge«.

§ 43. Uebertretungen dieser Vorschriften werden, soweit nicht nach
sonstigen gesetzlichen Vorschriften eine höbere Strafe verwirkt ist, nach Z 366
Ziff. 10 R.-St.-G.-B., 8Z 108 Zisf. 5. 1S7 P.-St.-G.-B. an Geld bis zu
150 Mark oder zutresfenoenfalls mit Haft bestraft.

Fahrordmmg für die Dergbahn KvrnMarkt-Molkenkur-

Könrgstnhl.

Ortspolizeiliche Vorschrift vom 8. Februar 1907 mit Ergänzung und Abänderungen
vom 3. September 1907 unter Aufhebung der ortspolizeil. Vorschrift v. 5. April 1890,
den Betrieb der Bergbahn belr., aus Grund des tz 366 Ziff. 10 R.-St.-G.-B.,
Art. 3, IV des bad. Giniührungsgesetzes sowie des 8 108 des bad. P.-St.-G.-B.

ß 1. Die Leitnng des Betriebs der Bergbahnen, sowie die Aufncht
über die Unterhaüung derselben und dcren BetriebsmiLtel ist einem Vor-
stande zu übertragen, welcher für Lie Gefchäftsführung, infoweit dieselbe der
ftaatlichen Beaufsichtigung unterliegt, der Auffichtsbehörde verantwortlich ist.

§ 2. Die Bahnen mit ihren sämtlichen Nebenanlagen und Bctriebsmitteln
sind fortwährend in vollkommen betriebssicherem Zustande zu erhalten, dergestalt,
daß dieselben ohne Gesahr mit der gestatteten Gefchwindigkeit (ß 5) befahren
werden können.

Jeder Wagen muß außer einer von Hand zu bedienenden Bremsvor-
richtung mit einer bei einem Seilbruche ficher wirkenden felbsttätigen Bremfe
versehen sein.

Ferner sind die Fenster der Wagen der Bahn Kornmarkt-Molkenknr auf der
inneren Bahnfeite so zu versichern, daß ein Hinausbcugen seiiens der Fahrgäste
oder ein Hinausstrecken von Körperteilen ausgeschlofsen ist.

Die fünf Stationen sind durch elektvifche Läutewerke zu verbinden.

8 3. Die Gleife iind autzerhalb der Bahnftationen 0,3 Meter über die
Wagenbreite hinaus von allen Anhäufungen von Erde, Kies und fonftigen
Fahrhindernissen frei zu halten.

Die Bahnftrecken und sämtliche Betriebsmittel find während der Be-
triebsdauer täglich mindeftens zweimal, daruntcr einmal vor Beginn dev
Fahrten, durch Begehen der Bahnen, sodann durch Lie Revisionszüge zu revi-
dieren; dabei ist insbesondere auch auf den Zuftand der Zahnstange und der
Bremfen zu achten.

Allen wegen der llnterchaltung der Bahnen und der Betriebsmittel (§8 2
und 3), sowie wegen der Bahnpolizei in der Folge etwa ergehenden weiteren
Anordnungen der Aufsichtsbehärde hat die Mtriebsunternehmerin Folge zu
leiften.

Zu den von der Aufsichtsbehörde für notwendig erachteten, auf Kosten
der Betriebsunternehmerin vorzunehmenden technifchen Revistonen hat die
letztere das etwa erforderliche Hilfspersonal zu stellen.
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