Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim sowie dem angrenzenden Teile der Gemeinde Rohrbach für das Jahr 1915 — Heidelberg, 1915

Seite: 604
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/AdressbuchHD1915/0664
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
604

§ 4. JeLem Zuge ist das Zur Führung und Bedienung erforderliche
Perional beizugeben. 'Dasselbe muß zur Besorgung Ler ihm übertmgenen
Verrichtungen befähigt und znverlässig sein; die Nachweise hierüber stnd auf Ver-
langen dem Bezirlsamte einzureichen.

Die Betriebsordnung sowie Lie Dienstweisungen sür Lie Bedienstetcn
beLürsen der polizeilichen Bestätigung.

Bedienstete, welche sich Zuwiderhanülungen gegen die Bestimmungen
der Betriebsordnung oder ihrer Dienstweisung bezw. sonstige Nachlässigkeiten
im Dienste zu Schulden konunen lassen, sin'd — r.nbeschadet ihrer Bestrasnng
auf Grund dieser Vorschrift — auf Verlangen der Aussichtsüehörde zu ent-
lasscn; das lehtere gilt auch von solchen Bediensteten, welche sich zur weiteren
Besorgung des Dienstes in der Folge als unbesähigt erweisen.

Z 5. Die Fahrgeschwindigktsit dars 2 Meter in der Sekunde nicht übersteigen.

Bei Fahrten während der Dunkelheit mutz das Bahngleis vermittelst
einer an den Wagen nach vorn anzubringenden Laterne derart erhellt
werden, datz das Gleis auf mindestens doppelte Bremslänge übersehen wer-
den kann. Autzerdern sind die Wagen im Jnnern, sowie die Warteräums
und Stationszugänge zu belcuchten.

Z 6. Die Züge dürfen nur aus einem auf- und abwärtsfahrenden Wagen
bestehen. Die höchste Zahl der in einem auf- und abwärtsfahrenden Wagen zu-
zulasfenden Personen beträgt 50.

Bei Beförderung von Gepäck ist dis festgesetzte Personenzahl dem Gewicht
des Gepäcks entsprechend zu vermindern.

Erg. v. ^ 6a. Während eines Gewitters im Bereich der Bergbahn ist der Betrieb

-.IX. 7 xirMstgllM,

§ 7. Das Mtreten des Bahnkörpers ist nur den Bahnbediensteten und
dem Aufsichtspersonal gestattet.

Das Csinsteigen in einen bereits in Gang gesetzten Zug, der Versuch, so-
wie die Hilfeleistung dazu ist verboten, desgleichen das Aussteigen, so lange
der Zug sich noch in Bc'wegung befindet.

Abdg. v. Ebenso ist el untersagt, auf der Plattform des Wagens sich über fie hiuauszu-
g. ix. 7 beugen, einzelne Körperteilehiuauszustrccken oderdiestromführendenTeilezuberühren.

K 8. Vorbelmltlich der weitergehenden Strafvorschriften der ^ b05,
315 und 316 des R.-St.-G.-B. ist es unterfagt, die Bergoahnen und die
zugehörigen Anlagen und Betriebsmittel zu beschädigen. Desgleichen ist
jede Handlung strafbar, welche — wie die Anbringung von Fahrhindernisfen,
unbefugter Gebrauch der Bremsvorrichtuug, Nachahmung der Signale
u. dgl. — den Bahnbetrieb gefährden oder ftören könnte.

8 9. Alles Lärmen und Singen in den Wagen ist untersagt und das
Tabakrauchen nur auf den Autzenplätzen und in den als Rauchcoupä be«
zeichneten Wagenabteilungen gestattet.

§ 10. Personen, welche wegen einer sichtlichen Krankheit oder aus an-
deren Gründen den Mitfahrenden augenfcheinlich lästig werden, sind don der
Fahrt auszuschlietzen. Etwa schon bezahltes Fahrgeld ist denselben zurück-
zugeben. Perfonen, welche betrunken sind oder sich unanständig benehmen,
sind vor der Fahrt auszufetzen uud haben keinen Anfpruch auf Rückgabe des
Fahrgeldes.

Abdg.v. § 11. Größere Hunde dürfen bei den regelmäßigen Fahrten nur im
s. ix. 7 Gepäckraum und nur in Beglcitung von erwachsenen Personen gegen Cmt-
richtung der tarifmäßigen Gebühr mitgenommen werden. Schoßhunde werden
dagegen frei und auch im Jnnern deS Wagens beförsert, wenn sie auf den
Schoß genommeu werden.

Z 12. Ein Llbdruck der M 7—11 und 13 dieser Bergbahnordnung ist
in den Einsieigehallen und im Jnnern eines jeden Wagens an geeigneter
Stelle anzuheften.

^ 13. Uebertretungen dieser Vorschriften werden gemätz 8 366^ Ziff. 10
des Reichsstrafgefetzbuches mit Gelü bis zu 60 Mark oder mit Haft bis zu
14 Tagen bestraft.
loading ...