Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim sowie dem angrenzenden Teile der Gemeinde Rohrbach für das Jahr 1915 — Heidelberg, 1915

Seite: 607
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Zuwiderhandlungen gegen § 2 Ziff. 2 werden nach § 129 des P.--St.-
G.-B. mit Geldstrnfen bis zu 60 Mark oder mit Haft bis zu 14 Tagen und
Zuwiderhandlungen gegen Z 2 Ziff. 3 nach § 100 des P.-St.-G.-B. mit Geld-
strafen bis zu 10 Mark geahndet.

Spielplach-Ordnung.

OrtspolizeilicheVorschrift v. 24.Februar 1912 auf Grund des § 366 Z.10 R.-St.-G.-B.

§ 1. Die städtischen Spielplätze auf dem rechten Neckarvorland unter-
halb der Friedrichsbrücke und auf dem Gelände vor dem Volksschulhaus
in der Vangerowstratze dürfen nur von Schulen und Vereinen, welchen
dies von der Gemeindeverwaltung ausdrücklich gestattet worden ist, und
nur in den ihnen hierfür eingeräumten Stunden zum Spielbetrieb benützt
werden, der unter tunlichster Vermeidung von Lärm und Geschrei zu er-
folgen hat.

Personen, welche eine Erlaubnis nicht besitzen, ist eine solche Benützung
untersagt.

Das Herumstehen Unberufener auf den Spielplätzen während des
Spielbetriebs ist verboten.

8 2. Zuwiderhandelnde werden mit Geldstrafe bis zu 60 Mk. oder
mit Haft bis zu 14 Tagen bestraft.

Fahrräder,

der Verkehr mit solchen auf öffentlichen Wegen und Plätzen.

Verordnung Großh. Miuisteriums des Jnnern vom 7. November 1907 (Ges.- und
V.-Bl. S. 542/546) sowie Abänderung diessr durch Verordnung Gr. M. d. I.
v. 23. März 1908 (Ges.- u. V.-Bl. S. 85/86) auf Grund dss 8 366 Ziff. 2, 3 u. 10
des R.-St.-G.-B., des Z 108 Ziff. 5 P.-St.-G.-B. und des Z 26 des Verwaltungs-
gebührengesetzes und unter Aufhebung der Verordnungen vom 29. Oktober 1895
(Ges.- u. V.-Bl. S. 377) u. 18. März 1896 (Ges.'- u. V.-Bl. S. 64).

-4. Allgemeine Vorschriften.

8 1. Für den Radsahrverkehr gelten finngemäß die den Verkehr oon Fuhr-
werken auf öffentlichen Wegen und Plätzen regelnden polizeilichen Vorschriftm, soweit
nicht in nachfolgendem andere Bestimmuugen getroffen sind.

Auf Fahrrader, welche im öffentlichen Transportgewerbe verwendet werden,
sowie auf dre Fahrer dieser Räder finden neben den nachstehenden Vorschriften die
allgemeinen Bestimmungen über den Betrieb der dem öffentlichen Transportgewerbs
dienenden Beförderungsmittel Anwendung.

Auf Fahrräder, die nicht ausschließlich durch menschliche Kraft betrieben werden,
nnden die nachstehenden Vorschristen insoweit Anwendung, als nicht in den Vor-
schriften, betreffend den Verkehr mit Kraftfahrzengen, ein anderss bestimmt ist.

6. Das Fahrrad.

8 2. Jedes Fahrrad muß verfehen sein:

1. mit einer sicher wirkenden Hemmvorrichtung;

2. mit einer helltönenden Glocke zum Abgeben von Warnungszeicheu;

3. während der Dunkelheit uud be'. ftarkem Nebel mit einer hellbrennenden
Laterne mit farblosen Gläfern, welche den Lichtschein nach vorn auf
die Fahrbnhn wirst.

0. Der Radfahrer.

a) Ausweis über die Person des Radfahrers.

§ 3. Der Radfahrer hat eine auf seinen Namen lautends Radfahrkarte bei
sich zu führen und auf Verlangen dem zustäudigen Beamten vorzuzeigen.

Die Karte wird vom Bezirksamt des gewöhnlichen Aufenthaltsorts des Rad-
fahrers nach dem Muster der Anlage ausgestellt.

Für Perfonen unter 14 Jahren erfolgt die Ausstellung auf Antrag des
Vaters, Vormundes oder fonstigen Gewalthabers.

Die Radfahrkarte gilt für den Umfang des Deutschen Reichs.
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