Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim sowie dem angrenzenden Teile der Gemeinde Rohrbach für das Jahr 1915 — Heidelberg, 1915

Seite: 623
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c)beiGoschäftsreisendeninHeidelberg:

1. Mit Muster, Höchstgewicht 25 Kilo, erste Stunde 70 Psg.

sede weiters „ 60 „

1/2 Zg

2. Mit Wagen, Höchstgewicht 100 Kilo, crste Stunde 80 „

jede weitere „ 70 „

Os 40

Neber 100 Kilo ist vor Beginn der Arbeit nach Nebereinkunft zu regeln.
Jede überschrittene 0« Stunde ist als üs Stunde
„ „ 0- „ „ „ 1 ganze Stunde

zu bezahlen.

Für die Nachbarorte ist sür jcde Stnnde 20 Psg. Znschlag, mindsstens
40 Pfg. zu berechnen..

M. Bemerkungen.

1. Verrichtungen, sür welche e:ne Gebüyr im Tarife nicht festgesetzt ist,
sind in der Regel nach der Zeit (Abschn. II) zu vergüten. Hält der Dienst-
mann in einem einzelnen Falle diese Vergütung nicht sür angemessen, so hat
er sofort bei Annahme des Auftrags dafür zu sorgen, daß ein ausdrückliches
Uebereinkommen abgeschlossen wird; andernsalls kann er nicht mehr als die
Gebühr nach der Zeit beanshruchen.

Hierbei wird der Vruchteil einer Stunde unter 30 Minuten für eine
halbe Stunde, über 30 Minuten sür eine ganze Stunde gerechnet.

2. Wird ein Dienstmann zur Uebernahme einer Vestellung zu dem Be-
steller in dessen Wohnung oder sonst wohin geholt, so ist hierfür sine Tars
von 10 Pfg. zu entrichten.

Crsolgt sodann eine Vestellung nicht, so hat der Dienstmann weiters
10 Pfg. anzusprechen.

3. Aus einen Austrag, welcher nicht sogleich erteilt wird (2), haben
die Dienstmänner 5 Minuten lang unentgeltlich zu warten, ebensolang auf
Rückantwort. Werden sie lüngsr ausgehalten, so sind ihnen von sti Stunde
zu Stunde weitere 10 Pfg. zu entrichten; die begonnene Viertelstunde
wird voll berechnet.

4. Die Dienste der Dienstmänner können in den Monaten April bis
einschlisßlich September nur von morgens 7 Uhr bis abends 8 Uhr und in
den Monaten Oktober bis einschließlich März nur von morgens 7 Uhr bis
abends 7 Uhr zur einfachen Taxe in Anspruch genommen werden; außer
dieser Zeit ist in den Monaten April bis September bis abends 10 Uhr, in
den Monateu Oktober bis März bis abends 9 Uhr die Hälfte der Taxe mehr,
von da an dis doppelte Taxe zu entrichten.

5. Anforderungen von Trinkgeldern sind den Dienstmännern strengstens
untersagt.

Die Nufstsllung der Hotelangestellisn am Hmrptbahnhof

in Heidelbrrg.

Ortspolizeil. Vorschrift v. 1. August 1909 auf Grund des 8 366 Ziff. 10 R.-St.-G.-B.

8 1. Hoteldiener, Portiers und sonftige Hotelangestellte dürsen sich
am Hauptbahnhof nur an den ihnen durch die Bahnbehörde zugewiesenen
Plätzen aufftellen.

Auch ist es untersagt, an anderen Stellen Paffanten anzureden, um
sie zum Aussuchen eines beftimmten Gafthoses zu veranlassen.

§ 2. Das Ausrusen und laute Anpreisen von Gasthöfen usw. isi
verboten.

8 3. Uebertretungen dieser Vorschrist werden mit Geldstrafe bis zu
60 Mark oder mit Haft bis zu 14 Tagen bestraft.

Wiederholte Zuwiderhandlungen können die Untersagung der Auf-
stellung am Bahnhof zur Folge haben. Die UnLersagung erfolgt durch das
Bezirksamt im Benehmen mit der Bahnbehörde.
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