Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim sowie dem angrenzenden Teile der Gemeinde Rohrbach für das Jahr 1915 — Heidelberg, 1915

Seite: 638
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An den genannten drer Feiertagen dürfen Ansichtspostkarten anf öffentlichen
Straßen und Plätzen von Personen, die eine nach § 7 Str.P.O. erforderliche Er-
laubnis erwirkt haben, in der Zeit von Schluß des vormittägigen Hauptgottes-
dienstes bis abeuds 10 Uhr verkauft werden.

Jn offenen Verkaufsstellen — und hierzu zählen auch die Torbögen, genehmigte
Verkaufsstände und der Verkauf von Fenstern aus auf die Straße — ist der Ver-
kauf von Ansichtspostkarten am Pfingftsonntag überhaupt nicht gestattet; am Pfingst-
montag uud Fronleichnamstag ist er in der Zeit von 8—9 Uhr vorm. und vou
11—7 Uhr nachm. erlaubt.

Die Sonntagsruhe im Barvier- und Friseurgewerbe.

Bezirksamtliche Anordnung vom 18. Juni 1914 auf Grund des Ortsstatuts vom
16. November 1911 in Verbindung mit den ZZ 105 b, a Abs. 1, § 41 u und b der
Gewerbeordnung, Art. III Ziff. 2 und 3 der V.V.O. vom 24. März 1892, auf Antrag
von ^/s der hiesigen Barbier- und Friseurgewerbetreibenden im Einverstünduis mit

dem Stadtrat Heidelberg.

Die Sonntagsruhe im Barbier- und Friseurgewerbe wird mit
sofortiger Wirkung folgendermaßen geregelt:

Zn der Stadt Heidelberg (einschließlich Stadtteil Handschuhsheim, Neucnhein!
und Schlierbach) ist die Beschüstigung von Gchilfen, Lehrlingen und Arbeiteru im
Barbier- und Friseurhandwerk an den Sonn- und Feiertagen nur bis 1 Uhr nach-
mittags gestattet.

Am 1. Weihnachts-, Ostor- und Pfingstseiertag, sowie auch am
Charfreitag und Fronleichnamstag darf ein Betrieb im Barbier- und
Friseurgewerbe nicht stattfindcn, ausgenommen ist jedoch die Bedienung von Frauen
zu Hause und die Verrichtung der zu theatralischen Aufführungcn und dergleichen an
diesen Tagen, wie auch an den gewöhnlichen Sonntagen, erforderlichen Arbeiten.

Die Stunden, während welcher in den Verkaufsgeschäften der Barbiere und
Friseure Gehilfen, Lehrlinge und Arbciter beschäftigt werden dürfen und ein Verkehr
in offenen Verkaufsstellen stattfinden darf, werden für das ganze Jahr auf 7—9 Uhr
morgens und 11-1 Uhr nachmittags festgesetzt.

Soweit hiernach Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter nicht beschäftigt werden
dürfen, darf in den offenen Verkaussstellen überhaupt kein Gewerbebetrieb
stattfinden.

Zuwiderhandlungen werden gemäß K 146u Gew.-Ordg. mit Geldstrafe
bis zn 690 Mark oder mit Haft bestraft.

8.

Die sämtkichen unter III verzeichneten Ausnahmen werden an die
Be-dingung geknüpft, Latz im handelsgewcrblichen Teil der betr. Betriebe
Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter über die in I -V oben festgesetzten Stunden
hinaus nur dann beschäftigt werden dürfen, wenn jeder derselben:

1. entweder an jedem zweiien Sonntag von morgens 8 Uhr bis abends
8 Uhr,

2. oder in jeder zweiten Woche an einem Werktag bolle 24 Stunden von
der Arbeit freigelassen wirü.

IV.

Am Oster- und Pfingstsonntage, sowie am ersten Weihnachtsfeiertage
dürfen, abgesehen von üen Ausnahmen unter II 8 Ziff. 2 und III b Ge-
hilfen, Lehrlinge und Arbeiter im Handelsgewerbe überhaupt nicht befchäf«
tigt werden.

Jnfoweit eine Beschäftigung von Gehilfen, Lehr-
lingen und Arbeitern im Handelsgewerbe nicht zu-
lässig ist, darf ein Gewerbebetrieb in ofsenen Ver-
kaufsstellen überhaupt nicht stattfinden.

Die Läden und fonstigen Verkaufsftellen find
autzer der zugelassenen Verkaufszeit gefchloffen zu
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