Stadtbuch der Stadt Heidelberg nebst dem angrenzenden Teile der Gemeinde Rohrbach für das Jahr 1919 — Heidelberg, 1919

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es bsstanden am I. November 1918 als vereinslazarette nnr noch im akadem.
Nrankenhaus die medizinische, chirurgische, 5lugen-, Ghren- und Hautklinink,
ferner Oiakonissen-, 5t. Iosefs- und Zamariterhaus, endlich die Lazarette
völcker, vulpius und Zahnklinik.

Die Gensssenfchast sreiw. Urankenpfleger hielt wie im Zrieden so auch in
den 6 Rriegsjahren ibre Unterrichtskurse ab und hatie am 1. November 1918 an
ausgebildetem Psrs^nal 236 Rrankenpfleger und 148 kselferinnen.

IV. Vei der Verteilung oer hiesigen Zugsankünfts auf zwei regelmäßige
Lmpsangsstellen skjaupt- und Güterbahnhof), teils für ankommende oder abgehende
Verwundete und Üranke, teils für MiliLarpassanten, manchmal auch für andere
aus wichtigen Gründen vom Kotsn Ureuz zu fördernde Nnkömmlinge, waren nicht
nur manche, z. T. umfangreiche Bauten des N. Ur. nötig, sondern auch, bei
Tag und Nacht, der Transportdienjt und seine Zusammenhänge besonders aus-
gebreitet und mühevoll.

Durch die gute Nusstattung der Lazarettzüge und Linrichtung von Nlilitär-
kantinen ist die volle Nostverpflegung dabei selten geworden. Dagsgen stieg
die fortgeschriebene Zahl der vom Noten Rreuz unentgeltlich gereichten Er-
srischungen im 3ahr 1918 auf über zweieinhalb Millionen Fälle fdavon an der Lr-
frischungsstelle am lfauptbahnhof 1,828,000), und die der gewährten Ueber-
nachtungen auf 93,466; letztere fanden statt in dem vom N. Nr. gemietetem Teil
des Gasthofs Zchrieder und in vom Bahnfiskus bezw. der Stadt gewährten
Näumen (altes Zollager, später jedoch geräumt, und Gasthof Tannhäuser).

Nn einer dritten Bahnstelle, Stellwerk oder Rangterbahnhos genannt, wurds
im ljerbst 1914 bei der militärischen verpflegungsstation -für gesunde Truppen
die Rote Nreuzhülfe ausgeübt. Nuch ist derselbe Oienstzweig dann in der Zeit
des Nücktransportes der Truppen nach dem Waffenstillstand wieder da aufge-
nommen worden.

Oie Lanitüts- und ^ilfskolonnen, mit Unterstützung durch die Feuerwehr,
sowie die Damen, welche die Zubereitung und Zpeiseverteilung an den ver-
schiedenen Ltellen besorgten, und die lfeidelberger Ztraßenbahn (N.-G.), haben Zur
Bewältigung der Nufgaben zusammengewirkt; für das richtige Ineinandergreifen
war das Transportbüro besorgt. Nn den Zanitätskolonnen sind auch die Land-
orte des Vezirks beteiligt, deren Nlannschaft durch 156 Linrufungen ins §e!d-
und Ltappengebiet sich auf 59 Nöpfe vermiuderte. Nuch von der städtischen Sani-
täts- und kfilfsmannschaft, die im November 1918 noch über 200 INann zählte,
waren starke Linrufungen erfolgt, manche Lücken wurden aus >der reiferen
Iugend ersetzt mit freundlicher kfilfe namentlich seitens des Gpmnasiums, des
Lehrerseminars und der Gberrealschule.

V. Veim kjauptsammellager stand im Nnfang die RNtverssrgung der hie-
sigen Lazarette mit Gemüse. Gbst, Ivein, Zigarren im vordergrund; durch be-
sondere Landsammelfahrten wurde der ganze Vezirk daran betsiligt. Oie
Loge Nupprecht zu den 5 Nosen, sowie >die Torps Zuevia und Nhenanm haben
die Gbsrverwertung durch Einrüumung von kfaus bezw. Gartenertrag gefördert.

Kllmählich bekam das Liebesgabenweseri fürs ^eld, dem übrigens schon im
September 1914 ein eigener Transportzug (9 Kutos) in die INetzer Gegend ge-
widmet war, das Uebergewicht. Nicht nur zu Weihnacht, sondern auch zu
Gstern und Großherzogs - Geburtstag gab das Note Rreuz große INengen
von paketen hinaus (z. V. zu kveihnacht 1918 über 15,000 Ztück je im Durch-
schnirtswert von 7 INark), daneben auf Linzelgesuche während des ganzen 3ahres
vieles, das gewünscht wurde. INehrfach wurden kfeidelberger kisrren auch teils
vom Landesverein, teils vom Noten Nreuz hier als Liebesgabenbegleiter ins Feld
entsandt.

Ie knapper Nahrungs- und Vekleidungsmittel schließlich wurden, umsomehr
hat sich die früh begonnene versendung von Lesestosf ausgebildet, teils durch
die Vücherei des Noten Rreuzes aus ihren Beständen, dann durch die Linrichtung!
besonders dem Zweck angepaßter Schützengrabenbücherspenden und Leldbiblio-
theken (15,635 Bände bis I. Nugust 1918), endlich durch die kserstellung des
Neidelberger Soldatenbüchleins, das 1917 in zwei Nuflagen (zusammen 15,000
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