Stadtbuch der Stadt Heidelberg nebst dem angrenzenden Teile der Gemeinde Rohrbach für das Jahr 1920. — Heidelberg, 1920

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Chroirologische Zusammenfiellung
wichtiger Segebenheiten und Lreignisse in -er Lta-t Heidelberg.

Die Geschichte Heidelbergs reicht, wie die „städtischen Ausgrabungen" der Jahrs
1898—1901 erwiesen haben, bis in die jüngere Steinzeit hinauf.

Wo heute das Bergheimer und das Neuenheimer Stadtviertel sich ausdehnen,
lagen schon in der jüngeren Steinzeit (neolithischen Zeit) blühende Dörfer, die durch
die Bronzezeit, die ätlere und jüngpi-p Eisenzeit (die Hallstatt- und La-Täne-Periode),
durch die Römerzeit und die frühgermanische Zeit bis in das späte Mittelalter bezw.
bis in die Gegenwart sortbestanden haben.

Zur Römerzeit (1.—3. Jahrhundert) bildete die Heidelberger Gemarkung einen
Teil der oivitsg 8usboi-um Iliorstum, eines Verwaltungsbezirkes der römischen Pro-
vinz Germania Superior. Das Römerkastell zu Neuenheim (dessen Grundmauern
1896 ausgedeckt wurden) bildete als Neckarsperrsort einen wichtigen militärischen
Stützpunkt, die römische Neckarbrücke dahier ein wichtiges Bindeglied der hier sich
kreuzenden römischen Militärstraßen.

765. Erste Erwähnung des Dorses Neuenheim in einer Urkunde.

781. Erste Erwähnung des Dorses Bergheim in einer Urkunde des
Kiosters Lorsch.

Jm 9. Jahrh. Gründung cines Klosters (mit der Michaelsbasilika) aus der höchsten
Kuppe des Heiligenberges.

Ende des II.Jahrh. Gründung des Stephansklosters aus der vorderen Kuppe des
Heiligenberges.

1196. Erste urkundliche Erwähnung der Stadt Heidelberg.

1217. Aelteste Nachricht von einer Fähre über den Neckar.

1225. Erste urkundliche Erwähnung „der oberen Burg" aus dem kleinen
Gaisberg (Molkenkurhügel).

1289. Erste urkundliche Erwähnung der ältesten Heiliggeistkirche.

1303. Erste urkundliche Erwähnung der „beiden Burgen" d. h. der „oberen"
(des „altenSchlosses" auf dem kleinen Gaisberg) und der „unteren"
Burg (des heutigen Schlosses) zu Heidelberg.

1374. Gründung der Hofapotheke am Marktplatz.

25. Juli 1384. König Wenzel hält einen großen Reichstag in Heidelberg ab, um

dem drohenden Ausbruch von Feindseligkeiten zwischen den Fürsten
und Herren einerseits und den Städten andererseits vorzubeugen.

18. Oktbr. 1386. Gründung der Universttät durch Kurfürst Ruprecht I.

1392. Vereinigung des Dorfes Bergheim mit der Stadt Heidelberg durch
Kursürst Ruprecht II.

1396. Leichcnseier des I. Rektors der Universität, Marsilius von Jnghen,
in dem neuerbauten Chor der Heiliggeistkirche; seine Beisetzung
in der Peterskirche.

1400—1410. Kurfürst Ruprecht III. deutscher König. Sein Grabmal'in der
Heiliggeistkirche.

1415. Papst Johannes XXHl. Gefangener auf dem Schlosse unter Kursürst
Ludwig III.

30. Juni 1462. Kürsürst Friedrich der Siegreiche siegt bci Seckenheim.

1470. Zerstörung der Neckarbrücke durch einen Eisgang.

1485. Erscheint das erste in Heidelberg gedruckte Buch.

16. März 1485. Grundsteinlegung znr neuen St. Peterskirche unter Kurfürst Philipp.
1487. Verkauf der Kramläden und Plätze zwischen den Pfeilern der
Heilitzgeistkirche von der Universttät an die Stadt.

26. April 1518. Martrn Luther verteidigt im Augustinerkloster vor einer großen

Versammlung 40 Thesen; sein Besuch auf dem kursürstl. Schlosse.
1524. Vollendung d. Ludwiasbaues auf dem Schloß unter Kurf. Ludwig V.
1533. Vollendung d. dicken Turmes auf dem Schloste unter Kurf. Ludwig V.
5. April 1537. Zerstörung d. oberen Burg auf d. jctzigcn Molkenkur durch Blitzstrahl.
3. Jan. 1546. Erster proiest. Gottesdienst i. d. Heiliggcistkirche unter Kurf. Friedrich II.
1550. Ausbau des achteckigen Turmes durch Kurfürst Friedrich II.

1556. Einführung d. Reformation in der Pfalz durch Kurf. Otto Heinrich.
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