Stadtbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Handschuhsheim, Kirchheim, Wieblingen, Rohrbach un den zur Stadt gehörenden Siedlungen für das Jahr 1927 — Heidelberg, 1927

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Jm Stadtgarten.

(An der Gartenmauer hinter dem Wirt-
schaftsgebäude):

Dem Andenken

des Stadt-Directors Frhr. von Fischer
der sinnig und beharrlich
während kurzer Wirksamkeit
dem Entstehen dieser freundlichen Anlage
die thätigste Theilnahme widmete.
LW066XXXI.

Sophienstraße Nr. 12.

N. Friedreich
Ehrenbürger der Stadt,
baute sich dieses Haus 1877—79
und ftarb daselbst am 6. Juli 1882.

Im Seegarten.

(Granitstein)

Zum dankbaren Andenken
an

Garrendirektor
Joh. MetzgeA

Er wirkte unermüdlich,
sinnig und erfolgreich
für die Nervollkommnung
Unseres Landbaus
und

sür die Verschönerung
der Umgebungen
Unserer Stadt.

1851.

Rohrbacher Straße Nr. 57.

Zur Erinnerung an die Heidelberger Maler
Ernst Fries 1801—1833
Bsrnh. Fries 1820—1879.

Neuenheimer Laudstraße Nr. 32.

Hier wohnte

Heinrich von Treitschke
1872—1874.

Bergstraße Nr. 30.

Dieses Haus baute stch 1873
Hermann Köchly
o. Prof. der klass. Philologie
in Heidelberg 1864—1876
Reformator der Bad. Gymnasten
Mitglied des 1. Deutsch. Reichstags.

Am Schlößchen in Handschuhsheim.
Jn diesem Hause wurde der Maler
Karl Rottmann
Sohn dcs Zcichenmeister
Friedrich Rottmann
am Il.Januar 1798 geboren.

An der Neuen Schloßstraße.

Dem Andenken des Freundes und Wohl-
thäters der Stadt Heidelberg
Dr. med. Hermann Kleinschmidt
geb. in Heidelberg 1816, gest. daselbst 1869,
welcher durch letzten Wlllen sein ganzes
Vermögen zur Verbesserung und Verschö-
nerung seiner Vaterstadt schenkte, worans
dasselbe in den Jahren 1873—1876 durch
Beschluß des Stadtraths zur Herstellung
dieses Schloßweges verwendet wurde,
widmet diese Tafel die dankbare Bürger-
schaft 1876.

Anf dem Schloß.

(Am gläsernen Saalbau.)

Dem Andenken an
Karl Graf von Graimberg
geb. zu Schloß Paar in Frankreich 1774
gest. zu Heidelberg 1864
widmet diesen Denkstein in dankbarer An-
erkennung der Verdienste, die er sich um
diese Ruinen als Künstler durch seine bild-
lichen Darstellungen und als schützender
Freund erworben hat,
die Stadtgemeinde Heidelberg.

Auf dem Schloß.

(Jm Stückgarten.)

An diesem Orte weilte Goethe mit Vorliebe, sinnend und dichtend m den
Herbsttagen 1814 und 1815.

„Aus der Terrasse hochgewölbten Bogen
War eine Zeit sein Kommen und seinGehn;
Die Chiffer, von der lieben Hand gezogen,
Jch fand sie nicht, sie ist nicht mehr zu fehn.

O schließt euch nun, ihr müden Augenlider.
Jm Dämmerlicht der fernen schönen Zeit
Umtönen mich des Freundes hohe Lieder,
Zur Gegenwart wird die Vergangenheit."

Marianne Willemer (Suleika) aus ihrem hier entstandenen Gedicht v. 28. Aug. 1824,
Zur Erinnerung an dcn 150. Geburtstag Goethes, den 28. August 1899
und die aus Anlaß desselben in Gegenwart Jhrer Königlichen Hoheit des Groß-
herzogs Friedrich und der Großherzogin Luisc von Baden stattgefundene städtische
Goethe-Feier und die von Kuno Fischer gehaltene Festrede
am 29. Oktober 1899.
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