Stadtbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Handschuhsheim, Kirchheim, Wieblingen, Rohrbach un den zur Stadt gehörenden Siedlungen für das Jahr 1927 — Heidelberg, 1927

Seite: XXI
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Ldrotrologilche Lulammenttellung

wichtiger Segebenheiten und Ereignijse in -er ZtaLt Heidetberg.

Die Geschichte Heidelbergs reicht, wie die„städtischen Ausgrabungm" der Jahre 1898—1901 erwieseu
haben, bis in die jüngere St-nnzeit hinauf.

Wo beute das Bergheimer und das Neuenheimer Stadtviertel sich ausdehnen, lagen schon in der jüngeren
Steinzeit(neolithischenZeit) blühende Dörser, die durch die Bronzezeit, die ältere und jüngere Eisenzeit sdie
Mllstatt- u»dLa-Töne-Periode), durch die Römerzeit und die frühgermanischeZeit bis in das späteMittel-
alter bezw. bis in die Gegenwart fortbestanden haben.

ZurRömerzeitsch—d.Iabrpundert) bildete dieHeidelbergerGemarkung einen Teil der civltLs Suebo-
rnm Xierstum, eines Verwaltungsbezirkes der römischen Provinz Germaniä Superior. Das Römerkastell
zu Neuenheim (dessen Grundmauern 1896 aufgedeckt wurden) bildete als Neckarsperrfort einen wichtigen
militärischen Stützpunkt, die römische Neckarbrücke dahier ein wichtiges Bindegiied der hier sich kreuzenden
römifchen Militärstraßeu.

765. Erste Erwähnung des Dorfes Neuenheim m einer Urkunde.

767. Erwähnung des Dorses Wieblingen in einer Lorscher Urkunde.

781. Erste Erwähnung des Dorfes Bergheim iu einer Urkunde des Klosters Lorsch.

788. Schenkung einer Basilika in Wieblingen an Lorsch.

Jm 9. Jahrh. Gründung eines Klosters (mit derMichaelsbasilika) auf der höchsten Kuppe des Heiligen-
berges.

Ende des II.Jahrh. Gründung des Stephansklosters auf der vorderen Kuppe des HeiligenbergeS.
1196. Erste urkundliche Erwähnung der Stadt Heidelberg.

1217. Aelteste Nachricht von einer Fähre über den Neckar.

1225. Erste urkundl.Erwähnung „der oberen Burg" auf dem kleinen Gaisberg (Molkenkurhügel).
1289. Erste urkundliche Erwähnung der ältesten Heiliggeistkirche.

1303. Erste urkundliche Erwähnung der „beiden Burgen" d.h. der „oberen" (des „alten SchlosseS"
au dem kleinenGaisberg) und der „unteren" Burg (des heutigenSchlosses)zuHeidelberg.
1374. Gründung der Hosapotheke am Marktplatz.

25. Juli 1384. König Wenzel hält einen großen Reichstag in Heidelberg ab, um dem drohenden Aus-

bruch von Feindseligkeiten zwischen den Fürsten und Herren einerseits und den Städten
andererseits vorzubeugen.

18. Oktbr. 1386. Gründung der Universität durch Kurfürst Ruprecht I.

1392. Vereinigung des Dorfes Bergheim mit der Stadt Heidelberg durch Kurfürst Ruprecht II.
1396. Leichenfeier des I. Rektors der Universttät, Marfilius von Jnghen, in dem neuerbauteu
Chor der Heiliggeistkirche; seine Beisetzung in der Peterskirche.

1400 —1410. Knrfürst Ruprecht III. deutscher König. Sein Grabmal in der Heiliggeistkirche.

1415. Papst Johannes XXHI. Eefangcner auf dem Schlosie unter Kurfürst Ludwig III.

30. Juni 1462. Kurfürst Friedrich der Sicgreiche siegt bei Seckenheim.

1470. Zerstörung der Neckarbrücke durch einen Eisgang.

1485. Erscheint das erste in Heidelberg gedruckte Buch.

16. März 1485. Grundsteinlegung zur neuen St. Peterskirche unter Kurfürst Philipp.

1487. Verkauf der Kramläden und Plätze zwischen den Pfeilern der Heiliggeistkirche von
der Universität an die Stadt.

26. April 1518. Martin Luther verteidigt im Augustinerkloster vor einer großen Versammlung 40

Thesen; sein Besuch auf dem kurfürstl. Schlosse.

1524. Vollendung d. Ludwigsbaues auf dem Schloß unter Kurf. Ludwig V.

1533. Vollendung d. dicken Turmes auf dem Schlosie nnter Kurf. Ludwig V.

5. April 1537. ZerstSrung d. oberen Burg auf d. jetzigen Molkenkur durch Blitzstrahl.

3. Jan. 1546. Erster protest. Gottesdienst i. d. Heiliggeistkirche unter Kurf. Friedrich II.

1550. Ausbau des achteckigen Turmes durch Kurfürst Friedrich II.

1556. Einführung d. Reformation in der Pfalz durch Kurf. Otto Heinrich.

1557—1659. Erbauung. aber mcht Vollendung des Otto-Heinrich-Baues auf dem Schloß durch
Äurfürst Otto Heinrich.

1591. Erbauung des ersten Großen Faffes unter Kurfürst Johann Kafimir.

1592. Erbauung des heutigen Gasthoses „Zum Ritter St. Georg" durch den Hugenotten
lRarlss Lslier.

1601—1606. Erbauung des Friedrichsbaues unter Kurfürst Friedrich IV.

1612. Vollendung des Englifchen Baues unter Kvrfürst Friedrich V.

1616—1620. Anlegung des Schloßgartens, insbesondere der großen Schloßterrasse, durch 8alomou
äe duus unter Kurfürst Friedrich V.

16. Sept. 1622. Erstürmung der Stadt durch die baycrifchen Truppen unter Tilly.

15. Febr. 1623. Wegführung der Univcrfitäts-Bibliothek nach Rom.

15.Mai 1633. Einnahme d. Stadt durch d. schwed. Truppen untcr Oberst Abel Moda.

3. Dezbr. 1634. Einnahme der Stadt durch die kaiserl. Truppen unter Graf Gallas.

18. April 1659. Grundsteinlegung zur Providenzkirche unter Kurfürst Karl Ludwig.
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