Stadtbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Handschuhsheim, Kirchheim, Wieblingen, Rohrbach un den zur Stadt gehörenden Siedlungen für das Jahr 1927 — Heidelberg, 1927

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^)ie Anlage de- Vrtes isl uralt und reicht in die älleste Zeit -er Lesicdelung a»
Neckar unö Astein zurück. Frühgeschichtliche Lunde aus alle» Zeitperiodcn wurden am
Drte gcmacht. Im Zahre ls)02 wurde -a, wo beute -as sogen. Kreuz, die Kaltesielle
dcr clektrischc» Straßenbabn ist, chpuren eines neolitbjschen Dorfes aurgegraben.
Randoerzierte chcherben ließen einc Mobngrube aus der jüngeren chteinzeit crkennen.
Auch aus der Germanenzeit fand man, wenn auch nicht am Vrte selbst, so doch in
unmittelbarer Näbe, nämlich auf der Gemarkung des benachbarten Rirchbeim, ein
Grab, welches die tvpischen Beigaben, chpatha, Äeramasar, Bronzefibeln, chchildbuekel,
Bägel u. a. mehr enchielt. Gs legt Zeugnis davon ab, daß auch um jene Zcit der
Mrt besiedelt war.

Reicher fließen schon die Vuellen aus der Bömerzeit. Lcim Bau eincs lsiauses
konnte man die Trümnier eines römischen Grabmales sreilegen, dessen Ausmaße recht

der Römerstraße, wie sie vom bfeidelberger chperrkastell über Wicsloch aufrvärts naä'
Mffenburg füfirte, nnd laßt' vermuten, daß an dieser chtelle eme röniische Lilla oder
eiue Machftation gewesen ssin muß. Weiter westlich, im Gewann lSteinächer, die zwi-
schen dem Grte und Airchbeim lieat, fanö man deiiu auch den choekel eines Lotiv^

der von den ini germanischen tande wcilenden Söldiiern und Aauflcuten am meisten
vershrte.

Die Dölkerwanderung spülte die Bomer und ibre Aultur, die sie im Landc
gepflanzt batten, binweg. Zn blindem Zorn zcrstörten die Germanen alles Zrcmde
nnd ließen es zu Gtaub und Trümmern werden. Kampf und Maffenlärm, chtreit um
Grund und Boden, um Aekerland und Meide durchtobten in jener Zeit die Gcsilde

machten dcr bferrschaft der römischen Aoborten ein Lndc und trieben sie die apia Llsuüis
binunter nach Ztalien.

Ts muß eine schreekliche Zeit gewcsen sein, die keine festen Mobnsihe aufkommen ließ.

Aus jener Zeit stammt auch die crste Nennung des Grtes in einem geschichtlichen
Dokumcnt. Der Gaugraf Tanoor, welcher als der Begründer des Alosters korsch aiu
gesehen werden kann, ftiftete diesem Kloster bedeutende Güter und seineni Beispicl folgten
viele seiner Untertanen.

Zm Zabre 7 6 7 stiftete soTbeudhrad und seine Gemahlin Milliswinde
einen Weinberg in Nohrbach „zum bfeil ihrer cheelen u»d zur Ghre Gotkes". Die
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