Stadtbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Handschuhsheim, Kirchheim, Wieblingen, Rohrbach und den zur Stadt gehörenden Siedlungen für das Jahr 1928 — Heidelberg, 1928

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Fefte Vrücken im kjeidelberger Stadtgebiet

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Ls sei angefügt, daß Zischer valentin Zries
und Georg Kckermann übernahmen die feh-
lsnden Steine wieder in Vrdnung zu bringen
und „die nöthigen vorlandsteine zu liefern
ilnd zwar den Fischernachen bis an die pfei-
ler zu liefern und dort aufzulegen um den
preis von 20 Kreuzern. Znr Kuffüllung der
kleineren Löcher zwischen den kiollsteinen lie-
fcrn dieselben den Zrschernachen groben Kies
an zu 16 Rreuzern.

Universität und Studentenschaft haben den
vrückenzöllner oft beschäftigt. Als aber im
Iahre 1844 auf vorstellung des vechtsgelehr-
tcn Univ.-Prof. Zachariae von Lingenthal eine
generelle Lrweiterung der Brückengeldbe-
freiung der Universitätsprofessoren und Stu-
denten auf deren verwandte angeregt wurde,
wehrt sich der Brückenzöllner und erkrlärt voll
Grimm, das; „wenn dies eintrete der daraus
entwachsende Uusfall gar nicht zu bemessen
sei, denn die Zahl der vettern und vasen
derer an der Universität heißt Legion!" Lin-
mal mußte der treue kfüter aber doch nach-
geben und zwar im folgenden Zall. prof.
Bluntschli 'oeklagt sich unterm 21. Ianuar
1864 darüber, das;, als in seinem Uuftrag
zur Füllung des Lislrellers der Staatsanstalt:
„Kkademisches Urankenhaus" Lis in 58 -zwei-
spännigen Huhren über die Brückc gcsahren
wurde vom Vrückengelderheber den ^uhrleu-
ten eine ansehnliche Summe Geldes al; Zoll
abgenommcn worden sei, während doch die
erwühnte klnstalt als in öffentlichem vienste
jtehend Uecht auf Vefreiung habc. Er bekam
Ucchl und das Geld wurde ihni zurücker-
itattct

Eine eigenartige Eingabe und dercn Veant-
wortung aus dem Iahre 1842 stammend, soll
ihres Snhalts wcgen nicht vorenthalten wer-
den.

Löblicher Gemeinderat!

Gefahr auf verzug
Gehorsamste Unzeige mit Vitte des
Brückengefüllerhebers Earl Zischer da-
hier den niederen kvasserstand des
Neckars und hierdurch ihm erwachsenen
Läraden betr.

Bcka.intlich ist der Neckar besonders in
dcr Gcgend von kfeidelberg ein solch seichter

Fluß, daß man, selbst bei mittlerem lvasser-
stande an vielen Grten ganz leicht, ohne die
mindeste Gefahr durch solchen waden kann.
Gegenwärtiges Sahr nun, wo der Wasser-
jtand des Neckars so nieder ist, wie er seit
INenschengedenken nicht war, fallet ein sol-
ches vurchwaten noch viel leichter. Täglich
siehl man diesen Sommer Neihen von Land-
l.uten, welche nach kfeidelberg wollen, be-
sonders in der Gegend von Neuenheim oder
der Brücke durch den Neckar gehen und fah-
ren, selbst schwer beladene Wägen z. B. mit
Nlehl, Irüchten etc., thun solches. Ls hat sich
sogar in neuerer Zeit zugetragen, daß Leute
mit Wägen am Neckarufer halten und Nu-
dere um Vezahlung durch das Wasser fahren.

vaß der pacht, welchen ich zu bezahlen
habe sehr hoch ist, dieses ist bekannt, daß
ich äußerst bedeurende verlustc hierdurch er-
leide wurde früher schon von mir dargethon,
und daß durch vorbesagtes Gehen, Neiten
und ^obren durch den Neckar mir großer
Schaden erwachset verstcht sich von selbst. Im
Übrigen wird auch unbejtreitbar durch das
Neiten und ^ahren durch dcn Neckor das
Slußbett beschädigt und schon in dieser Bin-
sicht muß diesem Nmstande Nufmerksamkeit
geschenkt werden.

Überzeugt, daß ein Löblicher Gemeinderath
dieses Nlle; gehörig würdiget, nicht mcinen
offcnbaren Nachlhcil will, wo solcher leicht
verhütet werden kann, stelle ich die gehor-
samste Vitte dahin: wohlgnädigst in Bäldc
eine verfügung erlasscn zu wollen, damil
entwedcr dem Gehen, Neiten, Zahren durch
den Neckar gestcuert, oder ich doch von sol-
chen, so dieses thun, hinlänglich cntjchädigt
werde.

Lventuell bitte ich, dieses Übelstandes we-
gen, berichtlich sich sür mich bei großherzog-
liärer Wasser- und Straßenbau-Inspection kiei-
delberg zu verwenden.

ch^idelberg, den ZO. Nugust 1842

Zischer.

vie Nntwort lautete:

Wir erwiedern auf Ihre Lingabe vom
30. v. M.: daß es uns zwar leid thuet,
wenn Sie durch den niederen wasserstand dcs
Neckars Vceinträäftigungen erfahren, dic
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