Stadtbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Handschuhsheim, Kirchheim, Wieblingen, Rohrbach und den zur Stadt gehörenden Siedlungen für das Jahr 1928 — Heidelberg, 1928

Seite: Bruecken011
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/AdressbuchHD1928/0075
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
facsimile
Feste Vrücken im heidelberger Ztadtgebiet

11

müßle m der ksaspelgasse das ksolzschreibe-
reihaus niedergelegt werden, roeil der vurch-
gang hier für Zuhrwerke zu eng wäre.
Kuch müßten die Vrückentürme (sie sind
der älteste TeU der Vrücke, waren früher
ein Teil der Stadtmauer, standen bereits
1526 und wurden später verschiedentlich um-
gebaut) nicht abgerissen werden. kvegen der
Begegnung non Gül^^agen in der Stein-
gasse brauche man keine Vefürchtungen zu
hegen- dies komme höchstens 1 -2 mal im
Iahre vor. Ts müsse eben immer in die-
sem Zalle ein wagen halten, bis der andere
passiert sei.

vie Zünfte gaben folgendes votum ab:
„Ls ist den gesamten dahiesigen Zünften zu
ihrer Veruhigung die damalige Lage in 5ln-
sehung des bevorstehenden Vrückenbaues
durch die Zunftdeputatos vorgetragen wor-
den, wobei fich dieselben in Rücksicht des
doppelten Gegenstandes, welches in der von
7 Vewohnern der ^aspelgasse übergebenen
Bittschrift bemerkt ist, verschiedentlich geäu-
ßert haben und zwar: ver Veckerzunft
ist es gleichgültig, ob die Brücke an der ksas-
pelgasse oder an die Steingasse gestellet, —
ob solche ganz aus Stein oder zum Theile von
Stein und zum Theile von ksolz aufgeführet
werde und überläßt solches der höhern Ve-
hörde. vie Metzgerzunft ist gleicher
Meinung. Vie ktärcher- und Winger-
terzunft hat sich geäußert, daß sie ihrcs
ortcs das Bauwerk einer Briicke gar nicht
verstände, sie ließen es blößlich der höhern
Linsicht über. Vie Barbier - Innung ist
in Rücksicht der zwei ^raqen gleichgültia
und mit dem zufrieden, was von höherer Le°
hörde würde verfüget werden. Oie Schuh-
macherzunft hat dem mehristen Theile
nach erklärt, daß ihnen gleichgültig seie,
ob die zu erbauende Vrücke von Stein, oder
theils von Holz, theils von Stein, an die
ksaspel- oder Steingasse zu stehen komme,
wenn nur ihre Zunft und Nachkommenschaft
und andere ihrer Mitbürger von neuer Kuf-
lage und Beitrag zum Vrückenbaue verschont
blieben. vie Fischerzunft äußerte, eine
steinerne Brücke sei vor die Stadt nichts,-
denn wenn im vorigen Iahre bei dem star-
ken Lisgang und Gewässer eine steinern«

Vrücke gestanden, so wäre die halbe SüM
überschwemmt worden — ob die Brück an
die Steingasse oder an die ksaspelgasse sollte
gebaut werden, gelte ihnen gleich, nur wün-
schen sie in balden die Herstellung. Vie kve-
berzunst äußerte, ihnen seie es vor ihre
psrsonen gleich viel, in welche Gaß die

Vrück zu stehen komme- doch glaubten sie,
daß es sowohl dem Nutzen als der verschöne-
rung der Stadt entgegen gearbeitet seie, wenn
solche an die Steingaß und nicht an die ksas-
pelgasse gesetzt würde. — Gb aber solch«
von ksolz oder Stein oder zum Theil von

ksolz und zum Theil von Srein zu bauen

seie, würden die Vauverständigen am besten
beurteilen können- sie glaubten, daß eine
steinerne Vrück in Knsehung der Heucrge-
fahr nützlicher sei. vie Spänhauer-
zunft wünscht eine steinerne Brücke- je°

doch glaubt dieselbe, daß solche in der Stein-
gaß gesetzet werden könne. Vie Schnei.
dsrzunft glaubet, die verschönerung der
Stadt, Vequemlichkeit und die vaucr er.
fordere es, daß die Vrück von Stein auf.
geführt und an die kjaspelgaß gesetzet werde.
Oie Schmidt - oder Zeuerzunft ist eben
der nemlichen Meinung, wie die Schneider-
zunft. vie V^ämerzunft glaubt, eine
steinerne Brücke sei in allen Anbetracht vor-
zuziehen, in Knsehung des platzes überläßt
sie hoher Landesregierung, ob hochdieselbe
die öierde der Stadt und die Vequemlichkeit
des Iuhrwesens in Vetracht ziehen, somit
auf die kfaspelgaß den Vedacht nehmen wolls.
vie Bothgärberzunft überläßt zwar
alles höherer Knordnung, ihrer Meinung noch
wäre die steinerne Vrück vorzuziehen, weil
solche nicht so viel zu unterhalten koste und
der ^euersgefahr nicht ausgesetzt sei,' in Rück-
sicht des platzes müßte der Vaumeister wis°
sen, wohin solche am wohlfeilsten, dauer-
haftesten, schicklichsten und bequemlichsten hin-
^setzen sei. vie Schifferzunft erklärte,
ihrer Meinung nach seie die lfaspelgasse we°
gen der Schönheit und Vreite der Straße und
wegen der Vequemlichksit vor Gptwä^en vor-
zuziehen,- der durch die chaspelgaß ziehende
kianal hindere nicht, weil auch auf der chaupt.
straße von der Zandgaß bis in die Schiffgoß
ein klanal seie; über welchen doch alle Gut.
loading ...