Stadt=Adreßbuch der Kreishauptstadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Handschuhsheim, Kirchheim, Wieblingen, Rohrbach und den zur Stadt gehörenden Siedlungen für das Jahr 1933 — Heidelberg, 1933

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Lbronologlsche LulsvmenNellnng

wichtiger Segebenhriten und Lreigniffe in der Ltadt Heidetberg.

Die Geschichte Heidelbergs reicht, wie die „städtischen Ausgrabungen" der Jahre 1898 -1901 erwiesen
haben, bis tn die jüngere Steinzeit hinauf.

Wo heute das Bergheimer und dasNeuenheimer Stadtviertel sich ausdehnen, lagen sckon in derjüngeren
SteinzeitsneolithischenZeit) blühende Dörfer, die durch ore Bronzezeit, die ältere und jüngere Eisenzeit (die
Hallstatt- undLa-Täne-Periode), durch die Römerzeit und die frühgermanischeZcit bis in daS späteMittel-
uue. b:zw. bis in die Gegenwart fortbestanden haben.

ZurNömerzeit(1.—8. Zahrhundcrt) bildete die HeidelbergerGemarkung einen Teil der civitus 8uedo-
ruw Meretum, eines Verwaltungsbezirkes der römischen Provinz Germania Superior. DaS Römerkastell
zu Neuenheim (dessen Grundmauern 1896 aufgedeckt wurden) bildete als Neckarsperrfort einen wichtigen
militärischen Stützpunkt, die römische Neckarbrücke dahier ein wichttges Bindcglied der hier sich kreuzenden
römischen Militärstraßen.

765. Erste Erwähnung des Dorfes Neuenheim in einer Urkunde.

767. Erwähnung des Dorfes Wieblingen in einer Lorscher Urkunde.

767. Erwähnung des Dorfes Rohrbach in einer Schenkungsurkunde des Klosters Lorsch.

781. Erste Erwähnung des Dorfes Bergheim in einer Urkunde des Klosters Lorsch.

788. Schenkung einer Basilika in Wieblingen an Lorsch.

Jm 9. Jahrh. G.....-UNg eines Klosters (mit der Mi'chaelsbasilika) auf der höchsten Kuppe des Heiligen-
berges.

Ende des 11. Jahrh. Gründung des Stephansklosters auf der vorderen Kuppe des Heiligenberges.
1196. Erste urtundliche ErwLhnung der Stadt Heidclberg.

1217. Aelteste Nachricht von einer Fähre über den Neckar.

1225. Erste urkundl.Erwähnung „der oberen Burg" auf dem kleinen Gaisberg (Molkenkurhügel).
1289. Erste urkundliche Erwähnung der ältesten Heiliggeistkirche.

1303. Erste urkundlicheErwähnung der „beidenBurgcn" d.h. der „obcren" (des „altenSchlosses"
auf dem kleincnGaisberg) und der „unteren" Burg (des heutigen Schlosses)zuHeidelberg.
1374. Gründung der Hofapotheke am Marktplatz.

25. Juli 1384. König Wenzel häit einen großen Rcichstag in Heidelberg ab, um dem drohenden Aus-

bruch von Feindseligkeiten zwischen den Fürsten und Herren einerseits und den StLdten
andererseits vorzubeugen.

18. Oktbr. 1386. Gründung der Universttät durch Kurfürst Ruprecht I.

1392. Vereinigung des Dorses Bergheim mit der Stadt Heidelberg durch Kurfürst Ruprecht H.
1396. Leichenfeier des I. Rektors der Universität, Marsilius von Jnghen, in dem neuerbauten
Chor der Heiliggeistkirche; seine Beisetzung in der Peterskirche.

1400—1410. Kursürst Ruprecht III. deutscher König. Sein Grabmal in der Heiliggeistkirche.

1415. Papst Johannes XXIII. Gesangener auf dem Schlosse unter Kurfürst Ludwig III.

30. Juni 1462. Kurfürst Friedrich der Siegreiche siegt bei Seckenheim.

1470. Zerüörung der Neckarbrücke durch einen Eisgang.

1485. Erscheint das erste in Heidelberg gedruckte Buch.

16. März 1485. Grundsteinlegung zur neuen St. Peterskirche unter Kurfürst Philipp.

26. April 1518. Martin Luther verteidigt im Augustinerkloster vor einer großen Versammlung 40

Thesen; sein Besuch auf dem kurfürstl. Schlosfe.

1524. Vollendung d. Ludwigsbaues auf dem Schloß unter Kurf. Ludwig V.

1533. Vollendung d. dicken Turmes auf dem Schlosse unter Kurs. Ludwig V.

5. April 1537. Zcrstörung d. oberen Burg auf d. jetzigen Molkenkur durch Blitzstrahl.

3. Jan. 1546. Erster protest. Gottesdienst i. d. Heiliggeistkirche unter Kurf. Friedrich II.

1550. Ausbau des achteckigen Turmes durih Kurfürst Friedrich II.

1556. Einführung d. Reformation in der Pfalz durch Kurs. Otto Heinrich.

1557—1859. Erbauung, aber nicht Vollendung des Otto-Heinrich-Baues auf dem Schloß durch
Kurfürst Otto Heinrich.

1591. Erbauung des ersten Großen Faffes unter Kurfürst Johann Kasimir.

1592. Erbauung des heutigen Gasthofes „Zum Ritter St. Georg" durch den Hugenotten
6üg.rlos Lslisr.

1601—1606. Erbauung des Friedrichsbaues unter Kurfürst Friedrich IV.

1612. Vollendung des Englischen Baues unter Kurfürst Friedrich V.

1616—1620. Anlegung des Schloßgartens, insbesondere der großen Schloßterrasse, durch Lalowou
äo 0au8 unter Kursürst Friedrich V.

16. Sept. 1622. Erstürmung der Stadt durch die bayerischen Truppen unter Tilly.

15. Fcdr. 1628. Wegführung der UniversitätS-Bibliothek nach Rom.

15. Mai 1633. Einnahme d. Stadt durch d. schwed. Truppen unter Oberst Abel Moda.

3. Dezbr. 1634. Einnahme der Stadt durch die kaiferl. Truppen unter Graf Gallas.

18. April 1659. Grundsteinlegung zur Providenztirche unter Kurfürst Karl Ludwig.

1662. Erster luihcrifcher Gottesdienst in der Providenzkirche.

1664. Erbauung des zweiten Großen Faffes unter Kurfürst Karl Ludwig.
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