Stadt=Adreßbuch der Kreishauptstadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Handschuhsheim, Kirchheim, Wieblingen, Rohrbach und den zur Stadt gehörenden Siedlungen sowie den Gemeinden Ziegelhausen und Leimen für das Jahr 1934 — Heidelberg, 1934

Seite: XVIII
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üer Umgevung.

Die mit » brzeichneken Tafeln wurden von Oberbaurat a. D. Schreiber mit freiwilligen Beiträgen aufgestellt.

* Iu der Hauptstraße beim Rhenanenhans.
Hier stand das
Jnnere Obertor

auch Jakobspforte genannt, der mittel-
alterlichen Stadtbefestigung Erbaut im
13. Jahrhundert, abgetragen 1760, ersetzt
durch das östlich der Herrenmühle gelegene
Hintere oder Aeußere Obertor
und später durch das Karlstor 1775.

Karlstraße Nr. 8.

Zur Erinnerung an

Karl Joseph Anton Mittermaier
geb. in München 5. August 1787
gcst. in H/.° '" erg 28. August 1867.
Bewohner und Eigenthümer dieses Hauses
von 1821—1867.

Gesttftetvon Stadtund Universttät Heidcl-
berg 5. August 1887.

Karlstraße Nr. 16.

Anton Friedrich Thibaut
wohnte hier 1808—1840.

Hauptstraße Nr. 209.

Jn diesem Hause hat Goethe als Gast
der Brüder Boisseräe vom24.September
bis zum 9. Oktober 1814 und vom
21. September bis zum 7. Oktober 1815
gewohnt.

Ferner

am gleichen Hause.

Jn diesem Hause befand sich von 1810-1819
die berühme- Sammluna altdeutscher
Gemälde der Brüder Sulpiz und
Melchior Boisseröe.

Obere Neckarftraße Rr. 5.

Hier wohnte

Fritz Reuter 1840 und 1841.

Neckarstade» Nr. 44.

ReichSkanzler Fürst Chlodwig von
Hohenlohe-Schillinasfürst
wohnte als stuä. iur. S.-S. 1840 in
diesem Hause.

Hauptstraße Nr. 196.

Von hier aus dem Hause seiner mütter-
lichen Freundin
Dorothea Delph
reiste Goethe, der Einladung Karl
August's folgend

am 4. November 1775 nach Weimar.

Zwingerstraße Rr. 8.

Hier wohnte
Dr. Achilles Renaud
1862—1884.

Kettengaffe Rr. 25.

F. A. B. Puchelt
1824—1856.

An der Heiliggeistkirche.

Jn dieser Kirche stand die berühmte
Pfälzische Universitäts- u. Landesbibliothek
bis zu ihrer Wegfübrung nach Rom
durch Tilly :m Febrnar 1623.
Heidelbcrger Schloßverein.

Am Brkckentor der Karl-Theodor-Brücke.

Beinahe hundert Jahre war hier eine gedekte hölzerne Brüke gestanden.

Jm Jahre 1784 den 27. Hornung führten ste ungeheure Eisfelsen hinwcg,
Ehurfürst Carl Theodor befahl auf diestlbige Stelle eine Stcinerne zu
fezen. Sie wurde rn zween Sommern unter der Siaatsverwaltung des
Freiherrn von Oberndorf, und Führung Lamb-Babo wirkl-geh-Rath
durch den Bauinspekt - Math - Maier glüklich erbauet im Jahre 1788 als L
Satorius Sladt-Director, J-Sieben, C Metzger Bürgermeister waren.

Ebcnda: «lte Brücke.

Hter standen im Mittelalter — etwa seit 1300 — hölzerne, gedeckic Brücken, die vielfach durch
Hocbwasser, Eisgang Feuer vernichtet wnrden. Auf dem nördlichen Brückenpfeiler, da.
wo stch heute das Standbild der Minerva befindet, erhob sich der Vrückenturm — ctwa seit
1400. Jn einer Nische dieses TurmeS befand sich als Heidelberger Wobrzeichen ein steincrner
Affe; darunter stand folgender Spruch:

Was thnstu mich hie angaffen?

Hastu nicht pesehen den altcn Affen?

Zu H idelberg sich dich hin und her,

Da fmdestu wol meincs gleichen mehr. (Nach Merian.)

Dcr Brückenturm mit Affe wurde 1689 von deu Franzosen gesprengt, die Brücke verbranut.

Dic letzte Holzbrücke siel im Jahre 1784 einem gewaltigen Eisgang zum Opfer.

Die heutige „Alte Brücke" ist die erste Steinbrücke. Diese wnrde 1786—88 von Bauinspektov

Matthias Maier erbaut.
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