Stadt=Adreßbuch der Kreishauptstadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Handschuhsheim, Kirchheim, Wieblingen, Rohrbach und den zur Stadt gehörenden Siedlungen sowie den Gemeinden Ziegelhausen und Leimen für das Jahr 1934 — Heidelberg, 1934

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Lbrslislogilche LMMwenNellung

wichtiger Segedenheiten vvd Lreigvijse iu der Ltadt Heidelberg.

Die Geschichte Hcidelbcrgs reicht, wie die „städtischen Ausgrabungen" der Jahre 1898—1901 erwicsen
haben, bis in die jüngere Steinzcit hinauf.

Wo heute das Bergheimer und das Neuenheimer wruvcv^^.el sich ausdehncn, lagen schon in der jüngere«
^eit(neolitkischenZeit) blühende Dörfer, die durch die Bronzczeit, die ältere und jüngereEisenzeit(dte
Hallsta.t- undLa-Tene-Periode), durch die Mmerzeit und die frühgermanischeZeit bis in daö späteMittel-
alter bezw. bis in die Gegenwart fortbestanden haben.

Zur Römerzeit (1.—8. Jahrhunderi) bildete dieHeidelbcrgerGemarkung einen Teil der eiviws 8usbo-
rnm Xieretum, eines Verwaltungsbezirkes der römischen Provinz Germaniä Superior. Das Römerkastek
zu Neuenheim (dessen Grundmauern 1896 aufgedeckt wurden) bildete als Neckarsperrfort einen wichtiae«
mMärischen Srützpuukt, die römische Neckarbrücke dahier ein wichtiges Bindeglied der hier sich kreuzenden
römischen Militärstraßen.

765. Erste Erwähnung des DorfeS Neuenheim in einer Urkunde.

767. Erwähnung des Dorfes Wieblingen in eincr Lorscher Urkunde.

767. Erwähnung des Dorfes Rohrbach in einer Schenkungsurkunde des Klosters Lorsch.

781. Erste Erwähnung des Dorfes Bergheim in einer Urkunde der Klosters Lorsch.

788. Scye...»ng einer Baülika in Wieblingen an Lorsch.

Jm 9. Jahrh. Gründung eines Klosters (mit der Michaelsbasilika) auf der höchsten Kuppe des Heiligen-
berges.

Ende des II.Jahrh. Gründung des Stephansklosters auf der vorderen Kuppe des Heiligenberges.
1196. Erste urkundliche Erwähnung der Stadt Heidelberg.

1217. Aeltefte Nachricht von einer Fähre über den Neckar.

1225. Erste urkundl.Erwähnung „der oberen Burg" auf dem kleinen Gaisberg (Molkenkurhügel).
1289. Erste urkundliche Erwähnung der ältestsn Heiliggeistkirche.

1303. Erste urkundliche Erwähnung der „beiden Burgen" d.h. der „oberen" (deS „alten Schlosses"
auf dem kleinen Gaisberg) und der „unteren" Burg (des heutigen Schlosses) zu Heidelberg.
1374. Gründung der Hofapotheke am Marktplatz.

25. Juli 1384. König Wenzel häit einen großen Reichstag in Heidelberg ab, um dem drohenden Aus-

bruch von Fcindseligkeiten zwischen den Fürsten und Herren einerseits und den StSdten
andererseits vorzubeugen.

18. Oktbr. 1386. Kründung der Univerfitäi durch Kurfürst Ruprecht I.

1391 wciht der Bischof vou Worms die in der jetzigen Dreikönigstraße gelcgene Synagoge als
Marienkapelle.

1392. Die leibeigenen Bauern des Dorfes Bergheim werden von Kurfürst Ruprecht II. in der
Heidclberger Vorstadt, westlich der Grabcngasse, angesiedelt.

1392. Bereintgung des Dorfes Bergheim mit der Stadt Heidelberg durch Kursürst Ruprecht II.
1396. Lk'chmfeier des I. Rektors der Universttät, Marstliüs von Jnghen, in dem neuerbauten
Chor der Heiliggeistkirche; seine Beisetzung in der Petersktrche.

1400—1410. Knrfürst Ruprecht III. deutscher König. Sein Grabmal in der Heiliggeistkirche.

1415. Papst Johannes XXIII. GFangener auf dem Schlofse unter Kurfürst Ludwig III.

1430. Lndwig I!I. erbaut im Vorort Schlierbach die Laurentiuskapelle und das Gutleuthaus
(Aussätzigenspital).

30. Juni 1462. Kursürst Friediich der Siegreiche siegt bei Seckenheim.

1462. Markgraf Karl I. von Baden, dessen Bruder Bischof Georg von Metz und Graf Ulrich
von Wirtemberg kommen als Gesangene aufs Heidelberger Schloß.

1470. Zerstörung der Neckarbrücke durch eincn Eisgang.

1485. Erscheint das erste in Heidelberg gedruckte Buch.

16 März 1485. Grundsteinlegung zur neuen St. Peterskirche unter Kurfürst Philipp.

1489. Bcsuch Kaiser Maximilian I. bei Kurfürst Philipp dem Aufrichtigen.

20.-23. OkL. 1503 besucht Erzherzog Philipp der Schöne, Sohn Kaiser Marimilians I., der spätere König
von Kastilien und Vatcr Karls V. das Heidelberger Schloß.

1509—12 studierte Melanchthon in Heidelberg, das er 1524 und i wieder besuchte.

26. April 1518. Martin Lutb-'- verteidigt im Augustinerkloster vor einer großen Versammlung 40

Thesen; sein Besuch auf dem kurfürstl. Schlosse.

1520 wird auf der rechten Neckarseite bei der alten Brücke die Li°b-Frauenkapelle von einer
Bruderschaft erbaut (1689 von den Franzosen verbrannt).

1524. VoUendung d. Ludwigsbaues auf dem Schtoß unier Kurf. Ludwig V.

1533. Vollendung d. dicken Turmes auf dem Schlosie unter Kurf. Ludwig V.

5. April 1537. Zerstörung d. oberen Burg auf d. jetzigen Molkenkur durch Blitzstrahl.

3. Jan. 1546. Erster protest. Gottesdienst i. d. Heiliggcistkirche unter Kurf. Friedrich II.

1550. Ausbau des achteckigen Turmes durch Kurfürst Friedrich II.

1556. Einführung d. Reformation in der Pfalz durch Kurf, Otto Heinrich.

1557—1559. Erbauung. aber nicht Vollendung des Otto-Heinrich-Baues auf dem Schloß durch
Kurfürst Otto Heinrich.
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