Stadt=Adreßbuch der Kreishauptstadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Handschuhsheim, Kirchheim, Wieblingen, Rohrbach und den zur Stadt gehörenden Siedlungen sowie den Gemeinden Ziegelhausen und Leimen für das Jahr 1935 — Heidelberg, 1935

Seite: XVIII
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XVIII

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cler tlmgeb«ng.

Die mtt » bezeichneten Tafeln wurden von Oberbaurat a. D. Schreiber <-k 25. Mat 1834) mit freiw. Bettriigen aufgestellt.

* I« der Hauptstraße beimRhenanenhans.

Hier stand daS
Jnnere Obertor

"uch JakobSpforte genannt, der mittel-
airerlichen Stadtbefestigung. Erbaut im
13. Jahrhundert, abgetragcn 1750, ersetzt
durch daS östlich der Herrcnmühle gelegene
Hintere oder Aeußere Obertor
und später durch daS KarlStor 1775.

Karlstraße Nr. 8.

Zur Erinnerungan

Karl Joseph Anton Mittermaier
geb. in München 5. August 1787
gest. in Heidelberg 28. August 1867.
Bewohner und v-..v-ithümer dicses Hauses
von 1821—1867.

Gestiftetvon Stadt und Universität Heidel-
berg 5. August 1887.

Karlstraße Nr. 16.
Anton Friedrich Thiüaut
wohnt« hier 1808—1840.

Hanptstraße Nr. 209.

Jn diesem Hause hat Goethe als Gast
der Brüder Boisseree vom 24. Septcmber
bis zum 9. Oktober 1814 und vom
21. September bis zum 7. Oktober 1815
gewohnt.

Ferner

am gleichen Hause.

Jn diesem Hause befand sich von 1810-1819
die berühmte Samrnluim altdeutscher
Gemälde der Brüder Sulpiz und
Mrlchior Boisseree.

Obere Neckarstraße Nr. 5.
Hier wohnte

Fritz Reuter 1840 und 1841.

Neckarstaden Nr. 44.

Reichskanzlcr Fürst Chlodwig von
Hohenlohe-Schillingsfürst
wohnte als stuä. ,jnr. S.-S. 1840 in
diesem Hause.

Hanptstraße Rr. 196.

Von hier aus dem Hause seiner mütter-
lichen Freundin
Dorothea Delph
reiste Goethe, der Einladung Karl
August'S folgend

am 4. November 1775 nach Weimar.

Zwingerstraße Rr. 8.

Hier wohnte
Dr. AchilleS Rcnaud
1862—1884.

Kettengaffe Nr.25.

F. A. B.Puchelt
1824—1856.

An der Heiliggeistkirche.

Jn dieser Kirche stand die berühmte
Pfälzische Universitäts- u. Landesbidliothek
bis zu ihrer Wegführung nach Rom
durch Tilly im Februar 1623.
Hcidelberger Schloßverein.

Am Brückentor der Karl-Theodor-Brücke.

Beinahe hundert Jahre war hier eine gedekte hölzerne Brüke gestanden.

Jm Jahre 1784 den 27. Hornung führten sie ungehcurc Eisfelsen hinweg,
Ehurfürst Carl Theodor befahl auf diesclbige Stelle eine Steinerne zu
sezen. Sie wurde m zween Sommern unter der StaatSverwaltung des
Freiherrn von Oberndorf, und Führung Lamb-Babo wirkl-geh-Rath
durch den Bauinspekt - Math - Maier glüklich erbauet im Jahre 1788 als L
Satorius Stadt-Director, J-Sieben, C Metzger Bürgermeister waren.

Evenda: Alte Brücke.

tzier standen im Mittelalter — etwa seit 1300 — hölzerne, gedeckte Brücken, die vielfach durch
Hochwasser, Eisgang oder Feuer vernichtet wurden. Auf dem nördlichen Brückenpfeiler, da,
wo sich heute das Standbil^ der Minerva befindet, erhob stch der Brückenturm — etwa seit
1400. Jn einer Nische dieses TurmeS befand stch als Heidclberger Wahrzeichen ein steinerner
Affe; darunter stand folgender Spruch:

Was thustu mich hie angaffen?

Hastu nicht gesehen den alten Affen?

Zu Hcidelberg sich dich hin und her,

Da stndestu wol meines gleichen mehr. (Nach Merian.)

Der Brückenturm mit Affe wurdc 1689 von den Franzosen gesprengt, die Brücke vrrbrannt.

Dic letzte Holzbrücke stel im Jahre 1784 einem gewaltigen Eisgang zum Opfer.

Die heutige „Alte Brückc" ist die crste Steinbrücke. Diese wurde 1786—88 von Bauinspektor

Matthias Maier erbaut.
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