Stadt=Adreßbuch der Kreishauptstadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Handschuhsheim, Kirchheim, Wieblingen, Rohrbach und den zur Stadt gehörenden Siedlungen sowie den Gemeinden Ziegelhausen nebst dem Ortsteil Peterstal und Leimen für das Jahr 1937 — Heidelberg, 1937

Seite: XXII
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Am Schlößchen i« Handschuhsheim.

Jn diesem Hause wurde der Maler
Karl Rottmann
Sohn des Zeichnlmeister
Friedrich Rottmann
am II.Ianuar 1798 geboren.

Doffruheimer Landstraße 38.

Jn diesem Hause wohnte
in den Jahren 1886—91
der Dichter unseres Heimatliedes
„An des Berges Fuß gelegen"
Pfarrer l). Albert Ludwig.
Gestiftct vom Handwerkerverein.

An der Neue» Schloßstraße.

Dem Andenken des Freundes und Wohlthäters der Stadt Heidelberg
Dr. med. Hermann Kleinschmidt

geb. in Heidelberg 1816, gest. daselbst 1869, welcher durch letzten Willen sein ganzes Ver-
mögen zur Verbesserung und Verschönerung seiner Vaterstadt schenkte, woräuf dasselbe
in den Jahren 1873—1875 durch Beschluß des Stadtraths zur Herstellung dieses
Sch" s. veges verwendet wurde, widmet diese Tafel die daukbare Bürgerschast 1876.

Anf dem Schloß.

(Am gläsernen Saalbau.)

Dem Andenken an
Karl Graf von Graimberg

geb. zu Schloß Paar in Frankreich 1774, gest. zu Heidelberg 1861
widmet diesen Denkstein in dankbarer -Anerkennung der Verdienste, die er sich um
diese Ruinen als Künstler durch seine bildlicheu Darstellungen und als schützender

Freund erworben hat,
die Stadtgemeinde Heidelberg.

Nenenhcimer Landstraße Nr. 32.

Philipp Wolfrum
1891—1919.

Bergstraße Nr. 30.

Dieses Haus baute sich 1873
Hermann Köchly
o. Prof. der klass. Philologie
in Heidelberg 1864—1876
Reformator der Bad. Gymnasien
Mitglied des 1. Deutsch. Reichstags.

Anf dem Schloß.

(Jm Stückgarten.)

An diesem Orte weilte Goethe mit Vorliebe, sinnend und dichtend in den
Herbsttagen 1814 und 1815.

„Aus oer Terrasse hochgewölbten Bogen
War eine Zeit sein Kommen und seinGehn;
Die Chiffer, von der lieben Hand gezogen,
Jch fand ste nicht, sie ist nicht mehr zu sehn.

O schließt euch nun, ihr müden Augenlider.
Jm Dämmerlicht der fernen schönen Zeit
Umtönen mich des Freundes hohe Lieder,
Zur Gegenwart wird die Vergangenheit."

Marianne Willemer (Suleika) aus ihrem hier entstandenen Gedicht v. 28. Aug. 1824,
Zur Crinnerung an den 150. Geburtstag Goethes, den 28. August 1899
und die aus Anlaß desselben in Gegenwart Jhrer Koniglichen Hoheit des Groß-
herzogs Friedrich und der Großherzogin Luise von Baden stattgefundene städtische
Goethe-Feier und die von Kuno Fischer gehaltene Festrede
am 29. Oktober 1899.

Eich endorff-Anlage.

Auf halber Höhc zwischen dem Philosophen-
weg und der Bismarcksäule.

Jn dieses Märchens Bann verzaubert stehen
Die Wand'rer still. — Zieh weiter wer da
kann!

So hatten sie's in Träumen wohl gesehen,
Und jeden blickt'S wie seine Heimat an,
Und keinem hat der Zauber noch gelogen,
Denn Heidelberg war's wo sie eingezogen.
JosephFreiherrv.Eichendorff(1788—1857)
stuoierte 1806—1808 in Heidelberg.

Hölderlin-Avlage.

An der Tckc des Philosophenweges und des
zur Hirschgasse herabführenden Hirschwegs.
Heidelberg

Lange lieb i^ Dich schon, möchte Dich
Mir zur Lust Mutter nenneu und
Dir schenken ein kunstlos Lied, Du der
Vaterlandsftädte ländlich schönste
So viel ich sah.

Friedrich Hölderlin (1770—1843).
Anfangsvers eines der schönsten Gedichte
zum Preise HeidelbergS.
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