Stadt=Adreßbuch der Kreishauptstadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Handschuhsheim, Kirchheim, Wieblingen, Rohrbach und den zur Stadt gehörenden Siedlungen sowie den Gemeinden Ziegelhausen nebst dem Ortsteil Peterstal und Leimen für das Jahr 1937 — Heidelberg, 1937

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Ldronslogllche Lur««menNellung

wichtiger Segebenheiten und Lreignisse in -er Ltadt Heidelberg.

Die Geschichte Heidelbergs reicht, wie die städtischen Ausgrabungen erwiesen habrn, bis in die jüngere
Steinzeit hinauf.

Wo heute das Bergheimer und das Neuenh?:--- ^to^tviertel sich auSdehnen. lagen schon in der jüngeren
Steinzeit(neolithischenAeit) blühende Dörfer,die durch dieBrouzezeit, die ältere und jüngereEisenzcit(die
Hr'istatt- undLa-Töne-Periode), durch die Römerzeit und die frühgermanischeZeit bis in das späte Mittel-
alter bzw. bis in die Gegenwart fortbestanden haben.

Zur Römerzeit(1.—3.Jahrhundert) bildete dieHeidelberger Gemarkung einen Teil der oivitas 8nedo-
rum diiorstum, eines VerwaltungSbezirkeS der römischen Provinz Germania Superior. Das Römerkastell
zu Neuenheim (dessen Grundmauern 1896 aufgedeckt wurden) bildete als Neckarsperrfort einen wichtigen
militärischen Stüypunkt, die römische Neckarbrücke dahier ein wichtiges Bindeglied der hier stch kreuzenden
römischen Militärstraßen.

765. Erste Erwähnung deS DorfeS Neuenheim in eiuer Urkunde.

767. Erwähnung deS DorfeS Wieblingen in einer Lorscher Urkunde.

767. Erwähnung deS DorfeS Rohrbach in einer Schenkungsurkunde des KlosterS Lorsch.

781. Erste ErwShnung des Dorses Bergheim in einer Urkundc deS KlostcrS Lorsch.

788 sr-*>-nkung einer Basilika in Wieblingen an Lorsch.

Jm 9. Jahrh. Gründung eines Klosters (mit der Michaelsbastlika) auf der höchsten Kuppe deS Heiligen-
berges.

Ende des II.Jahrh. Gründung des StephansklosterS auf der vorderen Kuppe deS HeiligenbergeS.
1196. Erste urkundliche Erwühnung der Stadt Heidelberg.

1217. Aelteste Nachricht von einer Fähre über den Neckar.

1225. Erstc urkundl.Erwähnung „der oberen Burg" auf dem kleinen Gairberg (Molkenkurhügel).
1289. Erste urkundliche Erwähnung der ältesten Heiliggeistkirche.

1303. Erfte urkundlicheErwähnung der „beiden Burgen" d.h. der „oberen" (deS „alten SchlosseS"
auf dem kleineuGaiSberg) und der „unteren" Burg (des heutigen SchlosseS)zu Heidelberg.
1374. Gründung der Hofapotheke am Marktplatz.

25. Juli 1884. König Wenzel hält einen großen Reichstag in Heidelberg ab, um dem drohenden AuS-
bruch von Feindseligkeiten zwischen den Fürsten und Herren einerseitS und den StLdten
andererseitS vorzubeugen.

18. Oktbr. 1386. Gründung der UniverfitLt durch Kurfürst Ruprecht I. ^

1391 weiht der Bischof von WormS die in der jetzigen Dreikönigstraße gelegene Synagoge als
Marienkapelle.

1392. Die leibeigenen Bauern des Dorfes Bergheim werden vom Kurfürst Ruprecht II. in der
Heidelberger Vorstadt, westlich der Grabengasse, angesiedelt.

1392. Bereinigung des Dorfes Bergheim mit der Stadt Heidelberg durch Kurfürst Ruprecht II.
1396. Leichenfeier des I. Rektors der Universität, Marsilius von Jnghen, in dem neuerbauten
Eyor der Heiliggeisikirche; seine Beisetzung in der Peterskirche.

1400—1410. Kurfürst Ruprecht III. deutscher König. Sein Grabmal in der Heiliggeistkirche.

1415. Papst Johannes XXIII. Gkfangener auf dem Schlosse unter Kurfürst Ludwig III.

1430. Ludwig III. erbaut im Vorort Schlierbach die Laurentiuskapelle und daS Gutleuthaus
(Aussätzigenspital).

30. Juni 1462. Kurfürst Friedrich der Siegreiche siegt bei Seckenheim.

1462. Markgraf Karl I. von Baden, dessen Bruder Bischof Georg von Metz uud Graf Ulrich
von Wirtemberg kommen als Gefangene aufs Heidelberger Schloß.

1470. Zerstörung der Reckardrücke durch eincn Eisgang.

1485. Erscheint das erste in Heidelberg gedruckte Buch.

16. MLrz 1485. Grundsteinlegung zur neuen St. Peterskirche unter Kurfürst Philipp.

1489. Besuch Kaiser Maximilian I. bei Kurfürst Philipp dem Aufrichtigen.

20.-23. Okt. 1503 besucht Erzherzog Philipp dcr Schöne, Sohn Kaiser MaximilianS I., der spätere König
von Kastilien und Vatcr Karls V. das Herdelberger Schloß.

1509—12 studierte Melanchthon in Heidelberg, das er 1524 nnd 1557 wieder besuchtc.

36. April 1518. Martin Luther verteidigt im Augustinerkloster vor einer großen Versammlung 40
Thesen; srin Besuch auf dem kurfürstl. Schlosse.

1520 wird auf der rechten Neckarseite bei der altcn Brücke die Lieb-Frauenkapeüe von eine:

Bruderschast erbaut (1689 von den Franzosen verbrannt).

1524. Voüendung d. Ludwigsbaues auf dem Schloß unter Kurf. Ludwig V.

1533. Vollendung d. dicken TurmeS auf dem Schlofie unter Kurf. Ludwig V.

5. April 1537. Zerstvrung d. oberen Burg auf d. jetzigen Molkenkur durch Blitzstrahl.

3. Jan. 1546. Erster protest. GotteSdienst i. d. Hriliggcistkirche unter Kurf. Friedrich Ü.

1550. Ausbau des achleckigen TurmeS durch Kurfürst Friedrich II.

1556. Einführung d. Reformation in der Pfalz durch Kurf. Otto Hemrich.

1557—1559. Erbauung. aber nicht Vollendung des Otto-Heinrich-BaueS auf dem Schloß durch
Kurfürst Otto Heinrich.
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