Stadt-Adreßbuch der Kreishauptstadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Handschuhsheim, Kirchheim, Rohrbach, Wieblingen und den zu Stadt gehörenden Siedlungen sowie den Gemeinden Ziegelhausen nebst den Ortsteilen Peterstal und Leimen für das Jahr 1938 — Heidelberg, 1938

Seite: XIX
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Bergstraße Rr.so.

DiestS HauS bautr sich 1873
Hermann Köchly
o. Prof. -er klass. Philologie
in Heidelberg 1864—1876
Reformator der Bad. Gymnasien
Mitglied des i. Deutsch. ReichStags.

Am Schlößchen t» HandschuhSheim.

Jn -iesem Hause wurde ber Maler
Karl Rottmann
Sohn bes Zeichenmeister
Friedrich Rottmann
am ii.Januar 1798 geboren.

Dosftrcheimer Landstraße 88.

3n diesem Hause wohnte
in den Iahren 1886—91
der Dichter unsereS Hrimatliedes
„An -eS Berges Fuß gelegen"
Pfarrer v. Albert Ludwig.
Gestistet vom Handwerkerverein.

A« -er Neuen Schloßstraße.

Dem Andenken des Frewdes und Wvhl-
thäterS der Stadt Heidelberg
Dr. med. Hermann Kleinschmidt
geb. in Heidelberg 1816, gest. daselbst 1869,
welcher durch letzten Willen ftin ganzes Ver,
mögen zur Derbesftrung und Derschönerung
sriner Daterstadt schenkte, worauf dasselbe
m den Iahren 1873—1875 -urch Beschluß
deS Stadttathö zur Herstellung dieses Schloßr
weges verwendet wurde, widmet dieft Tafel
die dankbare Bürgerschast 1876.

Anf -em Schloß.

(Am gläsernen Saalbau.)

Dem Andenken an
Karl Graf von Graimberg
geb. zu Schloß Paar in Frankreich 1774,
gest. ;« Heidelberg 1864

«idmet dieftn Denkstein in dankbarer Aner,
kennung der Berdienste, die er sich um diese
Ruinen alS Künstler durch ftine bildlichen
Darstellungen und als schützender Freund er,
worben hai,

dte Stadtgemeinde Heidelberg.

Auf dem Schloß.

(3m Stückgarten.)

An dtesem Orte weilte Goethe mit
Dorliebe, sinnend und dichtend in den
Herbsttagen 1814 unv 1815.

„Auf der Terrasft hochgewölbten Bogen
War eine Zeit sein Kommrn und sein Gehn;
Die Chiffer, von der lieben Hand gezogen,
Jch fand sie nicht, sie ist nicht mehr zu sehn.

O schließt euch nun, ihr müden Augenlider.
Jm Dämmerlicht -er fernen schönen Aeit
Umtönen mich des Freundes hohe Lieder,
Aur Gegenwart wird die Dergangenheit."

Marianne Willemer (Suleika) aus ihrem
hier entstandenen Gedicht v. 28. Aug. 1824,
Zm Erinnerung an den 150. Geburtstag
Goeches, den 28. August 1899
und die aus Anlaß desselben in Gegenwart
Jhrer Königlichen Hoheit des Großherzogs
Friedrich und der Großherzogin Luise von
Baden stattgefundene städtische Goethe--Feier
und -ie von Kuno Fischer gehalttne Festrede
am 29.Oktober 1899.

Cichenborff-Anlage.

Auf halber Höhe zwischen dem Philosophen-
weg und der Bismarcksäule.

Jn dieses Märchens Bann verzaubert stehen
Die Wand'rer still. — Zieh weittr wer da
kann!

So hatten sie's in Träumen wohl gesehen,
Und jeden blickt's wie seine Heimat an,
Und keinem hat der Zauber noch gelogen,
Denn Heidelberg war's wo sie eingezogen.

Iosevh Freiherr v.Eichendorff (1788—1857)
studierte 1806—1808 in Heidelberg.

Hölderlin-Anlage.

An der Ecke des Philosovhenweges und des
zur Hirschgasse herabführenden Hirschwegs.

Heidelberg

Lange lieb ich Dich schon, möchtt Dich
Mir zur Lust Mutter nennen und
Dir schenken ein kunstlos Lied, Du der
Daterlandsstädtt ländlich schönste
So viel ich sah.

Friedrich Hölderlin (1770—1843).
Anfangsvers eines der schönsten Gedichtt zum
Preise Heidelbergs.

* Am Trutzbayer.

Vorwerk
Trutzbayer
erbaut im 15. Jahchundett
zerstött 1622.

* Am Trutzkaiftr.

Dorwerk
Trutzkaiser
erbaut im 15. Jahchundett
zerstött 1622
wiederhergestellt 1666
vernichttt 1689/93.

* Gedenksteine auf dem Heiligenberg.

Am äußeren Ringwall:

Dorgeschichtlich befestigte Siedelung
— äußerer Ringwall —
angelegt von den Kelten gegen die vordrän--
genden Germanen etwa lOOJahre vor Christus.

Am inneren Ringwall:

Vorgeschichtlich befestigtt Siedelung
— innerer Ringwall — Tor —
angelegt von den Kelten gegen die vordräm
genden Germanen etwa lOoJahre vvr Christus.

Michaels--Kloster.

Don dem Benedikttnerkloster Lorsch gegrün,
det um 870. — Romanischer Umbau um 1030.
— Gothische Aenderungen im 13. Jahrhun,
dert. — Kloster von den Mönchen verlassen
um 1500. — Gebäude hierauf verfallen und
als Steinbruch benützt.

Stephanskloster
erbaut um 1090. — Von den Mönchen ver,
lassen und verfallen um 1500.

Heidenlo ch.

Wasserbehälter des Stephansklosters
1100—1500.

* Am Philosophenweg, Abzweigung gegen
ZoUstock.

Freischarenschanze
MM Widerstand gegen die von Neuenhetm u.
Wilhelmsfeld vordttngenden Preußen 1649.

* Am Bittersbrmmen.
Bittersbrunnen
Wasserstelle innerhalb der vorgeschichtlichen
Siedelung etwa ioo Jahre vor ChttstuS.

* Gcdenksteine am Römer-Kastell.

An der Heerstraße Neuenheim—Ladenburg
etwa 70—120 Iahre nach Christus.
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