Stadt-Adreßbuch der Kreishauptstadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Handschuhsheim, Kirchheim, Rohrbach, Wieblingen und den zu Stadt gehörenden Siedlungen sowie den Gemeinden Ziegelhausen nebst den Ortsteilen Peterstal und Leimen für das Jahr 1938 — Heidelberg, 1938

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Chronologische Zusammenstellung wichtiger Begebenheiten

chmnolagische ZusammensteUung

wlchtiger öegebenheiten unä Lreigniffe in rler Ltalit tteilieiderg.

Die Geschichte HeidelbergS reicht, wie die städtischen Ausgra,
-ungm erwiesm habm, bis m die jüngere Steinzeit hinauf.

Wo hmte das Bergheimer und das Neuenheimer Stadtviertel
sich ausdehnen, lagm schon in der jüngerm Steinzeit (neolithi--
schen Zeit) blühende Dörfer, die durch die Bronzezeit, die ältere
und jüngere Eisenzeit (die Hallstatt- und La-Tene-Periode), durch
die Römerzeit und die frühgermanische Zeit bis in das späte
Mittelalter bzw. bis in die Gegenwart fortbestandm haben.

Aur Römerzeit (i.—3. Jahrhundett) bildete die Heidelberger
Gemarkung einm Teil der civitns Lueborum Xicretum, eines
Verwaltungsbezirkes der römischen Provinz Germania Superior.
Das Römerkastell zu Neuenheim (defsen Grundmauern 1896 auft
gedeckt wurden) bildete als Neckarsperrfott einen wichtigen milr-
tärischen Stützpunkt, die römische Neckarbrücke dahier ein wich-
tiges Bindeglied -er hier sich kreuzenden römischen Militärstraßen.

765. Erste Erwähnung des Dorfes Neuenheim in einer Urkunde.
767. Erwähnung -es Dorfes Wieblingen in einer Lorscher Ur-
kunde.

767. Erwähnung des Dorfes Rohrbach in einer Schmkungsur-
kunde des Klosters Lorsch.

781. Erste Erwähnung des Dvrfes Bergheim in einer Urkunde
des Klosters Lorsch.

788. Schenkung einer Basilika in Wieblingm an Lorsch.

Im s. Jahrh.: Gründung eines Klosters (mit der Michaelsbasilika)
auf der höchstm Kuppe -es Heiligmberges.

Lnde des ll. Jahrh.: Gründung des Stephansklosters auf der vor-
derm Kuppe des Heiligmberges.

1196. Erste urkundliche Erwähnung der Stadt Heidelberg.

1217. Aelteste Nachricht von einer Fähre über den Neckar.

1225. Erste urkundliche Erwähnung „der oberen Burg" auf dem
klemen Gaisberg (Molkenkurhügel).

1289. Erste urkundliche Erwähnung der ältestm Heiliggeistkirche.
1303. Lrste urkundliche Erwähnung der „beidm Burgen", d. h. der
„oberen" (des „alten Schlosses" auf dem kleinen Gaisberg)
und der „unteren" Burg (des heuttgen Schlosses) zu Heft
delberg.

1374. Gründung der Hofapstheke am Marktplatz.

1384. 25. Juli: König Wenzel hält einm großen Reichstag in
Heidelberg ab, um dem drohenden Ausbruch von Feindselig-
keitm zwischen dm Fürstm und Herren einerseits und den
Städten andererseits vorzubeugen.

1386. 18. Oktober: Gründung der Universität durch Kurfürst Rup-
recht I.

1391. Der Bischof von Worms weiht die in der jetzigen Dreft
königstraße gelegene Synagoge als Marienkapelle.

1392. Die leibeigenen Bauern des Dorfes Bergheim werden vom
Kurfürstm Ruprecht II. in der Heidelberger Vorstadt, west-
lich der Grabmgasse, angesiedelt.

Vereinigung des Dorfes Bergheim mit der Stadt Heideft
berg durch Kurfürst Ruprecht II.

1396. Leichenfeier des ersten Rektors der Universität, Marsilius
von Jnghm, in dem neuerbauten Chor der Heiliggeistkirche;
seine Beisetzung in der Peterskirche.

1400—1410. Kurfürst Ruprecht III. deutscher König. Sein Grab-
mal in -er Heiliggeistkirche.

1415. Papst Iohannes XXIII. Gefangener auf dem Schlosse unter
Kurfürst Ludwig III.

1430. Ludwig III. erbaut im Vorort Schlierbach die Laurentius-
kapelle und das Gutleuthaus (Aussätzigmspital).

1462. 30. Juni: Kurfürft Friedrich der Siegreiche siegt bei Seckm--
heim.

Markgraf Karl I. von Baden, dessm Bruder Bischof Georg
von Metz und Graf Ulttch von Wittemberg kommen als
Gefangme aufs Heidelberger Schloß.

1470. Zerstörung der Neckarbrücke durch einen Eisgang.

1485 erscheint das erste in Heidelberg gedmckte Buch.

is. März: Grunosteinlegung zur neuen St. Peterskirche unter
Kurfürst Philipp.

1489. Besuch Kaiser Maximilian I. bei Kurfürst Philipp dem Auft
ttchtigen.

1503. 20.—23. Oktober: Erzherzog Philipp der Schöne, Sohn
Kaiser Maximilians I., der spätere König von Kastilien und
Vater Karls V., besucht -as Heidelberger Schloß.
1509—1512 studierte Melanchchon in Heidelberg, das er 1524 und
1557 wieder besuchte.

1518. 26. April: Martin Luther vetteidigt im Augustinerkloster vor
einer grvßen Versammlung 40 Thesm; sein Besuch auf -em
kurfürstlichen Schlosse.

1520 wird auf der rechten Neckarseite bei der altm Brücke die
Lieb-Frauenkapelle von einer Bruderschaft erbaut (1689 von
den Franzosm verbrannt).

1524. Vollendung des Ludwigsbaues auf dem Schloß unter Kur-
fürst Ludwig V.

1533. Vollendung des dicken Turmes auf dem Schlosse unter Kur-
fürst Ludwig V.

1537. 5. April: Zerstörung der oberen Burg auf der jetzigen Moft
kmkur durch Blitzstrahl.

1546. 3. Januar: Erster protestantischer Gottesdienst in -er Heilig-
geistkirche uMer Kurfürst Friedttch II.

1550. Ausbau des achteckigen Turmes durch Kurfürst Fttedrich II.

1556. Einführung der Reformatton in der Pfalz durch Kurfürst
Otto Heinrich.

1557—1559. Erbauung, aber nicht Vollmdung deS Ottv-Heinrich-
Baues auf dem Schloß durch Kurfürst Otto Heinttch.

1562. Dezember: Der römische König Maximilian II. mit dm
zwei jungm Prinzm (den späteren Kaisern Rudolf II. und
Matthias) wohnen im Ott-Heinrichs-Bau als Besuch btt
Friedttch III.

1563 erscheint der Heidelberger Katechismus, ein grundlegendes
Bekmntnisbuch der reformietten Kirche.

1568. 17. Oktober: Trauung Ernst Augusts, Herzog von Braun-
schweig und Lüneburg, mit der Pfalzgräsin Sophie, der
Schwester des Kurfürsten Karl Ludwig, der Stammutter des
Hauses Hannover, in -er Schloßkapelle.

1573. 11.—13. Dezember: Der zum König von Polen gewählte
Herzog Heinrich von Anjou aus dem Hause Dalois, Sohn
-er Katharina von Medici, war Gast auf dem Heidelberger
Schloß bei Friedttch III.

1576. Kurfürst Ludwig VI. führt das luthettsche Bekenntnis wie,
der ein.

1583. Johann Casimir als Administrator des noch unmündigen,
nachmaligen Kurfürstm Friedrich IV. macht den CalviniS-
mus zur Pfälzer Staatsreligion.

1586. Die ebemalige Dominikanerkirche wird der wallonischen
(ftanzösisch-reformietten) Flüchtlingsgemeinde eingeräumt.

1591. Erbauung des ersten Großen Fafses unter Kurfürst Johann
Kasimir.

1592. Erbauung des heutigen Gasthofes «Zum Ritter St. Gevrg"
durch den Hugenvttm Charles Belier.

1596 kam die am Oberrhein wütende Pest nach Heidelberg und
raffte 1200 Personen, beinahe Vs der Einwohnerschaft, weg.

1601—16W. Erbauung des Fttedrichsbaues unter Kurfürst Fried,
rich IV.

1612. Vollendung des Lnglischen Baues unter Kurfürst Ftted-
rich V.

1614. Dr. David Perms ttitt in seinem Buche „Irevicum 8ive
cle unione et s^nocle evnnxelieorum liber votivu8"
für die Einigung und Iusammmschluß der evangelischen
Landeskirchm Deutschlands ein.

1616—1620. Anlegung -es Schloßgarttns, insbesondere der großm
Schloßterrasse, durch Salomon de CauS unter Kurfürst
Fttedttch V.

1622. 16. September: Erstürmung der Stadt durch -ie bayerischm
Truppen unter Tilly.

1623. 15. Februar: Wegführung der Universitäts-Bibliothek nach
Rom.

1633. 15. Mai: Einnahme der Stadt durch die schwedischen Trup,
pen unter Oberst Abel Moda.

1634. 3. Dezember: Einnahme der Stadt durch die kaiserlichm
Truppen unttr Graf Gallas.

1648. 3m Reich wird die 8. Kur erttchtet und dem Pfalzgrafrn
bei Rhein überttagen, da die Pfälzer Kur (Erztruchseßamt)
1623 an Bayem übergegangen war.

1649. 7. Oktober: Karl Ludwig zieht mit seinem Bruder Philipp
nach 30jähttger Derbannung in Heidelberg ein und wohnt
zunachst im Landeskommissattat am Markt.

27. Oktvber: Feierliche Uebergabe der an Rechten und Land,
besitz geminderttn rheinischm Pfalz (Unterpfalz) vor dem
kaiserlichen Kommissar an den nmen LandeSherrn, Kurfürst
Karl Ludwig.
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