Adreßbuch für die Städte Heidelberg, Wiesloch und Umgebung — Heidelberg, 1940

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Chronologischr Zufammenstellung wichtiger Begeöercheitrn

IHwnalogisitze Zusommenstellung

michttger Segedenhetten unkt kreignisse in ller Ltartt Neiktelderg.

Die Geschichte Heidelbergs reicht, wie die fiädtischen Ausgra-
bungrn rrwiesm habem bis in die jüngere Steinzeit hinauf.

Wo heute das Bergheimer und das Neuenheimer Stadtviertel
sich ausdehnen, lagcn schvn in der süngeren Steinzeit (ncvlithi-
schen Zeit) blühende Dörfer, die durch die Bronzezeit, die ältere
und süngere ^nenzeit (die Hallfiatt- und La-Tene-Periodc), durch
die Römerzeit und die frühgermanische Zeit bis in das spätc
Mittelalter bzw. bis in die Gegcnwart fortbestanden habcn.

Zur Römcrzeit (i.—3. Jahrhundert) bildete die Heidelberger
Gemarkung einen Teil der civitss Lusbyrum Xicrctum, eines
DerwaltungsbezirkeS der römischen Provinz Germania Supcrior.
Das Römerkastcll zu Ncuenheim (dessen Grundmauern 1896 auf-
gedeckt wurden) bildete als Neckarsperrfort einen wichtigcn mili-
tärjschen Stützpunkt, die römische Neckarbrücke dahier rin wich-
tiges Bindeglied der hier sich kreuzenden römischen Militärstraßen.

765. Erste Lnvähnung der Dörfer Handschuhsheim und Neuen-
beim in Lorscher Urkunden.

766. Erste Lrwähnung der Dörfer Rohrbach und Wieblingen.

769. Erste Lrwähmmg dcs Dorfes Bcrghcim.

2m 9. Iahrh.: Gründung eines Klosters (mit ber Michaelsbasilika)
auf der höchfien Kuppe dcs Heiligenberaes.

Lnde des 11. Jahrh.: Gründung des Stephansklosters auf der vor-
deren Kuxpe des Heiligenberges.

1196. Erste uckundlichc Erwähnung Heidclbergs.

1217. Aeiteste Nachricht von einer Fähre über den Neckar.

1225. Der Bischof von Worms überträgt Ludwig, dem Herzog von
Bayern und (seit 1214) Pfalzgrafen bci Rhein, sowre seiner
Schwiegertochtcr Agncs und dcrcn männlichcn Nachkommen
Burg und Ock Heidelberg als Lehen. (Lrste Lrwähnung
eincr Burg!) Die Wittelsbacher herrschen in der Pfalz bis
zur Auslösung des Landes.

1235. König Heinnch VII. in Heidelberg gefangen.

1239. Erste urkundlichc Erwähnung der Heiliggeistkirche.

1256. Heidelberq Mitglied des Rheinischen Städtebundcs.

1301. König Albrecht I. belagcck Heidelberg vergeblich.

1303. Lrste urkundliche Lrwähnung der „beiden Durgen", d. h. der
„oberen" (drs „alten Schlosscs" auf dem kleinen Gaisberg)
und der „unteren" Burg (des heutigen Schlosses) zu Hki-
drlberg.

1384. 26. 2uli: König Wenzcl sucht (in der sogenannten „Hcidel-
berger Stallung") Fürsten, Hcrren und Städte zu cinem
, großen Landsriedensbunbe zu cinigen.

1386.1 Grünbung der Universität durch Kurfürst Ruprecht I.

1391. 21. Mai: Der Grundbesitz der 2uden, die von Ruprecht II.
vrrtricben waren, wird der Universität zu Eigentum über-
wiescn. Dic Synagoge wird in eine Univerfitätskapelle um-
gewandclt.

1392. Ruprccht II. crweitcrt die Altstadt, deren Grenze bisher dic
beutige Grabengasse bildete, bis zur »etzigen Sophienstraßc.
2n dic neu« Dorstadt müssen die Bcrgheinier übcrsiedeln
deren Kemarkung mit der Heidelbcrger vereinigt wird.

1396. Leichenfeier deS ersten Rektorö der Univcrsität, Marsilius
von 2nghen, in dem neuerbauten Chor der Heiliggcistkirche;
seine Beisctzung in der Pcterskirche.

1400—1410. Kursürst Ruprccht III. dcutscher König.

— Dcginn dcs Ncubaus der Stiftskirchc ;u Heiliggcist, die zur
Gruftstätte des kurfürstlichen Hauses bcstimmt wird.

1414. 7. September: König Srgismund wird feicrlich von den Hci-
delbcrgem cmpfangcn.

1415. Papst Johanncs XXIII. in Heidelberg Gefangener untcr
Kursürfi Lubwig III.

1430. Ludwig III. crbaut im Vorort Schlierbach die Laurentius-
kapelle und daS Gutleuthaus (Aussätzigenspital).

1462. 30.2uni: Kurfürst Fricdrich der Siegreiche siegt bei Secken-
heim. Mackgraf Karl I. von Baden, dcsscn Brudcr Bischos
Gcorg von Metz und Graf Ulrich von Äirtcmberg konnnen
als Gcfangene auss Heidelbergcr Schloß.

1470. Zerstörung der Neckarbrücke durch eincn Eisgang.

I48sl erscheint das erstr in Heibelberg gedmckte Buch.

16. MLrz: Grundsteinlegung zur neucn St. Petrrskirche unter
Kurfürst Philipp.

1489. Besuch Kaiscr Marimilians I. bei Kursürst Philipv dcm
Auftichtig«!.

Um 1500. Unter Philipp (1476—1508) und seinem Kanzler 2o-
hann v. Dalberg (fi 1503) findet der Humanismus in Heft
delberg eine Pflcgestätte (Äimpfeling, Reuchlin, Agncsla,
beltjs u. a.).

1503. 20.—23. Oktober: Lrzherzog Philipp ver Vchöne, Sohn
Kaiser Maximilians I., der spätere König »on Kastilien und
Vater Karls V., besucht das Heidelberger Schloß.

1509—1512 studierte Melanchtho» in Heidclberg, das er 1524 und
1557 wieder besuchte.

Um 1510. Erbauung des ehemaligen Ieughauses (Marstallflügel
längs dcm Neckar).

1518. 26. April: Martin Luther veckeidigt im Augustincrkloster sor
einer großen Versammiung 40 Thesen; sein Besuch aus dem
kurfürstlichen Schlosse.

1520 wird aus der rechten Neckarscite bei der alten Brücke die
Lieb-Frauenkapelle von einer Bruderschast erbaut (1689 vori
den Franzosen verbrannt).

1524. Dollendung des Ludwrgsbaues auf dem Schloß unter Kur-
fürst Ludwig V.

1537. 25. April: Ierstörung der oberen Bnrg auf der setzigen Mol-
kenkur durch Blitzstrahl.

1546. 3.2anuar: Erster protcstantischer GotteSdienst in der Heilig-
geistkirche unter Kurfürst Friedrich II.

Gründung dcs Gymnasiums („Pädagvgium").

1549. Gläserner Saalbau vollendet.

1556. Linsührung dcr Lutherischen Reformation in der Pfalz durch
Kurfürst Otto Heinrich.

1557—1559. Erbauung, abcr nicht Dollendung des Otto-Heinrich-
Daues auf dem Schloß durch Kurfürst Otto Heinrich.

1562. Dezember: Der römische König Marimilian II. mit den
zwei fungen Prinzen (den späteren Kaisern Rudolf II. und
Matthias) wohnen im Ott-Heinrichs-Bau alS Besuch bei
Friednch III.

1563 erschcint der Heidelbcrger Katechisnms, rin grundlegendeS
Dekenntnisbuch der resormierten Kirche.

1573. 11.-13. Dezember: Der zum König von Polen gewählte
Herzog Heinrich von Anjou aus dem Hause Dalois, Sohn
der Katharina von Medici, war Gast auf dem Hridelberger
Schloß bei Friedrich III.

1576. Kurjürst Ludwig VI. sührt bas lutherische Bekenntnis wie-
der em.

1583. 2ohann Casimir als Administrator des noch unmündigen,
nachmaligen Kurfürsten Friedrich IV. macht den Calvinis-
mus zur Pfälzer Staatsrrligivn.

1586. Die ehemalige Dominikanerkirche wird der wallonischen
(ftanzösisch-reformietten) Flüchtlingsgemeinde eingeräumtt

1591. Äbauung dcs ersten Großen Fasses unter Kurfürst 2ohann
Kasimir.

1592. Lrbauung des heutigen Gasthofes „Ium Ritter St. Georg"
burch den Hugenotten Charles Belier.

1596 kam die am Oberrhein wütende Pest nach Heidelberg und
raffte 1200 Personcn, beinahe Vs der Linwohnerschaft, weg.

1601—4607. Lrbauung des Fricdnchsbaues unter Kurfürst Fried-
rich IV.

1612. Dollendurig des Englischen DaueS unter Kurfürst Fried-
rich V.

1614.» Dr. David Pereus tritt in seinem Duche „Iremcurn sive
umone et sMvcke evunxelicorum liber votivus"
für die Einigung und Zusammenschluß der evangelischen
Landeskirchen DeuftcyiandS «in.

1616—1620. Anlegung des Schloßgattcns, insbcsonbere der großen
Schloßtcrrasse, durch Salomon de CauS unter Kurfürst
Friedrich V.

1619. 28. Srpteniber: Friednch V., „der Winterkönig", nimmt die
Böhmischc Königskrvne an, dic er mit seincm Stammlanb
nach dcr Schlacht am Weißen Berge bei Prag (8. Novembrr
1620) wieder verlieck.

1621—1622. Di« heraufzichenden Gefahren des 30 sähngen Kriegs
veranlassen die Berstäckung der bishcr schwachen Heidelberger
Stadtbefestigung.

1622. 16. September: Lrstürmung der Stadt burch dr« bayerischen
Truppen unter Tilly. IwangSweise Katholisierung der Br-
völkening.

1623. Februar: Wegführung der Universttäts-Biblivthck in den
Datikan.
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