Adreßbuch für die Städte Heidelberg, Wiesloch und Umgebung — Heidelberg, 1941

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Chronologische Zusammenstellung wichtiger Begebenheitrn

XXI

1638. 15. Mai: Einnahme der Stadt durch die schwedischm Trup-
pen unter Oberst Abel Moda.

1634. 3. Dezember; Linnahme der Stadt durch die kaiserlichen
Truppen unter Graf Gallas.

1648. 2m Reich wird die 8. Kur errichtet und dem Pfalzgrafen
bei Rhein übertragen, da die Pfälzer Kur (Lrztruchseßamt)
16L3 an Bayern übergegangen war.

1649. 7. Lktober; Karl Ludwig zieht mit seinem Bruder Philipp
nach 3tt jähriqec Verbannung in Heidelberg ein und wohnt
zunächst im Landeskommissariat am Markt.

27. Oktober: Feierliche Uebergabe der an Rechten und Land-
besitz gemindcrten rheinischen Pfalz (Unterpfalz) vor dem
kaiserlichen Kommissar an den neuen Landesherrn, Kurfürst
Karl Ludwig, Sshn des Winterkönigs.

1652. 27. Mai: Liselvtte, Karl Ludwigs Lochter, später Herzogin
von Orleans, in Heidelberg geboren (-j- 8. Dezember 1722 in
Saint-Cloud).

1659. 18. April: Grundsteinlegung zur Providenzkirche unter Kur-
fürst Karl Ludwig.

1664. Erbauung des zweiten Großrn Fasses unter Kurfürst Karl
Ludwig.

1668. 17. Qktober: Trauung Ernst Augusts, Herzog von Braun-
schweig und Lüneburg, mit» der Pfalzgräfin Sophie, dcr
Schwester des Kurfürsten Karl Ludwig, der Stammutter bcv
Hauses Hannover, in der Schloßkapelle.

1685. 26. Mai: Mit Kurfürst Karl stirbt die Linie Pfalz-Simmern
aus. 2hc folgt die katholische Linie Pfalz-Neuburg.

1688. 24. Oktober: Uebergabe der Stadt an die Franzosen unter
Marschall Duras.

1689. 2. März: Zerstörung des Schlosses, der Ncckarbrücke und
eines Teiles der Stadt durch die Franzosen untcr Melac.

1693. 22. Mai: Zerstörung der ganzen Stadt und des Schlosses
durch die Franzosen.

1701. Grundsteinlegung zu dem fetzigen Rathaus unter Kurfürst
Jvhann Wilhelm.

1702. Juli bis Dezembcr: Aufenthalt der römischen Königin, spä-
tcren Kaiserin, Wilhelmine Amalie, währcnd ihr Gemahl
Ivscph I. Landau bclagerte.

1702. Anlage des Judenkirchhvfes im Klingenteich.

1703. Grundsteinlegung zu dem Iesuiten-Kollegium (ietzt Dekanei
und Ober'Realschule) unter Kurfürst Johann Wilhelm.

1705. 2i.Novembrr: Religionsdeklaration des Kurfürsten Johann
Wilhelm, nach welcher die refvrmierte Landeskirche der Pfalz
zwci Siebentcile ihres Besitzes an die Römisch--Katholifchen
gebcn mußte.

1706. Errichtung einer Scheidemauer in der Heiliggeistkirchc: den
Chor erhalten die Katholiken, das Schiff die Reformierten.

1707. 10. -29. Juli: Heidelberg von den Franzosen besetzt (Spa-
nischer Erbfolgekrieg).

1709. Wiederherstellung der Neckarbrücke unter Kurfürst Jvhann
Wilhelm.

1712. Grundsteinlegung zu der Jesuitenkirche unter Kurfürst 2o-
hann Wilhetm.

Grundsteinlegung zu dem Universitäts-Gebäude unter Kur-
fürst Johann Wilhelm.

Erbauung des hcutigen Kurpfälzischcn Museums.

1714. Erbauung des Bürgerspitales (jetzt Altersyeim St. Anna)
und der St. Anna-Kirche untcr Kurfürst Johann Wilhelm.

1715—1717. Erbauung der alten Universitäts-Biblivthek als katho-
lischcs Gymnasium »nter Kurfürst Iohann Wilhelm.

1718. Dic Maricnsäule auf dem Kornmarkt wird errichtet.

1719. 4. Scptember: Kurfürst Karl Philipp nimmt den Reformier--
ten das Schiff der Heiliggeistkirche gewaltsam wcg. Abbruch
der Scheidemauer. Konflikt des Kurfürsten mit der Bürqer-
schast-

1720. 12. April: Verlegung der Residenz von Heidelberg nach
Mannhcim durch Kurfürst Karl Philipp.

19. April: Nach Wiederaufrichtung der Schcidcmauer Besitz-
nahme dcs Schiffcs der Lciliggeistkirche durch die Refor-
micrtcn.

1724. Errichtung cincs Dvminikanerinnenklosters. Die Kirche diente
1847—1914 dem anglikamschen Gottesdienst. 2etzt altkatho-
lische Kirchc.

1734. August bis Oktvber: Jn und um Heidelberg liegt eine ge-
waltige Truppenmacht drr Kaiserlichen unter Prmz Eugen,
der in dcr Stadt sein Hauptquartier hat (Polnischer Erb-
folgckricg). Jm Lager weilt neben vielen dcutschen Fürste»
auch Friedrich von Prcußen, drr spätere Fricdrich der Grvße.

1735. 26. August bis 4. Oktober: Prinz Lugen hat wiederum in
Heidelberg scin Hauprquarticc.

1750. Grundstcinlegung znm neuen Jesuiten-Kollegium (alte Ka-
sernc).

1751. Erbauung des Mannheimer Tores (am Westende der Haupt-
straße) unter Kurfürft Karl Theodor.

Erbauung des heutigen (22üvtttt Liter fassenden) Großen
Fasses unter Kurfürst Karl Theodor.

1764. 24. Juni: Einäscherung der Renaissancepaläste des Schlosses
durch ernen Blitzstrahl.

1775. 2. Oktober: Grundsteinlegung zum Karlstor durch Kurfürst
Karl Theodvr.

Anfang November: Goethe tritt von Heidelberg aus seine
Reise nach Wermar an.

1778. Karl Theodor verlegt seine Resrdenz von Mannheim nach
München.

1784. 27. Februar: Zerstörmrg der hvlzernen Neckarbrücke durch
einrn Eisgang.

1786—1788. Erbauung der heutrgen steinernen Neckarbrücke.

1795. Linführung der ersten Straßenbeleuchtung in der Stadt.
1799. 8. März bis 18. Mai und 25. August bis 13. September:
Franzöfische Besatzung.

16. Oktober: Sturm der Franzosen auf dr'e von den Oester-
reichern verteidigte Neckarbrücke.

1803. 13. Mai: Karl Friedrich erläßt das Organisationsedikt über
die wissenschaftlichen Lehranstaltcn. Wiederherstellung der
Universität durch Reskript des Kurfürsten Kari Friedrich.

27. Juni: Einzug des Markgrafen Karl Friedrich von Baden
rn Heidelberg.

Die sieben Klöster Heidclbergs werden säkularisiert.
1804—1808. Brentanv, Arnim, Görres, „dre Heidelberger Roman-
tiker".

1808. 21. November: Das Gymnasium wird aus dem früheren re-
formierten und dem katholrschen Gymnasium neugebildet.

1809. 19. August: Karl Chr. Nadler, der Heidelberger Mundart-
dichter, geborcn ich 26. August 1849).

1810—1819. Jn dem Hause Hauptstraße 209 befindet sich die
großartige Sammlung altdeutscher Gemälde der Brüder
Boisseree. Ber ihnen ist Goethe 1814 und 1815 auf längere
Tage zu Gast.

1813. 7. Dezember: Fürst Wrede, bayrischer Feldmarschall, geboren
zu Herdelberg im ehemaligcn Großherzoglichcn Palais als
Svhn des kurpfälzischen Landschreibers von Wredc, zreht m
Herdclberg ein.

Sohn des kurpfälzischen Landschceibers von Wreden, zieht
nach serner Wiedergenesung in Heidclbcrg ein.

1815. 5.-25. Juni: Aufenthalt des Hauptquartieres der Kaiser
Franz von Oesterreich und Mcxander von Rußland und dcS
Königs Friedrich Wilhelm III. von Preußcn.

14.2uni: Erste festliche Beleuchtung der Schloßnrinen mit
Holzfeuer, zu Ehren der anwesenden Monarchen.

1816. Ein Teil der 1623 nach Rom vcrbrachtcn Handschrrsterr der
Universitäts-Biblrothek wird zurückerstattct.

1824. Großes Hochwasser.

1827. Abbruch des Mitteltorturmes (Hauptstraße, an der Großen
Mantelgasse).

1828. 25. August: Einweihung des Gebäudes der Museums-Gesell-
schaft.

1829. Septcmber: Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte.

1830. 9. Mai: Einzug dcs Großherzogs Levpold, dcr Großherzvgrn
Svphie und des Markgrasen Max rrr Heidelberg.

10. Mai: Erste bengalische Bcleuchtung der Schloßrnine.

10. Mai: Bcleuchtung der Schloßruine mrt Holzfeuer.

1831. i. April: Gründung dex Städtischen Sparkasse und des
Städtischcn Leihhauscs.

1832. 19. April: Gründung der Gesellschaft „Bürgerliches Kasino",
später „Harmonie".

19. Julr: Gründung der „Harmonie-Gescllschaft".

28. Scptember: Grundsteinlegung zum Königstuhlturm.

1835. 23. November: Ervsfmmg der Höheren Bürgcrschule (später

Oberrealschule, heute Philipp-Lenard-Schulc).

1840. 28. Iuni: Fcier der Stadt und Unrvcrsltät anläßlich des
400sährigen Jubiläums der Erfindung der Buchdmckerkunst
durch Johanires Gutenberg.

12. Septembcr: Eröffnung der Ersenbahnstrecke Heidelberg—
Mannheim.

1843. itt. April: Eröffnuug der Eisenbahnstrecke Heidelberg—Karls-
ruhe.

1844. 18. Septcmber: Einwcihung des städtischerr Fricdhofcs an
dcr Rohrbacher Straße.

1844—1846. Diktor v. Scheffel, der Dichter der Stadthymrre „Alt-
Heidelberg du fcine" studiert m Heidelberg.

1846. i. August: Eröffnung der Eiscnbahnstrccke Heibelberg—Frank-
furt brs Sachsenhausen, 1848 bis Frankfurt.

1846—1848. Erbanung des Anatomre-Gebäudes m der Brunnen-
gasfe, auf dcm Boden des ehemaligen Dvminikanerklosters.
Lrbauung des Amts- (und Land-) gerichtsgebäudes in der
Seminarstraßc.
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