Amelung, Arthur   [Hrsg.]; Jänicke, Oscar [Hrsg.]
Ortnit und die Wolfdietriche: nach Müllenhoffs Vorarbeiten (Deutsches Heldenbuch) (3. Teil, 1. Band): Monographie — Berlin, 1871

Seite: VIII
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VII [ Einleitung

anderes stück Otmar F. H. Schönhuth in Gutenbergs archiv oder Samm-
lung für künde deutscher vorzeit in allen Beziehungen (2. ausg. Schwäbisch
Hall 1848) heft 2 s. 3—12. für den Ortnit ist diese handschrift nicht be-
nutzt worden, für den Wolfdietrich in Müllenhoffs abschrift.

g (Holtzmann C) die handschrift der hofbibliothek zu Donaueschingen,
pap. fol. vom jähre 1452, enthält bl. 1—25 Ortnit (die ersten blätter feh-
len), 26—148» Wolfdietrich, 148b—202a der sieben meister buch. s. Ba-
rack die hs. 55 der fürstlich Fürstenbergischenhofbibliothek zu Donaueschin-
gen 1865 nr. 90. für den Wolfdietrich sind Holtzmanns angaben benutzt.

Für die Übereinstimmung der vom gemeinen text (abcdefg) benutzten
hss. ist im Ortnit und Wolfdietrich B die bezeichnung d angewendet.

y (Holtzmann Y) die handschrift des Piaristencollegiums zu St.Thekla in
Wien enthält nach Dietrichs erster ausfahrt und Antelan (s. Haupts zeitschr.
15, 140) den Ortnit (2 ungezählte blätter und bl. 3—23 nach der alten
Zählung) und den Wolfdietrich D (3 ungezählte blätter und bl. 27—131),
darnach die Nibelungen (2 ungezählte blätter und bl. 134—335) und den
Lorengel, 20 blätter. Ortnit hat nach der Zählung des Schreibers 442 Stro-
phen und die Überschrift Bas ist die hystoria des edlen kaiser ortneitz
ausz lamparten und.seiner frawen libegart. am schluss steht Disses ort-
neis ist drey hundert lied darnaeh stet wolfdieterich vnd gehört auf
disses licht, die Überschrift des Wolfdietrich lautet Das ist die historia
wolffditreichs aus krichenlant wie er ortneits wein erfacht. die verszählung
des Schreibers ergiebt 2124 Strophen, von denen auf den fehlenden blättern
82. 83 siebenunddreissig standen, dazu kommen noch die 9 schlussstrophen
die eine andere hand zusetzte: s. unten s. 161 /". der erste Schreiber hatte
zu seiner letzten Strophe bl. 130» unten die zahl XXIV (d. i. 24 über 2100)
gesetzt; indem der zweite dies für 2400 las — es ist nämlich sonst jedesmal
die hundertste Strophe vom ersten Schreiber beziffert — sagte er in seiner
schlussstrophe irrig, es seien 2409 Strophen, benutzt wurde für den Ortnit
eine abschrift von Joseph Strobl, für den Wolfdietrich das original.

z (Ettmüller G, Holtzmann X) der alte druck des heldenbuches, benutzt
in dem, abdruck des Stuttgarter literarischen Vereins, band 87 (1867).

Eine handschrift des Wolfdietrich halte auch der Franzose Antoine du
Pinet im jähre 1564, die er über zweihundert jähre alt nennt: s. Liebrecht
in Pfeiffers Germania 14, 226 f. er hat nur die Jugendgeschichte Wolf-
dietrichs etwas willkürlich behandelt, dass es eine hs. von D und nicht von
B war, ergiebt sich aus dem namen Sidrach (d. i. Sidrat) s. 229 und aus
der erwähnung des erzbischofs von Stettin, wenn dieser auf den bischof von
Eichstädt im prolog zurückzuführen ist, wie Liebrecht s. 232 mit grosser
Wahrscheinlichkeit vermutet.
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